Trinkwasserversorgung in Niederösterreich großteils stabil

09.09.2026 • 14:40 Uhr
Trinkwasserversorgung in Niederösterreich großteils stabil

Trotz der anhaltenden Trockenheit hat die Trinkwasserversorgung in den vergangenen Monaten in über 90 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden laut LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) “gut funktioniert”. Punktuelle Engpässe habe es in Streulagen oder alpinen Bereichen gegeben, sagte der Landesvize am Mittwoch nach einer Lagebesprechung zur Wasserzukunft im Land. Die überregionale Vernetzung und Verbindungsleitungen zwischen Gemeinden sollen weiter ausgebaut werden.

Die vergangenen zwölf Monate waren in Niederösterreich die trockensten seit dem Aufzeichnungsbeginn vor 176 Jahren, sagte Pernkopf. Bei den Jahresniederschlägen wurde je nach Region ein Minus von 30 bis 60 Prozent verzeichnet. In allen Monaten außer im Februar seien heuer die Regenmengen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen, sprach Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser des Amtes der NÖ Landesregierung, von einer “außergewöhnlichen Trockenperiode”.

Die Grundwasserstände sind den Angaben zufolge an 91 Prozent der Messstellen niedrig oder sehr niedrig, bei den Oberflächengewässern liegen die Pegel zu 88 Prozent im sehr niedrigen Bereich. Die Donau-Messstelle Kienstock in der Wachau hat zu Wochenbeginn beispielsweise einen historischen Tiefstand von 91 Zentimetern erreicht. Die niedrigen Wasserstände sorgen seit längerem für Einschränkungen für Güter- und Personenschifffahrt. Aufgrund der Dürre verzeichne die Landwirtschaft teilweise massive Ernteeinbußen, betonte Pernkopf.

Appell zum sorgsamen Umgang mit Wasser

Wichtig sei der “massive Ausbau der Wasserinfrastruktur” durch neue Leitungen, Hochbehälter und Reservoirs, sagte Pernkopf. Derzeit seien 200 Projekte in Bau, 300 Projekte werden in den nächsten zwei Jahren umgesetzt. Weiter verstärkt werden soll die überregionale Vernetzung, etwa durch die Erweiterung der Waldviertel-Transportleitung oder die geplante neue Verbindung zwischen Wein- und Industrieviertel. Dank der bereits getätigten Investitionen in den Ausbau der Wasserinfrastruktur habe die schwierige Situation im Sommer bewältigt werden können, berichtete Angelmaier. Zur Sicherung der Versorgung seien 31 Trink- und Regenwasserpläne bereits in den Gemeinden fertiggestellt und 73 in Arbeit, so der Landesvize.

In Bezug auf Gewässer-Renaturierung befinden sich derzeit zehn Projekte in Arbeit. Gesetzt wird außerdem auf Entsiegelung und Umbauten nach dem Schwammstadtprinzip. Niederösterreich soll beim Thema Wasser, beim Schutz vor Naturgefahren und bei der langfristigen Sicherung von Wasserressourcen “Vorreiter in Österreich und Europa” sein, erklärte der LH-Stellvertreter.

Mehrere Gemeinden haben in den vergangenen Monaten zum Wassersparen aufgerufen. 92 Prozent der Bevölkerung in Niederösterreich werden öffentlich versorgt, der Rest durch Hausbrunnen. Landesweit gesehen werden die Reserven auch künftig ausreichen, hielt Angelmaier fest. Er appellierte an die Eigenverantwortung: Ein sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser werde in den nächsten Jahren noch zusätzlich an Bedeutung gewinnen.