Umweltbranche entwickelte sich rückläufig

27.05.2026 • 13:26 Uhr
Umweltbranche entwickelte sich rückläufig

Die Umweltbranche hat sich 2024 rückläufig entwickelt. Der Produktionswert sank gegenüber dem Jahr davor um 4,6 Prozent auf 60,1 Mrd. Euro, wie aus den jüngsten Daten über die umweltorientierte Produktion und Dienstleistung der Statistik Austria hervorgeht. Die Zahl der Beschäftigten in umweltbezogenen Bereichen wie etwa Luft und Klima oder Abwasser- und Abfallwirtschaft ging um 3.900 auf 231.100 Personen zurück (minus 1,7 Prozent). Daten zu 2025 liegen noch nicht vor.

Die Umweltwirtschaft erwirtschaftete in dem Berichtsjahr weniger, allerdings “ausgehend von einem hohen Niveau”, teilte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk am Mittwoch mit. “Sowohl der Produktionswert als auch die Zahl der Beschäftigten erreichten 2024 jeweils den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2008, nur übertroffen von den Rekordwerten von 2023”, betonte die Statistikerin.

Von den rund 60 Milliarden stammten den Angaben zufolge 18,1 Mrd. Euro von Umweltexporten. Die Bruttowertschöpfung der Branche, also der umweltbezogene Produktionswert minus Vorleistungen, habe sich auf 23,7 Mrd. Euro belaufen.

Gros entfällt auf Management von Energieressourcen

Den Großteil des Produktionswertes der gesamten Umweltbranche stellte “der – wie bereits in den Jahren davor – bedeutendste Umweltbereich” Management der Energieressourcen, der den Angaben zufolge im Wesentlichen erneuerbare Energien sowie Wärme- bzw. Energieeinsparung und -management umfasst.

Er steuerte 31,1 Mrd. Euro und damit mehr als die Hälfte (51,8 Prozent) zur Gesamtsumme bei. Allerdings wurden damit um rund 7,8 Prozent weniger erwirtschaftet als im Jahr davor. Dafür ausschlaggebend sei insbesondere die Preisentwicklung bei erneuerbarer Energie gewesen, erklärte die Statistik Austria. Die Exporte des Energieressourcenmanagements lagen bei 10,1 Mrd. Euro, was 56 Prozent der gesamten Umweltexporte entsprach.

Energie aus Erneuerbaren, Energieberatung, Dämmung

Mit 94.500 ist waren in diesem Bereich auch die meisten umweltbezogenen Stellen zu finden – 58.700 Menschen davon arbeiteten im Untersegment Energie aus erneuerbaren Quellen. Mit der Erzeugung von Elektrizität und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern sowie der Produktion und Installation von entsprechenden Energietechnologien generierten sie einen Produktionswert von 19,9 Mrd. Euro (Jahr davor: 22,1 Mrd. Euro) und eine Bruttowertschöpfung von 7,5 Mrd. Euro (2023: 8,3 Mrd. Euro).

Die weiteren 35.800 Beschäftigten des Bereichs waren im Untersegment Energieeinsparungen und -management tätig. Mit energiesparenden Bauleistungen wie Thermosanierungen oder Niedrigenergie- und Passivhausbauten, Energieberatung als Dienstleistung oder etwa der Produktion von Dämmstoffen erwirtschaften sie 11,2 Mrd. Euro (2023: 11,6 Mrd. Euro) und eine Wertschöpfung von 4 Mrd. Euro (Jahr davor: 4,1 Mrd. Euro).

Wertstoffrückgewinnung, Luft und Klima, Boden und Wasser

Mit deutlichem Abstand hinter dem Management von Energieressourcen folgte beispielsweise der Produktionswert im Bereich Wertstoffrückgewinnung und -einsparungen mit 5,5 Mrd. Euro, in dem 14.800 Erwerbstätige aktiv waren.

Im Bereich Luft und Klima, der 4,3 Mrd. Euro lukrierte, gab es 18.300 umweltbezogene Jobs. Der Schutz von Boden, Oberflächen- und Grundwasser wies einen Produktionswert von 3,9 Mrd. Euro aus und bot 38.300 Menschen Beschäftigung. In der Abfallwirtschaft arbeiteten 11.600 Beschäftigte und erzielten dabei einen Produktionswert von 3,7 Mrd. Euro. In der Abfallwirtschaft waren es 2,8 Mrd. Euro mit 7.600 Arbeitenden.

Der Bereich umweltorientierte Produktion und Dienstleistung (Environmental Goods and Services Sector; EGSS) umfasse nach der Eurostat-Definition die Gesamtheit der Produzenten von Gütern, Technologien und Dienstleistungen, die den Hauptzweck haben, Umweltschäden zu vermeiden oder zumindest zu vermindern, zu behandeln, zu messen sowie zu untersuchen, erläuterte die Statistik Austria. Zudem solle der Ressourcenabbau durch ressourceneffiziente Güter, Technologien und Dienstleistungen weitgehend vermieden oder zumindest vermindert sowie gemessen kontrolliert und untersucht werden.

Auch Öffis sind wichtig

Der öffentliche Verkehr wird den Angaben zufolge von der Eurostat-Definition explizit ausgeschlossen. Dieser gilt aber als umweltfreundlicher als der Individualverkehr. Berücksichtigt man zusätzlich den öffentlichen Verkehr, waren im Berichtsjahr laut Statistik Austria 258.100 Beschäftigte in der heimischen Umweltwirtschaft tätig.