Uni Linz sagte Kongress wegen bedenklicher Redner ab

Erst in letzter Minute hat Stefan Koch, Rektor der Johannes Kepler Uni (JKU) Linz, einen interdisziplinären Kongress, der Donnerstag und Freitag an der Hochschule hätte stattfinden sollen, abgesagt. “Science Diplomacy: Austria-Balkans-Anatolia-Caucasus-Turkistan” wurde am Donnerstag gecancelt, weil Positionen von Rednern nicht demokratischen Grundwerten entsprechen würden, bestätigte die Uni einen Bericht in den “Oberösterreichischen Nachrichten” (OÖN) am Freitag.
“Aufgrund interner Recherchen haben sich Zweifel an Teilen des Programms sowie auch an der Form der Programmentwicklung und Qualitätssicherung ergeben, die zumindest kurzfristig und rechtzeitig nicht mehr ausgeräumt werden konnten”, hieß es in der Stellungnahme weiter. Die Armenische Gemeinde in Österreich sowie die Armenische Studierenden-Vereinigung hatten Bedenken an Positionen mehrerer Vortragender und Mitglieder des Programmkomitees geäußert.
So sollen laut OÖN Redner den Völkermord an den Armeniern leugnen. Zum Teil seien Ansichten nicht “mit unseren Werten” wie wissenschaftlicher Integrität, Achtung demokratischer Grundwerte und der Ablehnung von Rassismus, Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vereinbar” , meinte Koch.”Um das Risiko entsprechender Positionen bzw. eines Mangels an eindeutiger klarer wissenschaftlicher Fundierung im Rahmen einer JKU Veranstaltung auszuschließen, haben wir uns nach reiflicher Überlegung kurzfristig zur Absage der Veranstaltung bzw. zum Rücktritt als Veranstalter entschieden”, so Koch abschließend.