Uni Wien eröffnet Zentrum für Spitzenforschung

Die Universität Wien eröffnet am Montag in der Hofburg ihr Centre for Advanced Studies (ViCAS). Im ersten Jahrgang haben Anfang Oktober die ersten 19 Forscherinnen und Forscher ihre neunmonatigen Fellowships angetreten – neun Nachwuchs- und zehn arrivierte Kräfte aus sechs Kontinenten werden damit ihre Forschungsvorhaben realisieren und sollen sich dabei untereinander als auch mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Uni Wien austauschen.
Mit Centers for Advanced Studies wollen Forschungsuniversitäten ihre internationale Sichtbarkeit erhöhen und Reputation gewinnen. In den USA ist etwa das Institute of Advanced Study in Princeton das bekannteste Beispiel, in Europa haben sich etwa in Zürich und München teils uniübergreifend ähnliche Einrichtungen etabliert. Ziel ist es, Top-Forschungskräfte einzuladen, um Kooperationsmöglichkeiten mit dem “eigenen” Personal zu schaffen und Kontakte zu etablieren bzw. intensivieren.
Innovationen an den Schnittstellen zwischen Forschungsfeldern
In Wien sollen diese Kooperationen durch ein strukturiertes Programm befördert werden – etwa durch Workshops, Seminare und Vortragsreihen. “Die Fellows sollen miteinander und mit den Wissenschaftern der Uni ins Gespräch kommen”, so Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze zur APA. “Die größten Innovationen kommen heutzutage nicht mehr in den traditionellen Kernthemen zustande, sondern an den Rändern und an den Schnittstellen zwischen Forschungsfeldern. Es geht also um Trans- und Interdisziplinarität.”
Die Fellows sind in den unterschiedlichsten Forschungsgebieten aktiv – von der Evolutionsbiologie über die Soziologie und Mathematik bis zur Geschichte. Sie sollen untereinander bzw. mit Forschungspersonal der Uni Wien Schnittmengen feststellen, aus denen auch nach ihrer Zeit in Wien Kooperationsprojekte oder gemeinsame Forschungsanträge entstehen.
In der Hofburg beheimatet
Beheimatet sein wird das ViCAS im Michaelertrakt der Hofburg. Die dortigen Flächen wurden schon bisher von der Uni Wien genutzt und nun umgewidmet. “Wir müssen etwas Besonderes bieten, dazu gehört auch eine ‘iconic location'”, so Schütze. Gleichzeitig sei die Hofburg aber auch nahe bei der Universität, der Nationalbibliothek und Archiven.
Mit den 19 Personen will die Uni einerseits einen breiten Fächerkanon abdecken. Gleichzeitig habe man neben der Exzellenz der Forschungsvorhaben auch auf eine breite Verteilung der Herkunftsländer geachtet. “Wir wollten Fellows nach Wien bringen, die wir noch nicht auf dem Schirm hatten und die umgekehrt auch uns nicht auf dem Schirm hatten.” Man gehe davon aus, durch private Stiftungen und Kooperationen mit anderen Partnern demnächst auch zusätzliche Fellowships anbieten zu können.
Die genauen Kosten für das ViCAS wollte Schütze nicht nennen. Zwar habe man keine zusätzlichen Flächen anmieten müssen. Man müsse aber kompetitive Fellowships anbieten können. Schließlich habe die Universität aber “einen guten Mittelweg zwischen dem budgetär Machbaren und einer sinnvollen Zukunftsinvestition gefunden”.