Unternehmen rechnen für 2027 mit leichtem Reallohnzuwachs
Österreichische Unternehmen gehen für das Jahr 2027 von einer leichten Reallohnsteigerung aus. Demnach rechnen die knapp 190 befragten heimischen Firmen mit einem durchschnittlichen Gehaltsanstieg von 2,9 Prozent, geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Kienbaum hervor. Bei einer prognostizierten Inflation von 2,6 Prozent entspricht das einer realen Gehaltsentwicklung von 0,3 Prozent.
Hierzulande dürfte das nominelle Lohnwachstum damit kommendes Jahr höher ausfallen als etwa in Deutschland oder der Schweiz, wo laut der Kienbaum-Studie mit einem Wachstum von 2,6 respektive 1,1 Prozent gerechnet wird. Wegen der unterschiedlichen Inflationserwartungen dürfte das um das veränderte Preisniveau bereinigte Lohnwachstum mit 0,6 Prozent in der Schweiz aber etwas höher ausfallen als in Österreich und Deutschland (jeweils 0,3 Prozent).
Wenig Gestaltungsspielraum bei Gehaltserhöhungen sehen österreichische Unternehmen aufgrund der dominanten Rolle der Kollektivverträge. Demnach gaben 64 Prozent der Unternehmen an, weniger als die Hälfte ihres Gehaltserhöhungsbudgets vollständig frei einsetzen zu können. Die stärksten Lohnanstiege werden für Spezialisten und Fachkräfte erwartet. Hier rechnen die befragten Unternehmen mit einem durchschnittlichen Gehaltsplus von drei Prozent. Als Treiber der Gehaltsentwicklung verliert der Fachkräftemangel an Bedeutung: In der Gesamtstichprobe 1.039 Datensätzen aus 41 Ländern nannten ihn 25 Prozent der Firmen als Einflussfaktor, nach 35 Prozent im Vorjahr. Auch in Österreich hat seine Bedeutung laut Studie in den vergangenen zwei Jahren abgenommen.