US-Entscheidungen für Selenskyj “schwer zu erklären”

20.10.2026 • 01:19 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert Entscheidungen der USA im Krieg gegen Russland. Verzögerungen bei Waffenlieferungen und Einschränkungen beim Austausch von Geheimdienstinformationen seien “unter Freunden schwer zu erklären”, sagte er bei einem Treffen mit einer US-Kongressdelegation. In einem Video auf Telegram beklagte er außerdem fehlende Erklärungen für die eingeschränkte Nutzung des Satellitennetzwerks Starshield.

Darüber hinaus habe die Ukraine zuletzt dreimal keine Warnungen vor russischen Angriffen von ihren Partnern erhalten. Das Pentagon verzögere außerdem die Lieferung bereits bezahlter Raketen. “All dies deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zu drosseln”, sagte Selenskyj.

Insider: Trump-Gesandte reisen zu Ukraine-Gesprächen nach Norwegen

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der Nahost-Gesandte Steve Witkoff reisen Insidern zufolge in dieser Woche zu einer neuen Verhandlungsrunde über ein Ende des Krieges in der Ukraine nach Norwegen. Zwei der drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen sagten, sie erwarteten auch die Teilnahme des Selenskyjs. Der Zeitplan sei jedoch vorläufig und könne sich noch ändern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Trump warf Selenskyj seinerseits vor, Friedensgespräche mit Russland zu verweigern. Der ukrainische Staatschef solle vielleicht “jemand anderen verhandeln lassen”, sagte Trump am Montag.

Vitali Klitschko: Wir werden nie kapitulieren

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko appellierte unterdessen mit eindringlichen Worten an die Solidarität in Europa. “Wir wollen nie wieder Krieg in Europa. Frieden braucht unsere gemeinsame Verantwortung. Freiheit braucht Menschen, die füreinander einstehen”, sagte Klitschko (55) in einer Videobotschaft bei einer Preisverleihung in der deutschen Hauptstadt Berlin.

Ursprünglich hatte er vor, seine Auszeichnung, den European Future Award, in Berlin persönlich entgegenzunehmen, wie er weiter sagte. Doch die Situation in Kiew habe sich dramatisch zugespitzt, sodass er vor Ort bleiben müsse.