US-Regierung schichtet 52 Mio. Dollar nach Lateinamerika um

18.09.2026 • 14:21 Uhr
US-Regierung schichtet 52 Mio. Dollar nach Lateinamerika um

Die USA wollen 52 Millionen US-Dollar, die ursprünglich für Europa und den Nahen Osten vorgesehen waren, nach Lateinamerika umleiten. Das gab das US-Außenministerium diese Woche bekannt. Konkret sollen Gelder, die bisher in die Sicherheit der NATO-Staaten Nordmazedonien und Slowakei sowie des Irak und Tunesiens flossen, künftig als Militärhilfen in die Trump-freundlich regierten Länder Ecuador, Peru und Kolumbien fließen.

Die Mittel sollen dort der Bekämpfung des von der US-Regierung als “Narkoterrorismus” bezeichneten organisierten Kriminalität sowie der Eindämmung illegaler Migration in die USA dienen – beides erklärte Ziele der aktuellen US-Außenpolitik. Ein weiterer Teil der Summe ist für den Schutz des Panamakanals vorgesehen, was im strategischen Interesse der USA liegt, wie es in Medienberichten hieß.

Ein Regierungsvertreter erklärte gegenüber dem US-Magazin “Time”, die Gelder dienten dazu, “den Drogenterrorismus in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu bekämpfen und dazu beizutragen, den Panamakanal weiterhin zu sichern”. Er führte weiter aus: “Die vorgeschlagene Neuausrichtung in der westlichen Hemisphäre wird die Möglichkeiten von Gegnern einschränken, strategische Stützpunkte in unserer Hemisphäre zu errichten oder aufrechtzuerhalten.”

Seit dem zweiten Amtsantritt Donald Trumps im Jahr 2025 zeigt sich immer deutlicher, dass sich seine Regierung Lateinamerika wieder verstärkt zuwendet – auch militärisch. Bereits zum Amtsantritt des kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella am 7. August gratulierte Trump – wie auch bei allen anderen lateinamerikanischen Staaten, die eine rechtsgerichtete Regierung gewählt haben. Zeitgleich kündigte das US-Außenministerium ein militärisches Hilfspaket in Höhe von einer Milliarde US-Dollar an, das die kolumbianische Regierung dabei unterstützen soll, “unsere gemeinsamen Ziele” zu erreichen.

“Geografie ist etwas Reales”

Außenminister Marco Rubio erklärte den neuen Fokus zuletzt bei seinem Staatsbesuch in Peru am 10. September mit den Worten: “Geografie ist etwas Reales. Unser Engagement in der Region ist kein Gefallen. Es ist für unsere eigene Sicherheit und unseren eigenen Wohlstand von entscheidender Bedeutung.”

Die Entscheidung zur Umschichtung der Gelder fiel, kurz nachdem Rubio von seiner Reise nach Ecuador, Peru und Kolumbien zurückgekehrt war. Dieser Schritt bedeutet wohl nicht, dass die finanziellen Mittel für Nordmazedonien, die Slowakei, den Irak und Tunesien gänzlich gestrichen werden. Die bisherigen Zahlungen stünden jedoch nicht mit der Priorisierung der Regierung im Einklang, die aktuell auf Lateinamerika ausgerichtet ist.

Diese Verschiebung der US-Außenpolitik zeichnet sich seit vergangenem Jahr besonders deutlich ab: Zum einen durch die tödlichen Angriffe auf vermeintliche Drogenfrachtschiffe, die bisher mindestens 200 Tote forderten, darunter auch lateinamerikanische Fischer. Zum anderen durch die Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Gattin Cilia Flores zu Jahresbeginn.

Kooperation mit rechtsgeführten lateinamerikanischen Ländern

In den vergangenen Monaten hat sich zudem die Zusammenarbeit mit rechts- und konservativ geführten lateinamerikanischen Ländern durch die US-Militärinitiative “Shield of the Americas” (Schutzschild der Amerikas) weiter vertieft. Peru trat dem Zusammenschluss erst vergangene Woche nach Rubios Besuch bei, Kolumbien unter dem neuen Präsidenten Abelardo de la Espriella bereits einen Monat zuvor. Aktuell gehören der Initiative neben den USA 13 lateinamerikanische Staaten an. Das Bündnis richtet sich insbesondere gegen länderübergreifende kriminelle Organisationen mithilfe von militärischen Einsätzen zu beseitigen.

Die offizielle Sichtweise Washingtons, Lateinamerika als seinen “Hinterhof” zu betrachten, hatte in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren, da die Regierung unter Joe Biden eher dazu tendierte, den militärischen Fokus auf andere Weltregionen zu legen. Unter Trump erlebt dieses Denken nun ein Comeback – und lässt die historische Monroe-Doktrin in Anspielung an Trumps Vornamen als sogenannte “Donroe-Doktrin” wieder aufleben.