US-Vize Vance erinnerte an erschossenen Aktivisten Kirk

Ein Jahr nach dem tödlichen Angriff auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk hat US-Vizepräsident JD Vance ihn beim Parteitag der Republikaner gewürdigt. “Es wird in die Geschichte eingehen, dass euer Vater ein großartiger Mann war”, sagte Vance in Dallas im Bundesstaat Texas in Bemerkungen, die an die Kinder Kirks adressiert waren. Die Menge brach daraufhin in “Charlie, Charlie”-Rufe aus.
Der rechte US-amerikanische Aktivist Charlie Kirk war am 10. September 2025 erschossen worden, als er auf einem Uni-Campus im Bundesstaat Utah im Freien gesprochen hatte. Kirk machte sich in konservativen Kreisen als Verfechter der Meinungsfreiheit einen Namen. Mit seiner Organisation Turning Point USA (TPUSA) besuchte er Hochschulen und forderte Studierende – vor allem solche mit anderer politischer Haltung – zur Debatte heraus. Kritiker warfen ihm rassistische, homophobe, transfeindliche und sexistische Ansichten vor.
Als prominenter Vertreter der Bewegung “Make America Great Again” (MAGA) trug Kirk dazu bei, US-Präsident Donald Trump unter jungen Wählern populärer zu machen. Er galt als enger Vertrauter nicht nur von Vance, sondern auch von Trumps ältestem Sohn, Donald Trump Junior. Der Präsidentensohn würdigte Kirk beim Parteitag der Republikaner als Kämpfer für “Glauben, Familie, Freiheit und Patriotismus”.
TPUSA wuchs stark
Obwohl TPUSA seit Kirks Tod stark gewachsen ist, wenden sich Teile der jungen Wählerschaft von Trump ab. Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit gelten die hohen Lebenshaltungskosten, der Krieg gegen den Iran und die Veröffentlichung von Akten im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Einer Umfrage der Harvard-Universität zufolge gaben die Hälfte der US-Bürger zwischen 18 und 29 Jahren an, stark von der Inflation betroffen zu sein. Zudem stößt der Iran-Krieg in dieser Altersgruppe auf die größte Ablehnung. “Die Gräben, die sich bei jüngeren Konservativen und in der Partei im Allgemeinen auftun – die Haltung zu Israel spielt dabei eine große Rolle”, sagte Nicole Hemmer, Geschichtsprofessorin an der Vanderbilt-Universität.
Die Entwicklung spiegelt sich in den Umfragewerten wider. Laut einer Reuters/Ipsos-Erhebung sank die Zustimmung zu Trumps Politik bei Männern zwischen 18 und 29 Jahren von 43 Prozent im Februar 2025 auf 32 Prozent im vergangenen Monat. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatten noch 46 Prozent dieser Gruppe für Trump gestimmt. Paradoxerweise hat TPUSA im selben Zeitraum ein enormes Wachstum verzeichnet. Die Zahl der High-School-Gruppen stieg um 180 Prozent auf über 3.500, die der College-Gruppen um mehr als 60 Prozent auf über 1.500, wie ein Sprecher der Organisation mitteilte.