Verhandlungen für Tourismus-KV 2026 starten am Donnerstag

Seit Anfang Februar sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Gastro- und Tourismusbranche zusammensitzen, um den Kollektivvertrag 2026 auszuverhandeln. Dazu ist es aber bisher nicht gekommen. Nachdem die Gewerkschaft vida im Vorfeld der Gespräche auf massive, vermeintliche steuerliche- und arbeitsrechtliche Missstände in dem Sektor hingewiesen hat, verweigerten die Vertreter der Wirtschaftskammer eine Gesprächsaufnahme ohne vorherige Entschuldigung.
Nun haben sich die Sozialpartner doch noch geeinigt. Am morgigen Donnerstag starten die KV-Gespräche gegen Mittag, wie gewohnt in der Wirtschaftskammer in Wien. Die von den Arbeitgebern geforderte Entschuldigung von vida-Obmann Roman Hebenstreit hat es im Übrigen nicht gegeben. Ausgegangen ist der Konflikt von einer Razzia der Finanzbehörden bei Gastronomen, bei der zahlreiche Verstöße entdeckt wurden, etwa fehlende Registrierkassen und Schwarzgeldzahlungen. Die Arbeitgeber meinten daraufhin, die Gewerkschaft würden mit deren Kritik Einzelfälle zu einem verzerrten Gesamtbild “hochpauschalisieren”.
Hilfskräfte verdienen 2.026 Euro brutto
Eine genaue Mitarbeiterzahl der betroffenen Branche lässt sich auf Grund des Saisonalität nicht festmachen. Übers Jahr sind zwischen 200.000 und 240.000 Menschen nach dem Kollektivvertrag für Hotellerie und Gastronomie angestellt. Dazu gebt es rund 65.000 Betriebe. Sie teilen sich in knapp 19.000 in der Hotellerie und gut 46.000 in der Gastronomie auf.
Bei den Einstiegslöhnen für Fachkräfte mit Lehrabschluss variieren die Einstiegsgehälter zum Teil nach Bundesländern und zum Teil nach Unternehmenstyp. So beträgt das Einstiegsgehalt im Burgenland generell 2.215 Euro sowie in Oberösterreich und Niederösterreich je 2.237 Euro. In Wiener Hotels und Kaffeehäusern gibt es 2.264 Euro. In der Gastronomie der Bundeshauptstadt sowie Kärnten, der Steiermark, Salzburg, Vorarlberg und Tirol gibt es 2.165 Euro Einstiegsgehalt brutto. Der Mindestlohn für Hilfskräfte ist in allen Bundesländern mit 2.026 Euro brutto gleich.
IT-KV zwischen 2,7 und 3,1 % Gehaltszuwachs
Während die Gastronomen und Hoteliers Zeit liegen ließen, ist die Frühjahreslohnrunde schon angelaufen. Gestartet wurde sie von den 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie. In den nächsten Wochen beginnt dann das Feilschen um den KV 2026 in der chemischen Industrie sowie der Glas-, Papier-und Textilindustrie.
Erste gestern hat sich die IT-Branche mit ihren 90.000 Beschäftigen auf den KV 2026 geeinigt. Demnach steigen die Mindestgehälter sozial gestaffelt zwischen 3,1 und 2,7 Prozent, teilten die Wirtschaftskammer (WKÖ) und die Gewerkschaft GPA Dienstagabend mit. Im Schnitt entspreche dies laut WKÖ einem Anstieg um 2,9 Prozent. Die Ist-Gehaltssumme sowie die Zulagen werden um 2,75 Prozent erhöht.