Mädchen nach Gewalttat in Bayern außer Lebensgefahr

08.07.2026 • 17:02 Uhr

Die bei einer mutmaßlichen Gewalttat an einer Schule im oberbayrischen Schongau schwer verletzten Mädchen befinden sich außer Lebensgefahr. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch erklärte, handle es sich nach ersten Erkenntnissen um Schülerinnen des Gymnasiums. Ein 16-jähriger Verdächtiger wurde bereits festgenommen. Ob es sich auch beim ihm um einen Schüler handelt, steht noch nicht fest. Zum Zustand von möglichen weiteren Verletzten lagen keine Details vor.

Der Notruf hatte die Polizei um 12.50 Uhr erreicht, wenig später waren die Einsatzkräfte vor Ort und fanden die beiden Mädchen mit schweren Verletzungen. Nachdem anfänglich vom Verdacht einer möglichen Amoklage gesprochen wurde, war im Verlauf des Einsatzes auch von einer möglichen Beziehungstat als Hintergrund die Rede. “Wir ermitteln in alle Richtungen”, sagte ein Polizeisprecher. Die Hintergründe seien demnach noch völlig unklar. Laut Polizei bekamen viele Schüler die Tat hautnah mit. Sie werden – wie auch Lehrer und später auch Einsatzkräfte – psychologisch betreut.

Verdächtiger war in psychiatrischer Behandlung

Der Festgenommene hatte nach Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auch eine Schusswaffe dabei. “Wir gehen von einem Täter aus, der hier mit Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war”, sagte er in Berufung auf erste Erkenntnisse am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee. Zunächst wurde nach dpa-Informationen aber keine Schusswaffe gefunden, wohl aber Munition.

Wie Herrmann sagte, war der 16-Jährige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Zudem sagte Herrmann, es gebe Hinweise darauf, dass es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Schüler handelt. Als gesichert gilt indessen, dass es sich bei dem Teenager um einen Kroaten handelt, der zuletzt bei seinen Eltern gewohnt hatte.

Gelände durchsucht

Einen weiteren Täter gebe es nach derzeitigem Stand nicht, so Herrmann. Die Polizei war am Nachmittag noch damit beschäftigt, das Gelände abzusuchen.

Nach Angaben der ADAC-Luftrettung sind mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sechs Hubschrauber seien beteiligt, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Die Menschen vor Ort wurden aufgerufen, das Areal zu meiden. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle beim Feuerwehrhaus eingerichtet. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten am Welfen-Gymnasium in Schongau im Einsatz sei.

Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von der Altstadt entfernt. Laut der Internetseite werden dort etwa 800 Schülerinnen und Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Volks-, Mittel- und Realschule.