Versorgungsausfälle nach Angriffen auf der Krim
Russland und die Ukraine haben sich auch in der Nacht auf Samstag wieder gegenseitig angegriffen. Auf der von Russland besetzten Krim hat es nach einem ukrainischen Angriff den russischen Behörden zufolge Strom- und Wasserausfälle gegeben. Es seien Einschränkungen bei der Strom- und Wasserversorgung verhängt worden, erklärte der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, am Samstag im Onlinedienst Telegram.
Aksjonow nannte keine genauen Zahlen zu den betroffenen Haushalten in dem Gebiet, in dem mehr als 2,5 Millionen Menschen leben. Die 2014 von Russland annektierte Krim wird regelmäßig von der Ukraine angegriffen.
Russland: Über 600 ukrainische Drohnen abgeschossen
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht insgesamt 616 ukrainische Drohnen über mehr als 20 Regionen des Landes abgeschossen zu haben. Herabfallende Trümmerteile lösten Brände aus und führten den örtlichen Behörden zufolge zu mehreren Verletzten.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den von Russland besetzten Teil der nordostukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens drei Menschen getötet. Eine Frau sei zudem schwer verletzt worden. Bei dem Angriff sei ein Auto in dem Dorf Pisky anvisiert worden.
Die russischen Streitkräfte setzten nach eigenen Angaben auch ihre Angriffe auf die ukrainische Hafeninfrastruktur fort. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, Drohnen hätten den Schwarzmeerhafen Tschornomorsk und ein Frachtschiff mit Ziel Odessa angegriffen.
Ukraine griff Industrieanlagen in Russland an
Die ukrainische Luftwaffe teilte indes mit, Russland habe in der Nacht mindestens 126 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert. Davon seien 101 abgeschossen worden. In der Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben der Rettungskräfte zwei Menschen verletzt.
Die ukrainischen Streitkräfte griffen nach Angaben des Generalstabs in der Nacht auch ein russisches petrochemisches Werk in Togliatti an. Der Angriff habe eine Explosion und einen Brand ausgelöst, hieß es in einer Mitteilung über die App “Telegram”. Ersten Berichten zufolge gab es keine Toten oder Verletzten. Der Generalstab bestätigte zudem einen Angriff auf das Werk der “Proton-Electrotex JSC” – Russlands führendem Hersteller von elektronisch-optischen Geräten in der Stadt Orjol. Dabei dürften nach russischen Angaben drei Menschen gestorben und fünf schwer verletzt sein.