Vertrag von Girkinger am Tiroler Landestheater verlängert

01.07.2026 • 15:03 Uhr
Vertrag von Girkinger am Tiroler Landestheater verlängert

Irene Girkinger bleibt zumindest bis zum 31. August 2033 Intendantin des Tiroler Landestheaters. Der noch bis Ende August 2028 laufende Vertrag der gebürtigen Oberösterreicherin wurde von den Gesellschaftervertretern – Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) – vorzeitig um fünf Jahre verlängert, teilte das Landestheater am Mittwoch mit. Girkinger führt das Theater seit der Spielzeit 2023/24.

Sie selbst freute sich in einer Stellungnahme “über das Vertrauen unserer Gesellschafter und unseres Publikums in unsere leidenschaftliche Arbeit für ein engagiertes Mehrspartenhaus, das sich mutig den Fragen und Problemstellungen unserer Zeit stellt und unser kostbares Kulturgut mit Herzblut pflegt und weiterentwickelt.” “Wir konnten mit einer vielseitigen und ästhetisch neuen Programmatik, gesellschaftspolitisch und zeitgeschichtlich relevanten Themen, der Förderung von Zeitgenossenschaft und jungen Talenten und dem spartenübergreifenden Arbeiten das Haus stark und zukunftsorientiert positionieren, haben es in vielerlei Hinsicht geöffnet und so neue Publikumsschichten angezogen und begeistert”, zog die Intendantin, die Johannes Reitmeier nachgefolgt war, gleichzeitig zufrieden erste Bilanz nach knapp drei Jahren.

Die Vertragsverlängerung sei ein wichtiges Zeichen für Kontinuität und Stabilität, begründete indes Eigentümervertreter Landeshauptmann Mattle die Entscheidung. Auch Anzengruber zeigte sich voll des Lobes: “Mit künstlerisch herausragenden Theaterproduktionen ist es gelungen, das treue Stammpublikum ebenso zu begeistern wie zahlreiche neue Besucherinnen und Besucher für das Tiroler Landestheater zu gewinnen.”

Konflikte offenbar bereinigt

Doch nicht immer war alles so harmonisch in der Intendanz Girkingers. Im Sommer 2024 war ein heftiger Konflikt zwischen ihr und dem geschäftsführenden Direktor Markus Lutz über den Kurs des Tiroler Kulturflaggschiffs entbrannt. Auch die persönliche Chemie zwischen den beiden soll überhaupt nicht gestimmt haben. Lutz sprach in einem Interview von einem “großen Vertrauensverlust” bei den Abonnenten, viele könnten “mit dem Programm nicht mehr mitgehen”. Letztlich schritten Mattle und Anzengruber ein und verpassten den beiden einen “Mediationsprozess”. Schließlich wurde auf Druck der Eigentümervertreter im März 2025 zwischen Girkinger und Lutz ein Arbeitsübereinkommen paktiert bzw. eine Art “Friedenspakt” unterzeichnet.

Mittlerweile scheint die Zusammenarbeit – zumindest nach außen – sehr gut zu funktionieren und kehrte Ruhe am Innsbrucker Rennweg ein. Und auch die Zahlen scheinen wieder zu passen: Im Rückblick auf die Saison 2025/2026 wurde auf eine “Steigerung der Auslastung über alle Häuser auf 84 Prozent” verwiesen. Noch signifikanter sei die Steigerung im “Großen Haus” ausgefallen, die von 71 auf 81 Prozent gestiegen sei.

Nunmehr erklärte Girkinger, sie sei “hoch motiviert, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit dem künstlerischen Leitungsteam und dem geschäftsführenden kaufmännischen Direktor Dr. Markus Lutz als verlässlichem und kompetentem Partner fortzusetzen”. Auch Mattle schien auf die vergangenen Turbulenzen Bezug zu nehmen, indem er meinte, dass es angesichts des “Umbruchs” im Theaterwesen “um wichtiger ist, dass die Gespräche und Prozesse der vergangenen Monate Früchte getragen haben.” Und Anzengruber ließ wissen: “Die letzte Saison hat eindrucksvoll bestätigt, was möglich ist, wenn alle Mitarbeitenden mit großem Engagement, gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Ziel an einem Strang ziehen.”