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WM-Finale: Sie drücken die Daumen für ihr Heimatland von Vorarlberg aus

19.07.2026 • 13:59 Uhr
WM-Finale: Sie drücken die Daumen für ihr Heimatland von Vorarlberg aus
Die NEUE hat mit spanischen und argentinischen Fußballfans in Vorarlberg gesprochen. Stiplovsek

Germán und Leopold Goldschmidt aus Feldkirch wünschen sich einen spanischen WM-Sieg, Familie Cerdeyra/Cieza aus Gaißau hoffen auf eine Titelverteidigung des argentinischen Teams.

Die Fußball-WM der Herren biegt in die Zielgerade ein. Heute um 21 Uhr (MESZ) stehen sich Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien im MetLife Stadium bei New York im Finale gegenüber und auch in Vorarlberg blicken Fußballfans gespannt in Richtung der Vereinigten Staaten. Für die Familien Goldschmidt und Cerdeyra/Cieza steht das Endspiel unter einem besonderen Vorzeichen. Sie kommen aus Spanien beziehungsweise Argentinien und drücken den Nationalteams ihrer Heimat die Daumen.

Wie der Vater, so der Sohn

Germàn Goldschmidt aus Feldkirch ist Architekt und zog für sein Studium vor 13 Jahren nach Innsbruck, wo er sich verliebte – ein guter Grund, zu bleiben. Inzwischen lebt der 40-Jährige in Feldkirch und ist Vater des siebenjährigen Leopold. Gemeinsam fiebern die beiden dem zweiten WM-Titel für „La Furia Roja“ nach 2010 entgegen. „Wir konnten bis auf das Halbfinale alle Spiele von Spanien gemeinsam schauen“, erzählt Germán und Leopold ergänzt: „Mein Papa sagt mir immer Bescheid, wenn die Spiele starten, dann schauen wir zusammen.“ Besonders war für die beiden das Duell zwischen Österreich und Spanien im Sechzehntelfinale. „Es war eine sehr schwere Entscheidung, aber am Ende habe ich zu Spanien gehalten“, verrät Leopold und auch Germán hätte sich „über einen Öster­reich-Sieg freuen können“, für das Team habe er große Sympathien.

WM-Finale: Sie drücken die Daumen für ihr Heimatland von Vorarlberg aus
Germán Goldschmidt und Sohn Leopold drücken dem spanischen Nationalteam die Daumen. Stiplovsek

Beim heutigen Gegner Argentinien steht Starspieler Lionel Messi im Fokus. „Natürlich, für ihn wäre ein zweiter WM-Titel die Kirsche auf der Torte, aber ein zweiter Platz ist auch unglaublich gut, oder? Dann kann er den Platz der neuen Generation überlassen“, sagt Germán mit Blick auf den Superstar in den eigenen Reihen, Lamine Yamal. Die große Stärke, betont er, sei aber das Teamgefüge. „Unser Trainer hat nach dem Halbfinale gesagt: ‚Frankreich war die beste Mannschaft der WM, aber wir waren das beste Team‘. Ich glaube, er hat R echt“, befindet Germán.

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Die NEUE traf die spanischen Fans im Café Feurstein in Feldkirch. Stiplovsek

Natürlich stellt sich da noch die Frage aller Fragen: Wer wird Weltmeister? „Bis jetzt war ich immer pessimistisch, aber ich wünsche mir, dass Spanien das Finale gewinnt. Ich hoffe, dass ich nicht Pech bringe, aber ich tippe 2:0 für Spanien“, zeigt sich Germán optimistisch. Leopold schließt sich mit einem 2:1 pro Spanien an. „Wenn wir den Titel gewinnen, werde ich vor Freude vielleicht ohnmächtig“, ruft der Siebenjährige. Sein Papa erwidert: „Ich bin ein bisschen pragmatischer, aber auch ich würde mich sehr freuen.“ Gemeinsam werden Papa und Sohn das Finale zu Hause verfolgen.

Fußballverrückte Familie

Gastòn Cerdeyra hofft auf einen anderen Ausgang des Endspiels. „Argentinien gewinnt“, sagt der 36-Jährige bestimmt, nur um dann zu lachen und seine Aussage ein wenig zu revidieren: „Es wird ein sehr schwieriges Match. Spanien hat eine brutal gute Defensive, Argentinien ist aber offensiv stark.“ Gemeinsam mit seiner Schwester Inès Cerdeyra (34) und den Eltern ist er vor 26 Jahren ins Rheindelta gezogen, wo die Eltern das Steakhouse „Patagonia“ in Gaißau führen und die Jugend mit „El Argentino“ einen Delikatessenladen mit Spezialitäten aus der Heimat in Höchst betreiben. Seit drei Jahren lebt auch Cousin Rodrigo Cieza (33) in Vorarlberg.

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Gastòn Cerdeyra, Rodrigo Cieza und Inès Cerdeyra (v.l.) glauben an die Titelverteidigung des argentinischen Teams. Stiplovsek

„Wir sind Vollblut-Argentinier“, grinst Gastón und Inés erzählt, wie die Familie beim Match der „Albiceleste“ gegen Österreich in der Gruppenphase beim Public Viewing im eigenen Lokal mitfieberte. „Papa hat sich auf die österreichische Seite gestellt und ein ÖFB-Trikot angezogen. Mama war auf der argentinischen Seite.“ Gastón ergänzt: „Es waren gemischte Gefühle. Ich bin länger in Österreich, aber das Herz schlägt immer noch für Argentinien. Trotzdem haben wir Österreich gewünscht, dass sie bei der WM weit kommen. Sie haben stark gespielt.“ Auch die Argentinier trumpften im Turnierverlauf mit starken Leistungen auf, wobei es die „Albiceleste“ häufig spannender als nötig machte. Gegen Kap Verde siegte man erst in der Verlängerung, gegen Ägypten und England drehte man einen 0:2- beziehungsweise 0:1-Rückstand erst spät. „Argentinien ist geboren, um zu leiden“, stellt Rodrigo fest und Gastòn ergänzt scherzhaft: „Vor dem Finale nehme ich eine Herztablette, Antidepressiva und eine Beruhigungstablette.“

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Die argentinischen Geschwister bzw. Cousins empfing die NEUE in ihrem Delikatessenladen “El Argentino” in Höchst. Stiplovsek

Im Duell der Superstars hoffen die Geschwister und ihr Cousin auf die Erfahrung von Lionel Messi – wohl wissend, dass Lamine Yamal ihrer Mannschaft gefährlich werden kann. Ob sie das Finale im elterlichen Steakhouse schauen, wissen die drei noch nicht, aber für Gastòn steht fest: „Mein Herz sagt, dass es Argentinien am Ende machen wird.“

(NEUE am Sonntag)