Vier Ausstellungen feiern “80 Jahre Bregenzer Festspiele”

12.06.2026 • 18:04 Uhr
Vier Ausstellungen feiern "80 Jahre Bregenzer Festspiele"

Die 1946 gegründeten Bregenzer Festspiele feiern ihr 80-jähriges Jubiläum mit gleich mehreren Ausstellungen. Am Donnerstagabend eröffnete Festspielpräsident Hans-Peter Metzler im Showroom des Festspielhauses die Fotoausstellung “Re-Light! 80 Jahre Bregenzer Festspielbühnen”. Zuvor waren bei einem Spaziergang vom vorarlberg museum durch die Seeanlagen zum Festspielhaus acht Jahrzehnte “Spiel auf dem See” in großformatigen Bildern bestaunt worden.

Die großflächige Open-Air-Ausstellung in den Bregenzer Seeanlagen sowie die Fotoausstellung im Festspielhaus werden von 13. Juni bis zum Abschluss der diesjährigen Festspiele am 23. August gezeigt. Dazu kommt in Kooperation mit dem Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz eine weitere Fotoausstellung im Wahrzeichen von Bregenz, nämlich im in der Oberstadt stehenden Martinsturm: Die dortige Schau mit dem Titel “Nach dem Applaus – Seebühnenteile und ihr neues Leben” widmet sich von 13. Juni bis 31. Oktober dem überraschenden Nachleben ikonischer Kulissenteile rund um den Bodensee. Im vorarlberg museum werden anlässlich des Festspiel-Jubiläums im Panoramaraum fünf Hörstationen eingerichtet, an denen Menschen, die hinter den Kulissen, auf und abseits der Seebühne arbeiten, persönliche Erinnerungen und Geschichten rund um die Bregenzer Festspiele erzählen (13. Juni bis 23. August). Die Idee für die Ausstellungen stammt von Susanna Boehm, der Ausstattungsleiterin der Bregenzer Festspiele. Ihr oblag auch die Umsetzung.

Modelle der Bühnenbilder

Mit den Bildern im Festspielhaus-Showroom werfen die Bregenzer Festspiele in Kooperation mit der Leica Galerie Wien einen Blick auf ihre Bühnenbilder der vergangenen 80 Jahre. Zu sehen sind die Modelle vergangener Inszenierungen, die vom deutschen Fotografen und Kinderbuchautor Jan von Holleben abgelichtet wurden. Holleben konnte am Donnerstag nicht anwesend sein, er ließ aber einige seiner Gedanken zu seinen Bildern übermitteln. Diese bewegten sich zwischen Erinnerung, Fantasie und Neuinterpretation. Schließlich solle das Jubiläum der Festspiele nicht nur ein Blick zurück sein.

In den Seeanlagen begrüßen zahlreiche Plakatwände Einheimische und Gäste: Die großformatigen Bilder zeigen die wichtigsten Operninszenierungen auf der Seebühne von 1946 bis heute. Die Ausstellung lädt ein, entlang der Geschichte der Bregenzer Seebühne in Richtung Festspielhaus zu schlendern und dabei in die visuelle Welt des Spiels auf dem See einzutauchen. Festspielintendantin Lilli Paasikivi bezeichnete den Gang durch die Seeanlagen als “unglaublich inspirierend”. 80 Jahre Spiel auf dem See bedeuteten “Mut, Fantasie und die Bereitschaft, Oper neu zu denken und zu entdecken”. Was 1946 mit einer Darbietung auf zwei Kieskähnen begann, habe sich zu “etwas weltweit Einzigartigem entwickelt”.

Festspiele Teil der Identität Vorarlbergs

Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) betonte, dass die Bregenzer Festspiele zur Identität Vorarlbergs gehörten. Sie erinnerte an die Gründer, die ein Risiko eingingen, die aber auch den Mut und die Kraft hatten, Geld für die Festspiele aufzutreiben. “Bregenz lebt von den Festspielen”, stellte Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) fest. Jedes Jahr besuchten innerhalb eines Monats etwa 300.000 Gäste die 30.000-Einwohner-Stadt.

Ebenfalls zum Jubiläum der Festspiele passend erläutert am 8. Juli im vorarlberg museum (19.00 Uhr) der Vorarlberger Historiker Meinrad Pichler, wie die Wiener Symphoniker zum “Orchestra in Residence” bei den Bregenzer Festspielen wurden. Der Vortrag trägt den Titel “Die Wiener Symphoniker als (kultur)politische Botschafter der Nachkriegszeit”.