Waitz fordert von EU mehr Disziplin beim Artenschutz ein

Der Delegationsleiter der Grünen im Europäischen Parlament, Thomas Waitz, hat am Rande der Plenarwoche in Straßburg mehr Disziplin von der EU beim Artenschutz eingefordert. “Wir haben unsere eigenen Biodiversitätsziele auch nicht unbedingt eingehalten oder sind dabei, sie einzuhalten”, sagte Waitz mit Verweis auf die am Montag gestartete UNO-Biodiversitätskonferenz (CBD COP 17) in Armenien. Die EU könne darum dort nicht mit dem “Finger auf andere Staaten zeigen”, betonte er.
“Im Moment hier im Haus heißt es Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz und das ist wichtiger als alles andere”, sagte Waitz zur APA. “Ich kenne nur einen Planeten, der bewohnbar ist”, so der EU-Abgeordnete. “Also wäre es klug, wenn wir auf unsere Biodiversität, auf unser Ökosystem so weit schauen, dass es uns trägt, zumindest weiterhin.” Die EU müsse die Biodiversitätskrise ernst nehmen.
Waitz erwartet sich “ehrliche Feststellung der Situation” in Armenien
Wobei Waitz auch betonte: “Es sind leider derzeit alle Prozesse der Vereinten Nationen (UNO) auch Opfer des Wütens von US-Präsident Donald Trump und seiner Administration.” Dennoch sei es wichtig, “dass nach wie vor gesprochen wird”.
Er erwarte sich in Jerewan eine “ehrliche Feststellung der Situation”. “Und dass sichtbar wird, dass Wissenschaft immer noch ein politisches Leitmotiv sein sollte und keine lästige Zusatzmeinung”, so Waitz. Um eine “regelbasierte Welt wieder auf die Beine zu stellen”, brauche es jedoch insgesamt auch deutlich mehr Anstrengungen als “eine Konferenz in Armenien”, hielt er fest.
Bestandsaufnahme geplant
Österreich wird bei der alle zwei Jahre stattfindenden Artenschutzkonferenz durch Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) vertreten und gehört zur großen Mehrheit der 196 Staaten, die ihre nationale Biodiversitätsstrategie (NBSAPs) samt nationaler Umsetzung eingereicht haben, um die Bestandsaufnahme auch zu ermöglichen.
Im Zentrum der Konferenz, die unter dem Motto “Taking action for nature” an den Start geht, dürfte die erste globale Bestandsaufnahme des “30×30”-Ziels stehen. Auf dieses Ziel, bis 2030 insgesamt 30 Prozent der Erde unter Schutz zu stellen, hatten sich die rund 190 Staaten vor vier Jahren geeinigt. Die Konferenz läuft noch bis zum 30. Oktober.