Weiterer Schuldspruch in Prozess um Drogenherstellversuche

30.10.2026 • 14:17 Uhr
Weiterer Schuldspruch in Prozess um Drogenherstellversuche

Ein 32-Jähriger ist am Freitag in Krems in einem Prozess nach dem Suchtmittelgesetz zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Gerichtsangaben zufolge ist der Schuldspruch bereits rechtskräftig. Dem Zweitangeklagten in der Causa wurde vorgeworfen, dass er mit einem Priester und zwei weiteren Männern in einem Pfarrhof im Waldviertel Crystal Meth herstellen wollte. Der Geistliche und die beiden weiteren Beschuldigten sind ebenfalls bereits rechtskräftig verurteilt.

Konkret angelastet wurde dem Zweitangeklagten, dass er sich zu zwei Drogen-Herstellversuchen in der Pfarrwohnung eingefunden haben soll, am 13. Juli 2024 und in der Nacht auf den 21. Juli desselben Jahres. Zudem dürfte der 32-Jährige auch Drogenausgangsstoffe in seiner Wohnung gelagert haben. Aus juristischer Sicht vorgeworfen wurde ihm daher unerlaubter Umgang mit Drogenausgangsstoffen.

Bereits am 23. Oktober 2025 war der Iraker nicht zur Verhandlung in Krems erschienen, auch am 1. Dezember des Vorjahres und zuletzt am 14. September blieb er fern. Diesmal musste daher zu drastischeren Mitteln gegriffen werden. “Der Angeklagte wurde zu dem Termin zwangsweise durch die Polizei vorgeführt”, teilte das Landesgericht Krems der APA mit. Einbezogen und mitverhandelt wurde am Freitag Gerichtsangaben zufolge auch eine weitere Straftat aus Wien, hier ging es um das Vergehen des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften. Der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel.

Crystal Meth sollte mit Substanzen aus dem Internet hergestellt werden

Der Hauptbeschuldigte in dem Fall, ein heute 40-jähriger nunmehriger Ex-Priester aus Polen, soll gemeinsam mit einem 25-Jährigen im Juni und Juli 2024 diverse Drogenausgangsstoffe im Internet bestellt haben. Geordert wurden konkret zehn Liter Salzsäure, eineinhalb Liter Diethylether und drei Liter Aceton. Nach der Lieferung an eine Paketstation in Tschechien wurden die Substanzen abgeholt und ins Waldviertel gebracht, um laut Strafantrag ein Kilo Crystal Meth zu produzieren. Aufbewahrt wurden die Drogenausgangsstoffe in der Pfarrwohnung des 40-Jährigen. Dort sollen auch die beiden Herstellungsversuche von Methamphetamin über die Bühne gegangen sein. Nachdem die Produktion misslang, soll der Zweitangeklagte Chemikalien von 22. bis 25. Juli 2024 bei sich daheim gelagert haben.

Ein Zeuge brachte später Ermittlungen ins Rollen, weil er in der Wohnung des 40-Jährigen Chemikaliengeruch bemerkt und Laborequipment entdeckt hatte. Nach einer Hausdurchsuchung im betroffenen Pfarrhof war der Fall im Juli 2024 medial bekannt geworden, Festnahmen folgten. Mit den verwendeten Substanzen und der Anleitung hätte die Herstellung von Crystal Meth laut Gutachten jedoch ohnehin nicht funktioniert.

Im Prozess am 23. Oktober des Vorjahres erhielten der frühere Priester und ein 25-jähriger Mitangeklagter teilbedingte Haftstrafen in Höhe von 22 bzw. 15 Monaten. Dem Geistlichen wurden 19 Monate bedingt nachgesehen, beim Mitbeschuldigten waren es 13. Die mehrmonatige U-Haft wurde jeweils angerechnet, damit mussten die Männer nicht ins Gefängnis. Ein weiterer 25-Jähriger bekam sechs Monate auf Bewährung. Die drei Urteile sind ebenfalls bereits rechtskräftig.