Wien schnürt wieder Winterpaket für Obdachlose

30.10.2026 • 13:10 Uhr
Wien schnürt wieder Winterpaket für Obdachlose

In Wien ist vor dem Beginn der kalten Jahreszeit das Unterstützungsangebot für obdachlose Menschen wieder aufgestockt worden. Im Rahmen des Winterpakets des Fonds Soziales Wien werden 1.000 zusätzliche Plätze für Einzelpersonen und Paare sowie Unterkünfte für 38 Familien bereitgestellt. Die Notquartiere haben dabei nicht nur in der Nacht, sondern 24 Stunden geöffnet. Wärmestuben für Tagesaufenthalte ergänzen das Angebot.

Das Winterpaket wird zentral durch den FSW koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen wie Arbeiter-Samariterbund, Caritas, Johannitern, Volkshilfe und Rotem Kreuz umgesetzt. Im Vorjahr nutzten rund 2.900 Menschen das saisonale Angebot. “Große Herausforderung waren im letzten Winter anhaltende Kälteperioden, in denen wir rasch mit Aufstockungen reagiert haben”, erläuterte FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler am Freitag bei einem Medientermin in einem Quartier in Floridsdorf.

Einrichtung in Floridsdorf erstmals dabei

Die Einrichtung in der Siemensstraße ist heuer erstmals Teil des Winterpakets. Es wird von der FSW-Tochtergesellschaft FSW Obdach betrieben. Zum Start stehen dort 180 Plätze für Einzelpersonen und Paare zur Verfügung. Bei längeren Kälteperioden oder Auslastungsspitzen könnten die Kapazitäten am Standort rasch erweitert werden, wurde betont.

Laut FSW hat sich in den vergangenen fünf Jahren der Anteil der weiblichen Nutzerinnen des Pakets auf rund ein Sechstel erhöht. Somit wird es heuer erneut gezielt Angebote für Frauen geben. Ein Notquartier wird ausschließlich für sie zur Verfügung stehen. In anderen gibt es abgetrennte Frauenbereiche.

Insgesamt finanziert der FSW in Wien ganzjährig rund 4.630 Plätze und 2.440 Betreuungseinheiten in der Obdachlosenhilfe. 2025 nutzten 13.260 Personen deren Angebote. Die Stadt hat dafür im Vorjahr rund 166 Mio. Euro aufgewendet.

“Niemand soll bei lebensgefährlichen Temperaturen in unserer Stadt auf der Straße schlafen müssen und damit sein Leben riskieren”, betonte Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Die soziale Sicherheit einer Stadt, so befand auch NEOS-Sozialsprecherin Arabel Bernecker-Thiel, zeige sich dort, wo Menschen besonders verletzlich seien. Deshalb brauche es verlässliche Angebote wie das FSW-Winterpaket.