Wo das Schnitzel seinen Stammplatz hat

Von Schnitzel und Käsespätzle bis zum rund 130 Jahre alten Weinkeller: Im Gasthaus zum Schützen lebt die Tradition weiter.
Von außen wirkt das Gasthaus zum Schützen in St. Arbogast rustikal und einladend. Innen geht es gemütlich weiter: Pächter und Geschäftsführer Réne Haverland beschreibt die Einrichtung als „heimelig“. Neben dem Eingang informiert eine Tafel über die Geschichte des Hauses. Es wurde um 1876 von Anton Längle erbaut und liegt direkt neben der Wallfahrtskirche St. Arbogast. Die Familie Längle stammt ursprünglich aus der Ostschweiz und ließ sich um 1650 in St. Arbogast nieder. Zum Anwesen gehörte auch ein Schießstand, der 1882 eingeweiht wurde. Außerdem gibt es einen rund 130 Jahre alter Weinkeller. Die alten Steine und die niedrige Decke geben ihm einen besonderen Charakter. Genutzt wird er für private Veranstaltungen.
Bei normaler Bestuhlung finden in der Gaststube 55 Gäste Platz. Im Sommer kommen auf der Terrasse weitere 80 Sitzplätze dazu. Für Feiern stehen auch ein Pavillon und ein Garten als Veranstaltungsort im Freien zur Verfügung. Das Gasthaus richtet auch private Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen aus.

Ein Platz für alle
Eines ist klar: Im Gasthaus zum Schützen ist Platz für alle Arten von Gästen – Wanderer, Radfahrer und Familien mit Kindern. Auch Gäste mit Hunden sind willkommen. Haverland hat selbst zwei Golden Retriever. „Wir lieben Hunde“, sagt er. Dass sich unterschiedliche Gäste im Haus wohlfühlen sollen, passt zu seiner Vorstellung von einem Gasthaus: Es soll ein Ort sein, an dem Menschen einkehren und gerne wiederkommen.

Vorarlberg im Herzen
Haverland kam vor knapp 20 Jahren aus Deutschland nach Vorarlberg. Seine erste Saisonstelle hatte er in St. Anton am Arlberg. Die Wintersaison gefiel ihm so gut, dass er seinen damaligen Chef nach einer Sommerstelle fragte. Über ihn kam er zum Wirtshaus am See in Bregenz. Fünf Jahre lang arbeitete er abwechselnd in den beiden Betrieben. Seine Unterkünfte seien oft nur kleine Zimmer oder Apartments gewesen. „Man hat mehr gearbeitet als gelebt“, so Haverland. Schließlich entschied er sich, ganz nach Vorarlberg zu ziehen.
Vorarlberg war schon immer ein besonderer Ort für Haverland. „Mein Herz ist in Vorarlberg. Ich fühle mich hier einfach wohl. Ich liebe die Menschen, ich liebe die Region.“ Als das Schild auftauchte, dass für das Gasthaus zum Schützen ein Pächter gesucht wurde, besichtigte Haverland das Haus. Einen Tag später hat er sich schon entschieden: „Das gefällt mir, das möchte ich gerne probieren.“
Am 15. Juli übernahm er dann das Gasthaus. Bis zur Eröffnung am 1. August wurde geputzt, gewaschen und eingerichtet. Währenddessen wurden alle Türen und Fenster offengelassen – für alle, die Fragen hatten. Die ersten Gäste wollten wissen, was sie im Gasthaus künftig erwarten würde – wird es wohl ein chinesisches oder ein italienisches Restaurant? Haverlands Antwort war klar: „Es ist und bleibt ein Gasthaus, es gibt eine Gastküche hier und die Tradition muss man einfach behalten.“

Klassiker auf der Karte
Die Speisekarte ist auf das Haus abgestimmt. Darauf stehen Klassiker wie Schnitzel, Käsespätzle und Zwiebelrostbraten. Die Karte ist bewusst kleiner gehalten und wechselt jeden Monat, damit saisonale Gerichte Platz finden. „Lieber klein und fein mit viel Abwechslung“, erzählt Haverland. So soll die Küche überschaubar bleiben und die Gäste sollen nicht lange auf ihr Essen warten.

Dass das Schnitzel bei vielen Gästen besonders beliebt ist, zeigt sich auch bei den Themenwochen. Als Haverland für die Schlachtpartie eine eigene Karte zusammengestellt hatte, kam gleich die Frage: „Gibt es nur das? Gibt es kein Schnitzel?“ Auch während der Wildwoche mit fünf Wildgerichten und zwei Vorspeisen blieb das Schnitzel gefragt. „Bei jedem Tisch ist mindestens einer dabei, der kein Wild isst, aber Schnitzel mit Spätzle haben möchte.“
Im November ist eine Gänsewoche geplant. Die wechselnden Angebote ergänzen die reguläre Karte, auf der die vertrauten Gerichte ihren Platz behalten. Somit gibt es Neues zu entdecken, während der Klassiker für jene bereitsteht, die genau deswegen einkehren.
Zum Angebot gehört auch Wein. Haverland ist Weinsommelier und hat für das Gasthaus vor allem österreichische Weine ausgewählt. Nur ein Wein kommt aus Deutschland. „In Österreich gibt es wirklich einige tolle Weine“, sagt er.

Platz für neue Ideen
Zurzeit arbeiten Haverland und Sigit Astianto Saputra als Inhaber und Geschäftsführer selbst im Betrieb. Unterstützt werden sie von einem Kellner und einer Aushilfe. Gesucht werden weitere Mitarbeitende, darunter Küchenhilfen und Aushilfen für den Service. Wer sich für die Arbeit interessiert, könne sich gerne melden. Haverland ist zudem Lehrausbildner für Koch und Kellner. Er möchte gerne Lehrlinge aufnehmen und wartet noch auf die Prüfung, die dafür notwendig ist.

Für die Zukunft gibt es bereits weitere Ideen: Zum Haus gehört ein kleiner Stadel, der zu einer Fonduehütte umgestaltet werden soll, und auf der Terrasse laden im Sommer zwei große Sonnenschirme zum draußen Sitzen ein.
Seit der Übernahme gehe es stetig bergauf, erzählt Haverland. Alte Stammgäste kommen wieder, viele sind begeistert und kehren regelmäßig zurück. Was er sich für den Betrieb wünscht, fasst er schlicht zusammen: „Dass das Geschäft immer läuft, die Leute zufrieden sind und gerne wiederkommen – jeder soll sich wohlfühlen.“
Zum Schützen
Öffnungszeiten und Kontakt
Adresse: Montfortstraße 75, 6840 Götzis
Tel. 05523/62201
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 11:30 bis 14:00 Uhr und 16:30 bis 22:00 Uhr, Freitag und Samstag 11:30 bis 22:00 Uhr, Sonntag 11:30 bis 18:00 Uhr, Montag und Dienstag geschlosssen.