Aushubdeponie in Feldkirch: Gutachten, Gespräche und ein Sponsoring, das für Gesprächsstoff sorgt

22.10.2026 • 08:46 Uhr
Aushubdeponie in Feldkirch: Gutachten, Gespräche und ein Sponsoring, das für Gesprächsstoff sorgt
Hier im Tisner Ried soll die Bodenaushubdeponie entstehen. Hartinger

Die geplante Bodenaushubdeponie im Tisner Ried – mittlerweile gerichtsanhängig – sorgt weiter für Diskussionen. Während die Stadt mit dem Projektwerber weiterverhandelt und die Zufahrt prüfen lässt, ist nun auch ein Sponsoring für eine Veranstaltung der Tostner Feuerwehr Thema.

Obwohl der Streit um die geplante Bodenaushubdeponie im Tisner und Tostner Ried mittlerweile beim Landesverwaltungsgericht liegt, laufen weiterhin Gespräche zwischen der Stadt Feldkirch und Projektwerber Wilhelm Hager, der das gleichnamige Bauunternehmen im Bregenzerwald führt. Im Raum steht, dass künftig ausschließlich Bodenaushub aus Feldkirch angeliefert werden darf und Lkw frühestens ab 8 Uhr fahren sollen. Auf NEUE-Anfrage bestätigt die Stadt zwar entsprechende Gespräche, stellt aber klar: „Es gibt derzeit keine Vereinbarung.“ Auch die Beschwerde gegen den Genehmigungsbescheid der Bezirkshauptmannschaft bleibt aufrecht.

Zufahrt wird geprüft

Unterdessen hat die Stadt nach Informationen der NEUE ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, ob die Zufahrtsstraße zur Deponie (Werdenbergstraße) dem Schwerverkehr standhält. Hintergrund sind mögliche Straßenschäden und damit verbundene Sanierungskosten nach Ablauf der zehnjährigen Deponienutzung.

Sponsoring

Einen bemerkenswerten Nebenschauplatz gab es am vergangenen Wochenende beim Herbstfest der Freiwilligen Feuerwehr Tosters. Die Hager Bau GmbH gehörte neben mehreren anderen Unternehmen zu den Sponsoren der Veranstaltung, bei der auch eine Atemschutzleistungsprüfung mit mehr als 60 Feuerwehrtrupps aus dem ganzen Land und eine Fahrzeugsegnung auf dem Programm standen. Ein entsprechendes Werbetransparent war beim Fest zu sehen.

Aushubdeponie in Feldkirch: Gutachten, Gespräche und ein Sponsoring, das für Gesprächsstoff sorgt
Feuerwehrkommandant und Ortsvorsteher Daniel Peter. Stadt Feldkirch


Interessant ist dabei die Doppelfunktion von Daniel Peter: Er ist nicht nur Kommandant der Tostner Feuerwehr, sondern zugleich Ortsvorsteher und hatte sich in dieser Funktion bereits kritisch gegenüber der geplanten Aushubeponie geäußert. Eine schiefe Optik sieht Peter dennoch nicht. Mit dem Sponsoring habe er persönlich nichts zu tun gehabt, erklärt er gegenüber der NEUE. Er habe erst am Tag des Festes davon erfahren und sei grundsätzlich froh über jedes Unternehmen, das die Feuerwehr unterstütze. Die Debatte um die Aushubdeponie Deponie ziehe sich mittlerweile auch durch die Feuerwehr Tosters, sagt der Kommandant und Ortsvorsteher. Wer den Kontakt zum Projektwerber wegen des Sponsorings hergestellt hat, ist nicht bekannt.

Das Projekt

Die geplante Deponie umfasst knapp 28.000 Quadratmeter. Über zehn Jahre sollen dort 43.100 Kubikmeter Bodenaushub abgelagert werden. Im Frühjahr 2025 war das Vorhaben kurz vor den Gemeindewahlen öffentlich für beendet erklärt worden. Wie die NEUE heuer aufdeckte, wurde das Verfahren jedoch weitergeführt. Nach der Genehmigung durch die BH und neuerlichen Protesten beschloss der Stadtrat, den Bescheid anzufechten.

Unterdessen machen die Deponiegegner, wie berichtet, mit einer Online-Petition weiter mobil. Die von Peter Ulmer gestartete Initiative zählt mittlerweile rund 1500 Unterschriften. Neben den Auswirkungen auf das Naherholungsgebiet befürchten sie, dass eine Genehmigung Begehrlichkeiten für weitere Deponien wecken könnte.