Wiener Asyl-Programm Jugendcollege laut Stadt erfolgreich

Die Stadt Wien hat am Montag eine positive Bilanz des Schulungs-Programms Jugendcollege gezogen. Das Angebot für junge Asylberechtigte bzw. subsidiär Schutzberechtigte wurde für die Förderperiode 2024/25 evaluiert. 51 Prozent der Teilnehmenden konnten in einen Job oder eine weitere Ausbildung übernommen werden, teilten Vizebürgermeisterin Barbara Novak und Sozialstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) mit. Einsparungen ergaben sich dadurch etwa bei der Mindestsicherung.
“Durch Qualifikation in Beschäftigung kommen”, so lautet laut Novak das Ziel der Integrationsinitiative. Umgesetzt wird das Instrument vom Arbeitsmarktservice Wien und der Sozialabteilung MA 40. Aufgebaut ist das College modular. 30 Wochenstunden sind dabei zu absolvieren. Unterrichtet werden junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, und zwar durchschnittlich ein halbes Jahr.
Basiskenntnisse werden vermittelt
Im Mittelpunkt stehen laut Stadt Basiskenntnisse nicht nur was den Spracherwerb betrifft, sondern auch in Bereichen wie Berufskunde, Wertevermittlung oder Finanzbildung. Dazu wird sozialpädagogische Begleitung angeboten. Die Angebote variieren, da auch auf das jeweilige Deutschniveau Rücksicht genommen wird.
Im evaluierten Zeitraum traten 6.129 Personen in das Jugendcollege ein. 4.702 waren regulär anwesend, der Rest trat vorzeitig aus. Ein Teil der Abbrüche geht jedoch auf Arbeitsaufnahmen zurück, wie betont wurde. Auch Erkrankungen sorgten für Abwesenheiten. Zu viele Fehlstunden wiesen nur rund ein Prozent der Betroffenen auf. Sie müssen mit Sanktionen wie der schrittweisen Reduktion oder dem Entzug der Mindestsicherung rechnen.
Oft keine Mindestsicherung mehr benötigt
Ein großer Teil hat diese Unterstützung auch nicht mehr nötig, wie heute hervorgehoben wurde. Fast 3.000 Personen beziehen nach dem Absolvieren des Programms keine Unterstützung in Form der Mindestsicherung mehr. Insgesamt konnten knapp mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Beschäftigung oder in eine Ausbildung vermittelt werden. 120 begannen etwa eine überbetriebliche Lehre.
“Die Mindestsicherung soll ein Sprungbrett sein, sie soll eine Basis sein, von der man wegspringen kann”, sagte Hacker. Damit sie nicht dauerhaft bezogen werde, seien Projekte wie das Jugendcollege besonders zielführend, betonte er.
Trotzdem, so gab der Ressortchef zu bedenken, würden noch immer vier von zehn jungen Menschen davon nicht profitieren. Hier sei weiter “Hirnschmalz” nötig. Und es sei auch weiter Unterstützung durch das AMS notwendig, appellierte er an den Bund, für die entsprechende Finanzierung zu sorgen.