Wiener Zinshausmarkt 2025 spürbar belebt

23.03.2026 • 12:28 Uhr
Wiener Zinshausmarkt 2025 spürbar belebt

Zinshäuser in Wien sind wieder deutlich gefragter. Im abgelaufenen Jahr hat das Verkaufsvolumen gegenüber 2024 um fast ein Fünftel (19 Prozent) auf rund 1,04 Mrd. Euro zugelegt und damit erstmals seit 2022 wieder die Milliardenschwelle überschritten. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht von Otto Immobilien hervor, der am Montag präsentiert wurde. Die Zahl der Transaktionen erhöhte sich demnach um 18 Prozent auf 348. Die Preise hätten sich insgesamt stabilisiert.

“Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen”, betonte Geschäftsführer Eugen Otto. “Nicht nur das Volumen, sondern auch die Transaktionsanzahl ist gestiegen – ein Signal, dass sich das Vertrauen der Investoren verstärkt.”

Vereinzelt wieder steigende Preise

Bei den Preisen sieht das Immo-Beratungsunternehmen “die Talsohle durchschritten” und – erstmals seit Jahren wieder Aufwärtsbewegungen in einzelnen Bezirken. Konkret seien die Mindestpreise 2025 gegenüber dem Jahr davor im 1. (Innere Stadt), 4. (Wieden) und 9. Bezirk (Alsergrund) zwischen 2 und 6 Prozent nach oben gegangen. Die Maximalpreise hätten sich im Bezirksdurchschnitt um rund 1 Prozent erhöht – im 4. und 9. Bezirk sogar um durchschnittlich 8 Prozent.

Insgesamt liege der Minimalpreis aktuell bei 1.540 Euro pro Quadratmeter, die Maximalpreise in Toplagen erreichten bis zu 10.557 Euro.

Firmen als Käufer und Verkäufer

Unternehmen hätten das Marktgeschehen im zweiten Halbjahr 2025 als Käufer und Verkäufer dominiert. Auf Käuferseite seien 90 Prozent des Transaktionsvolumen auf juristische Personen entfallen – ein Plus von 18 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr davor; auf Verkäuferseite seien 72 Prozent juristische Personen gewesen (plus 12 Prozent).

“Die Rückkehr der Zinshausentwickler und das gestiegene Interesse institutioneller Verkäufe, die das freundlichere Marktumfeld für langfristig aufgeschobene Transaktionen nutzen, beleben den Markt spürbar”, erklärte der Leiter Investment bei Otto Immobilien, Philipp Maisel.

Die Durchschnittsrendite am Wiener Zinshausmarkt betrug den Angaben zufolge 3,15 Prozent. In den Außenbezirken hätten bis zu 3 und 4 Prozent erreicht werden können, in den inneren Bezirken bis zu 1,4 und 2,4 Prozent.

Weniger Zinshäuser aus der Gründerzeit

Die Zahl der verfügbaren Zinshäuser aus der Gründerzeit sinkt. So habe sich der Bestand im abgelaufenen Jahr um 42 Objekte auf 13.346 Häuser verringert. Seit Beginn der Erhebungen 2009 seien es um rund 14 Prozent bzw. 2.182 Objekte weniger. Grund dafür sei hauptsächlich die Umwandlung in Wohnungseigentum durch Parifizierung. Aber auch Nutzungsänderungen – beispielsweise die Umwidmung zur Hotelnutzung – spielten eine Rolle. “Abrisse sind hingegen selten”, hält das Immobilienberatungsunternehmen fest.

Die weitere Marktentwicklung schätzt Otto Immobilien positiv ein. Im ersten Quartal habe das Zinshaus-Team eine “deutlich höhere Anzahl an Anfragen” sowohl professioneller als auch privater Kundinnen und Kunden verzeichnet. “Die Marktstimmung hat sich in den letzten Quartalen spürbar aufgehellt”, berichtete Maisel. “Von Rekordwerten wie in den Jahren 2021 und 2022 ist der Zinshausmarkt zwar noch entfernt, wir erwarten aber, dass sich die Erholung fortsetzt und rechnen heuer mit einem weiteren Wachstum des Transaktionsvolumens”, relativierte Research-Leiter Martin Denner. In einzelnen Bezirken sollte es laut Maisel erneut zu Preisanstiegen kommen.