Wiens Pfleghäuser setzen auf Spezialisierung

24.06.2026 • 17:58 Uhr
Wiens Pfleghäuser setzen auf Spezialisierung

Die städtischen Wiener Pflegewohnhäuser erhalten eine neue Struktur. Vorgesehen ist eine Spezialisierung. Vier Standorte des Gesundheitsverbunds (Wigev) werden künftig als geriatrische Kliniken geführt, in denen schwer erkrankte ältere Menschen medizinisch versorgt werden. Die fünf anderen werden zu klassischen Pflegeeinrichtungen. Derzeit werden in den Anstalten oft beide Leistungen angeboten.

Das Mischsystem wird nun abgelöst. Wie Wigev-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, der Leiter der Wigev-Pflegeeinrichtungen, Günter Bauer, und die Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien, Anita Bauer, im Gespräch mit Medienvertretern erläuterten, soll die entsprechende Umsetzung bis 2031 schrittweise erfolgen. Anlass für die Maßnahme ist vor allem der demografische Wandel, hieß es.

Zielgerichtete Versorgung

Denn die Wienerinnen und Wiener werden immer älter. Das führe aber auch dazu, dass Erkrankungen oder chronische Leiden häufiger und schwerer würden, berichtete Kölldorfer-Leitgeb. Die Behandlung der Betroffenen werde immer komplexer. In den Wigev-Niederlassungen werden derzeit rund 2.400 Menschen versorgt. Die Trennung der Aufgabenbereiche soll künftig eine noch zielgerichtetere Versorgung ermöglichen, betonte die Wigev-Chefin.

Konkret werden die Standorte Leopoldstadt, Simmering, Baumgarten und Donaustadt zu reinen geriatrischen Kliniken. Auch das Wigev-Therapiezentrum in Ybbs fällt in diese Kategorie. Dort verändert sich der Aufgabenbereich, nämlich die gerontopsychiatrische Versorgung, allerdings nicht.

Rund 1.490 Betten in den Kliniken

Insgesamt rund 1.490 Betten sind in den Kliniken vorgesehen. Akut-Geriatrie oder Spezialversorgung etwa von Wachkomapatienten gehören zum Leistungsspektrum dieser Häuser. Formell haben sie den Status einer Sonderkrankenanstalt. Sie entsprechen also einem Spitalsbetrieb.

Als Pflegewohnhäuser fungieren in Zukunft die Standorte Floridsdorf, Innerfavoriten, Liesing, Meidling und Rudolfsheim-Fünfhaus. Etwa 1.280 Plätze soll es dort geben. Die Einrichtungen fallen künftig in die Kategorie Pflegeeinrichtung nach dem Wohn- und Pflegeheimgesetz.

Die Zuweisungen erfolgen hier über den Fonds Soziales Wien. Dieser fördert in der Stadt insgesamt 17.200 stationäre Pflegeplätze. Ein Ausbau findet hier aktuell auch bei anderen Trägern, etwa den Pensionistenwohnhäusern (“Häusern zum Leben”), statt.

Gedacht ist die Maßnahme nicht zuletzt als eine Entlastung der Akutspitäler, wie betont wird. In den Geriatrie-Kliniken soll etwa die Weiterbehandlung nach einem Sturz durchgeführt werden. Im Wigev geht man zudem davon aus, dass die Akutbetten in den geriatrischen Kliniken etwas günstiger betrieben werden können als in einem Krankenhaus.