Zahl der Toten bei Erdbeben in Venezuela auf 235 gestiegen

Nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der bestätigten Toten auf 235 gestiegen. Das gab Gesundheitsminister Carlos Alvarado am Donnerstag (Ortszeit) bekannt. Noch immer ist das ganze Ausmaß der Katastrophe nicht abschätzbar. Washington mobilisierte 150 Millionen US-Dollar (132 Mio. Euro), US-Präsident Donald Trump bekräftigte bei einem Abendessen mit Farmern im Weißen Haus, dass sein Land Venezuela helfen werde. Auch das US-Militär soll dabei unterstützen.
Unter anderem seien ein amphibisches Transportschiff, ein Küstenkampfschiff und Transportflugzeuge bereitgestellt worden, teilte das zuständige US-Regionalkommando Southcom mit. Kanada sagte laut Angaben des Außenministeriums in Ottawa 5 Millionen kanadische Dollar (3 Mio. Euro) humanitäre Hilfe zu. Internationale Hilfsteams mit Spürhunden bereiten sich auf den Einsatz in Venezuela vor.
Mexiko schickt ein 250-köpfiges Team aus Rettungskräften und Medizinern mit vier Flugzeugen nach Venezuela, wie Präsidentin Claudia Sheinbaum mitteilte. Fünf Spürhunde und eine Drohne seien ebenfalls Teil des Einsatzes. “Sobald sie dort angekommen sind und gemeinsam mit den venezolanischen Behörden eine Lagebeurteilung vorgenommen haben, werden wir sehen, welche zusätzliche Hilfe sie benötigen”, sagte Sheinbaum.
Schwerste Naturkatastrophe seit Jahrzehnten in Venezuela
Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwoch den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von nur 39 Sekunden. Es sei die schwerste Naturkatastrophe, die Venezuela in den vergangenen 30 Jahren erlebt habe, sagte Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung und Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez. 250 Gebäude seien komplett zerstört oder beschädigt worden. Acht Krankenhäuser, 20 Einkaufszentren und 68 öffentliche Infrastruktureinrichtungen seien betroffen.
Schwere Schäden gab es besonders im Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste. Delcy Rodríguez reiste ins Katastrophengebiet. Auch in der Hauptstadt Caracas und in anderen Regionen stürzten laut Behördenangaben Gebäude ein. Viele Überlebende haben ihr Zuhause verloren.