Zahl illegaler Grenzübertritte in EU heuer gesunken

Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die EU ist in den ersten sechs Monaten 2026 weiter zurückgegangen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der aufgedeckten Fälle laut am Freitag veröffentlichten Frontex-Zahlen um 37 Prozent. Nach vorläufigen Daten wurden mehr als 49.000 irreguläre Übertritte registriert. Der stärkste Rückgang war auf der westafrikanischen Route zu verzeichnen; hier kamen zwei Drittel weniger Menschen etwa aus Marokko oder Senegal an.
“Die Zahlen zeigen klar: Die europäische Migrationswende wirkt. Gegenüber dem Vorjahr minus 37 Prozent illegale Grenzübertritte – der Trend setzt sich fort”, kommentierte Migrationskommissar Magnus Brunner gegenüber der APA. Im gesamten Jahr 2025 war die Zahl um mehr als ein Viertel auf nahezu 178.000 gesunken. Der Rückgang heuer ist laut Europäischer Agentur für die Grenz- und Küstenwache auf die anhaltende Zusammenarbeit mit Partnerländern und auf Präventivmaßnahmen in wichtigen Herkunftsländern zurückzuführen. Dadurch würde die Zahl der Boote, die Kurs auf Europa nehmen, weiter sinken.
Auch die Umsetzung von Maßnahmen des neuen EU-Asyl- und Migrationspakts, der seit 12. Juni offiziell in Kraft ist, habe laut Frontex zu weniger Ankünften beigetragen. Der Pakt führt ein einheitliches Überprüfungsverfahren an den EU-Außengrenzen ein. Frontex-Beamte unterstützen die EU-Staaten bei zentralen Schritten des neuen Verfahrens, darunter die Feststellung der Staatsangehörigkeit der Ankommenden, die Erfassung biometrischer Daten und die Überprüfung von Dokumenten. Der neue Asylpakt hat zum Ziel, die irreguläre Migration in die EU einzuschränken und die Zusammenarbeit mit Drittstaaten zu verstärken.
Leijtens: Weniger Boote brechen auf
“Es brechen weniger Boote in Richtung Europa auf, und das ist das Ergebnis einer nachhaltigen Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Region. Doch hinter jeder Zahl steht ein Mensch, und immer noch kommen Menschen auf See ums Leben”, sagte Frontex-Exekutivdirektor Hans Leijtens laut Aussendung. Das östliche und das zentrale Mittelmeer waren in der ersten Hälfte 2026 weiterhin die am stärksten frequentierten Routen; hier wurden fast zwei Drittel aller irregulären Einreisen in die EU verzeichnet, die meisten aus Afghanistan, Bangladesch, Somalia und Sudan.
Über das östliche Mittelmeer wurde die Ankunft von mehr als 16.600 Menschen verzeichnet; um ein Fünftel weniger als in der ersten Hälfte 2025. Die Strecke von Libyen nach Kreta blieb der aktivste Abschnitt der Route und erfasste mehr als die Hälfte aller Ankünfte, noch vor den Landgrenzen zur Türkei und den Ägäischen Inseln. Aufgrund des besseren Wetters im Sommer werden im zweiten Semester wieder mehr Ankünfte über das Meer erwartet. Im zentralen Mittelmeer wurden rund 14.300 Ankünfte verzeichnet, weniger als die Hälfte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Weniger Menschen kommen auch über Westafrika (vor allem aus Marokko, Gambia, Senegal) nach Europa: Die Zahl der Aufgriffe sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 67 Prozent. Auf der westafrikanischen Route wurden rund 3.700 Aufgriffe verzeichnet, mit 67 Prozent der stärkste Rückgang aller Strecken. Über den Westbalkan kam ein Viertel Menschen weniger an. Das westliche Mittelmeer war die einzige wichtige Route, auf der ein Anstieg verzeichnet wurde: Die Zahl der Aufgriffe stieg um 17 Prozent, laut Frontex hauptsächlich aus Algerien.