Zentralasien und Afrika im Fokus der Auslandskultur

07.09.2026 • 13:43 Uhr
Zentralasien und Afrika im Fokus der Auslandskultur

Der für die im Außenministerium angesiedelte Auslandskultur zuständige Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) hat Zentralasien als einen von drei Schwerpunkten definiert. Der kulturelle Austausch wird nun mit der neuen Programmschiene “Trans Stans”, die der NEOS-Politiker am Montag bei einem Pressetermin vorstellte, intensiviert. Künstlerische Arbeiten, die daraus entstehen, werden in eine für 2028 geplante Ausstellung im Weltmuseum einfließen.

Je fünf bis sieben österreichische Künstlerinnen und Künstler werden im Zuge von drei Reisen die Möglichkeit bekommen, sich mit der Region auseinanderzusetzen. In Folge von Austausch und Recherche können die Teilnehmenden kreative Arbeiten entwickeln, die im kommenden Jahr realisiert und – in Gegenüberstellung mit Objekten der hauseigenen zentralasiatischen Sammlung – gezeigt werden, wie die Direktorin des Weltmuseums, Claudia Banz, der APA sagte. Laut Schellhorn wurden Reisen nach Kirgistan und Kasachstan bereits absolviert, für Oktober ist noch eine nach Usbekistan geplant. “Zentralasien sucht den Kontakt zu Europa, weil es zwischen Russland und China eingezwängt ist”, meinte Banz.

Neues Kulturforum in Accra eröffnet

Als weiteren Fokus hat der Staatssekretär neben dem Westbalkan auch Afrika auserkoren. Stolz zeigte er sich, dass im Februar in Accra, Hauptstadt von Ghana, ein neues Kulturforum eröffnet werden konnte. Damit hält man nun bei insgesamt 33 Kulturforen. Auch hier gibt es eine inhaltliche Kooperation mit dem Weltmuseum. Logisch für Banz insofern, als die afrikanische die größte Sammlung im zum KHM-Verband gehörenden Haus sei und man mit Herkunftsländern bzw. -gesellschaften gut vernetzt sei. Vorgesehen sind “dialog residencies”, wobei Provenienz dabei eine wichtige Rolle spielen wird. Mittelfristig will Banz eine Schau über die afrikanische Moderne machen, was aber noch “etwas Zukunftsmusik” sei.

Schellhorn verantwortet die Auslandskultur seit dem Antreten der Dreier-Koalition im Vorjahr. Derzeit liegt das Jahresbudget bei 5,84 Mio. Euro und dabei soll es auch in den nächsten beiden Jahren trotz Spardrucks bleiben. “Da haben wir gut verhandelt”, so Schellhorn. Man sei bisher sehr erfolgreich gewesen, verwies der Staatssekretär mit Blick auf das vergangene Jahr auf die mehr als 5.600 Veranstaltungen an rund 2.360 Orten weltweit für rund 10.000 Kunstschaffende und Wissenschafter. Und erfreut zeigte er sich auch, dass man bei der UNESCO “Verständnis herbeigeführt” habe und somit die Wiener Innenstadt Ende Juli von der Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen wurde.