Zwei Nester der Asiatischen Hornisse in Vorarlberg entdeckt

30.10.2026 • 10:02 Uhr
Zwei Nester der Asiatischen Hornisse in Vorarlberg entdeckt

Mit dem Einsatz von kleinen Funksendern sind in Vorarlberg zwei Nester der Asiatischen Hornisse ausfindig gemacht worden. Einzelne Tiere wurden mit solchen Sendern ausgestattet, die die Schädlingsbekämpfer letztlich zu zwei Nestern in Dornbirn führten. Nester der Asiatischen Hornisse sind sehr schwer auffindbar, da sie sich oft frei hängend in hohen Baumkronen befinden und durch dichtes Laub verdeckt werden. In weiterer Folge wurden die Hornissen per Wasserdampf getötet.

Die österreichweit ersten Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) waren im Juni in Lustenau ausgemacht worden. Im August wurde die Hornisse auch im Tiroler Bezirk Kitzbühel nachgewiesen. Die eingeschleppte Art ist für Menschen im Normalfall nicht gefährlich, kann bei gehäuftem Auftreten jedoch Bienenvölker (Honig- und Wildbienen) bedrohen. Im Spätsommer und Frühherbst umfasst ein Volk der Asiatischen Hornisse bis zu 2.000 Tiere. In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere hundert Honigbienen erbeuten. Die Asiatische Hornisse gilt in der EU als invasive Art, deren Ausbreitung bekämpft werden muss.

Viel Geduld und Know-how

Die Suche nach den Nestern in Dornbirn habe viel Geduld und fachliches Know-how erfordert, berichtete das Land Vorarlberg. Nachdem einzelne Asiatische Hornissen ausgemacht worden waren, beobachteten zunächst die Fachleute an Bienenständen, in welche Richtung die Hornissen flogen und wie lange sie bis zu ihrer Rückkehr benötigten. Anschließend wurden einzelnen gefangenen Tieren jeweils ein winziger Funksender auf den Rücken geklebt. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera kam zum Einsatz, auf den Aufnahmen heben sich die Nester jedoch kaum von der Umgebung ab.

Eines der Nester wurde schließlich in einem Baum in einem Waldstück im Dornbirner Ortsteil Wallenmahd ausgemacht, das zweite am Waldrand in Kehlegg. Dort war die erste Asiatische Hornisse am 20. September an einem Bienenstand aufgefallen. Die Nester hingen in rund 25 bis 30 Meter Höhe und hatten einen geschätzten Durchmesser von 65 bis 70 Zentimeter. Zur Beseitigung der Nester wurde ein Schädlingsbekämpfer beauftragt, der über lange Rohre heißen Wasserdampf einbrachte – diese Methode war schon im August in Tirol angewandt worden. Die Hitze tötet die Hornissen und ihre Brut ab, andere Tiere und die Umwelt werden aber geschont. “Auf den ersten Blick mag der große Aufwand für die Suche und Entfernung einzelner Nester überraschen. Dabei geht es um den Schutz unserer heimischen Bienenvölker”, betonte Vorarlbergs zuständiger Landesrat Christian Gantner (ÖVP).

Sichtungen bitte melden

Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse möglichst zu verhindern, bittet das Land Vorarlberg weiterhin, Sichtungen der Tiere zu melden. Das sei gerade jetzt im Herbst besonders wichtig: In diesen Wochen schlüpfen in den Nestern die jungen Königinnen. Diese überwintern versteckt und gründen im Frühjahr jeweils ein eigenes Volk. Aus einem einzigen großen Nest können so im nächsten Jahr zehn bis fünfzehn neue Nester entstehen.