Wenn die Booking.com-Nachricht zur Betrugsfalle wird

Derzeit erhalten viele Booking.com-Nutzer täuschend echte Nachrichten, die scheinbar von der Buchungsplattform oder ihrem Hotel stammen. Die Arbeiterkammer Vorarlberg warnt vor der Betrugsmasche und erklärt, worauf Betroffene jetzt achten sollten.
Die Sommerferien stehen vor der Tür und für viele Vorarlberger rückt der Urlaub in greifbare Nähe. Die Unterkunft ist längst gebucht, die Reise geplant, bis zur Abfahrt sind es oft nur noch wenige Tage. Umso größer ist die Verunsicherung, wenn plötzlich eine Nachricht von Booking.com oder scheinbar direkt vom gebuchten Hotel eintrifft. Darin wird erklärt, die Reservierung müsse aus Sicherheitsgründen noch einmal bestätigt werden, andernfalls drohe die Stornierung. Was viele zunächst für eine gewöhnliche Mitteilung halten, entpuppt sich derzeit immer öfter als Betrugsversuch.
Vorsicht vor gefälschten Buchungsbestätigungen
Vor der aktuellen Betrugswelle warnt auch Watchlist Internet, die Informationsplattform des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). Nach einem Cyberangriff auf Booking.com im April 2026 gelangten Kriminelle an Kontakt- und Reservierungsdaten, die sie seither gezielt für ihre Betrugsmasche nutzen. Hotelname, Reisezeitraum und teilweise sogar die persönliche Anrede stimmen mit der tatsächlichen Buchung überein und verleihen den Nachrichten eine Glaubwürdigkeit, die selbst vorsichtige Reisende täuschen kann.

Arbeiterkammer registriert zahlreiche Anfragen
Auch bei der Arbeiterkammer Vorarlberg gehen regelmäßig Anfragen verunsicherter Urlauber ein. „Die Anfragen kommen immer wieder wellenartig vor. Es ist anzunehmen, dass sie sich zur Urlaubszeit im Sommer besonders häufen, da viele Konsumentinnen und Konsumenten über Hotelbuchungen verfügen“, sagt Lisa Natter vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Vorarlberg.
Täuschend echte Nachrichten über WhatsApp und Booking.com
Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist über WhatsApp. Die Nachricht scheint direkt vom gebuchten Hotel zu stammen, nennt den Namen der Unterkunft und enthält das richtige An- und Abreisedatum. In der aktuellen Variante sprechen die Betrüger ihre Opfer teilweise sogar mit dem tatsächlichen Namen an. Dadurch entsteht der Eindruck, die Nachricht stehe tatsächlich im Zusammenhang mit der bevorstehenden Reise.

„Die Masche ist besonders perfide, weil eine derartige Nachricht über den offiziellen Chat von Booking.com gesendet wird. Die Nachrichten wirken seriös und vermitteln den Konsumentinnen und Konsumenten, dass sie vertrauenswürdig sind.“ Anschließend wird behauptet, die Identität müsse noch einmal bestätigt werden. Der Vorgang dauere weniger als eine Minute, eine Abbuchung erfolge nicht. Tatsächlich führt der Link jedoch auf eine Internetseite, die Booking.com täuschend ähnlich sieht. Weil dort Hotelname, Reisezeitraum und persönliche Anrede bereits eingetragen sind, wirkt auch dieser Schritt zunächst glaubwürdig. Wer seine Zahlungsdaten eingibt, übermittelt sie jedoch direkt an die Betrüger. Aus der angeblich nur vorübergehenden Reservierung wird eine tatsächliche Belastung der Kreditkarte oder des Kontos.

„Die Betrugsmasche ist deshalb besonders perfide, weil eine derartige Nachricht über den offiziellen Chat von Booking.com gesendet wird.“
Lisa Natter, AK Vorarlberg
Mit Zeitdruck zum schnellen Klick
Damit ihre Opfer möglichst rasch handeln, setzen die Täter gezielt auf Zeitdruck. Der Bestätigungslink sei nur vier Stunden gültig. Ohne neuerliche Bestätigung müsse die Reservierung überprüft werden. Teilweise wird sogar behauptet, dass sich der Preis ändern könne oder die Unterkunft zum gewünschten Zeitpunkt nicht mehr verfügbar sei.
„Ein weiteres Warnsignal ist, dass die Nachricht auf einen hohen Stressfaktor setzt, wie die Androhung einer Stornierung kurz vor Urlaubsantritt“, sagt Natter. Gerade kurz vor der Abreise könne das viele Menschen aus dem Konzept bringen und dazu verleiten, vorschnell zu handeln.
Warnsignale erkennen und Unterkunft direkt kontaktieren
Trotz der professionellen Aufmachung gibt es Hinweise auf den Betrug. Der Link führt nicht auf Booking.com, sondern auf eine andere Internetadresse. Außerdem werden Änderungen an einer Reservierung oder Zahlungsbestätigungen bei seriösen Buchungsplattformen direkt über das persönliche Kundenkonto abgewickelt und nicht über externe Links in Messenger-Nachrichten.
Nach Angaben der Arbeiterkammer können ähnliche Betrugsversuche grundsätzlich auch bei anderen Buchungsplattformen auftreten. „Der beste Weg ist immer die Unterkunft direkt zu kontaktieren. So gelangt man am besten zu der korrekten Information, ob die Nachricht tatsächlich von der Unterkunft stammt oder ob es wirklich ein Problem mit der Buchung gibt.“
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Was Betroffene jetzt tun sollten
Wer bereits Kreditkartendaten eingegeben oder eine Zahlung durchgeführt hat, sollte rasch reagieren. Die AK empfiehlt, sofort den Kreditkartenanbieter zu verständigen und die Karte sperren zu lassen. Wurde per Überweisung bezahlt, sollte umgehend die Bank kontaktiert werden. Zusätzlich sollten Booking.com, die Unterkunft und die Polizei informiert werden. Auch danach lohnt ein Blick auf Kreditkartenabrechnungen und Kontobewegungen, da weitere Betrugsversuche nicht ausgeschlossen sind.
„Kriminelle setzen darauf, Konsumenten in eine Stresssituation zu versetzen, in der vorschnell gehandelt wird. Man sollte sich von solchen Nachrichten nicht unter Druck setzen lassen, sondern in Ruhe prüfen, ob an der Nachricht tatsächlich etwas dran sein kann oder nicht.“
Drei Fragen an Lisa Natter, Konsumentenschutz AK Vorarlberg
Sind nur Nutzer von Booking.com von dieser Betrugsmasche betroffen?
Natter: Natürlich können ähnliche Betrugsversuche auch bei anderen Buchungsplattformen auftreten. Generell ist immer dann Vorsicht geboten, wenn über einen unbekannten Link weitere Daten eingegeben oder Zahlungen durchgeführt werden sollen. Deshalb lohnt es sich, bei jeder Buchungsplattform genau hinzusehen und Zahlungsaufforderungen kritisch zu hinterfragen. Im Zweifel sollte immer direkt mit der Unterkunft Kontakt aufgenommen werden.
Warum fallen selbst vorsichtige Urlauber auf die Masche herein?
Natter: Besonders perfide ist, dass die Nachrichten oft über den offiziellen Chat von Booking.com verschickt werden. Sie enthalten persönliche Buchungsdaten und wirken dadurch seriös und vertrauenswürdig. Gleichzeitig setzen die Online-Betrüger ihre Opfer unter Zeitdruck, indem sie mit einer Stornierung der Buchung drohen. Gerade kurz vor Reiseantritt reagieren viele Menschen deshalb vorschnell.
Besteht die Chance, bereits überwiesenes Geld zurückzubekommen?
Natter: Die Chancen stehen leider schlecht und hängen immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Umso wichtiger ist es, nach einer verdächtigen Zahlung sofort zu handeln. Der Kreditkartenanbieter sollte umgehend informiert und die Karte gesperrt werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Vorfall bei Booking.com und der Polizei zu melden.