Politik

SPÖ macht Wirbel um Stellenanzeige für KHBG-Geschäftsführung

26.10.2026 • 15:11 Uhr
SPÖ macht Wirbel um Stellenanzeige für KHBG-Geschäftsführung

SPÖ-Abgeordnete Auer und Einwallner stoßen sich nach Ungleichbehandlung von Spitalsärztinnen an fehlender Gehaltsangabe in Ausschreibung. Landeshauptmann Wallner geht in Anfragebeantwortung darauf ein.

Peter Fraunberger gibt im März 2027 die medizinische Leitung in der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) ab, Ende 2028 geht auch der zweite Geschäftsführer Gerald Fleisch. Bereits im Juni kommunizierte das Land der KHBG frühzeitig den Führungswechsel im Tochterunternehmen und kündigte eine Ausschreibung für zumindest eine der beiden Geschäftsführungsstellen an.

SPÖ macht Wirbel um Stellenanzeige für KHBG-Geschäftsführung
Gerald Fleisch wird die KHBG im übernächsten Jahr nach 24 Jahren als Geschäftsführer verlassen. Hartinger

Ebendiese Ausschreibung, die als Stellenanzeige in den regionalen Printmedien geschaltet wurde, sorgt für Kritik der SPÖ. Die Landtagsabgeordneten Manuela Auer und Reinhold Einwallner hinterfragen, warum eine konkrete Höhe des vorgesehenen Jahresbruttogehalts oder eine Gehaltsspanne in der Anzeige nicht angegeben werden. „Diese Ausschreibung erfolgt, nachdem der Landesvolksanwalt bereits mehrere Fälle von geschlechtsspezifischer Gehaltsdiskriminierung innerhalb der KHBG publik gemacht hat“, verweisen die beiden Sozialdemokraten auf die im Sommer bekannt gewordenen Fälle, über die auch die NEUE berichtete. In einer Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) wollten Auer und Einwallner klären, wie die von Landesregierung und KHBG angekündigten Grundsätze von Transparenz und Gleichbehandlung umgesetzt werden.

Maurice Shourot
Reinhold Einwallner und Manuela Auer stellten eine parlamentarische Anfrage an den Landeshauptmann und die Gesundheitslandesrätin. Shourot

Keine gesetzliche Verpflichtung

In der Beantwortung verweist der Landeshauptmann auf das Stellenbesetzungsgesetz des Bundes und die Vertragsschablonenverordnung, die bei Ausschreibungen von Geschäftsführungspositionen in mehrheitlich zum Landeseigentum gehörenden Unternehmen maßgeblich sind. „Die Angabe eines Mindestentgeltes ist in der Ausschreibung für diese Position nicht verpflichtend, wobei darauf hingewiesen wird, dass sich das Entgelt an fremdüblich vereinbarten Entgelten orientieren wird. Neben der Zurverfügungstellung eines Firmenwagens sind keine weiteren Vergütungen vorgesehen“, lässt Wallner durchblicken.

SPÖ macht Wirbel um Stellenanzeige für KHBG-Geschäftsführung
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) beantwortete die an ihn und Landesrätin Martina Rüscher gestellte Anfrage. Hartinger

Eine weitere Leitlinie ist selbstverständlich das Antidiskriminierungsgesetz, räumt er in der Anfragebeantwortung die von der SPÖ aufgebrachte Verbindung zum Fall der Lohndiskriminierung aus. Auch auf den Corporate Governance Kodex des Landes wird verwiesen, in dem die „Grundsätze guter Unternehmens- und Beteiligungsführung“ festgehalten werden.

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In der Stellenanzeige selbst wird festgehalten, welche Anforderungen die künftige KHBG-Geschäftsführung zu erfüllen hat: Gesucht wird eine „unternehmerische Führungspersönlichkeit mit strategischer Weitsicht, souveräner Entscheidungs- und Gestaltungskraft, Diplomatie und Durchsetzungsstärke auf höchster Ebene.“ Gewünscht ist ein „verbindlicher, klarer Führungsstil mit ausgeprägter Integrationsfähigkeit“ und „hohes Verantwortungsbewusstsein für Versorgung und Öffentlichkeit“. Auch der Abschluss eines relevanten Hochschulstudiums und Führungserfahrung in der Leitung eines Klinikverbundes, Krankenhauses oder einer „ähnlich komplexen Einrichtung“ werden gefordert.

Externe Abwicklung

Laut Anfragebeantwortung wird die Sichtung der Bewerbungen von einem externen Personalberatungsunternehmen durchgeführt und das Verfahren durch eine Hearingkommission abgewickelt. Diesen Samstag (31. Oktober) endet die Bewerbungsfrist.

SPÖ macht Wirbel um Stellenanzeige für KHBG-Geschäftsführung
Die Stellenanzeige der KHBG für eine neue Geschäftsführung wurde im September in den regionalen Medien geschalten. Screenshot

Zunächst war noch offen, ob die KHBG weiterhin von einer Doppelspitze geführt werden würde. In der Stellenbeschreibung ist jedenfalls die Rede von der „Gesamtverantwortung für die operative und strategische Führung der KHBG.“

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)