Eishockey-Standort Feldkirch ist farblos geworden

NEUE-Sportchef Hannes Mayer kommentiert im neusten Eisblog die Lage bei den Pioneers.
Drei Spiele noch, dann haben die Pioneers die nächste trostlose Saison überstanden. Am Mittwoch empfängt man den HC Pustertal, und das passend zur Saison mit einem kurzen Line-up. Es war zum dritten Mal in vier Jahren eine ernüchternde Spielzeit: Besserung ist nicht in Sicht, denn den Feldkirchern wird das immerhin stabile Gerüst an österreichischen Spielern wegbrechen. Michael Kernberger hat schon vor vielen Wochen für die kommende Saison in Innsbruck unterschrieben, was den „Machern“ in Feldkirch zu denken geben sollte; für die Play-offs wechselt Kernberger zum VSV. Ramón Schnetzer soll ebenfalls längst beschlossen haben, kein weiteres Jahr in Feldkirch zu vergeuden. Oskar Maier wiederum strebte bereits im Vorjahr einen Wechsel an, nun hat ihn nach NEUE-Informationen der KAC als einen Projektspieler im Auge, den man zum Top-Spieler ausbilden will. Dass Daniel Woger in dieser Saison kein Comeback mehr gab, soll derweil durchaus im Sinne der Pioneers gewesen sein, so sparte man sich dessen Gehalt – und das wird man auch in Zukunft, der seit heute 38-Jährige will den Spätherbst seiner Karriere wo anders verbringen. Kevin Macierzynski war auch einer, der sich im Vorjahr von einem Verbleib überzeugen ließ, in den vergangenen Wochen hat er sich intensiv um einen späten Wechsel bemüht. Der bald 34-Jährige hat im Sommer wohl die letzte Chance auf einen Neuanfang. Und auch David Madlener soll sich im Unklaren darüber sein, ob Feldkirch für ihn die richtige Station ist: Der Goalie hat hinter der löchrigen Defensive komplett die Schärfe verloren. Bei Madlener hängt ein Verbleib wohl wie bei Macierzynski von den Alternativen ab. So oder so brauchen die Montfortstädter für die kommende Saison mindestens vier neue österreichische Leistungsträger, was schwierig zu bewerkstelligen wird. Der Markt ist umkämpft, Feldkirchs Ruf überschaubar gut. Spieler wie Julian Metzler oder Luca Erne dürften mehr Verantwortung bekommen, obwohl Metzlers Karriere erheblich an Schwung verloren hat. Und dass man wieder viele neue Imports braucht, ist ohnehin klar, zumal mit Abstrichen von Collin Adams, der massiv von Kurzzeitverpflichtung Roberts Bukarts profitierte, kein Legionär überzeugt hat.

Greenbank kennt Feldkirch anders
Mehr als trübe fällt auch die allgemeine Bestandaufnahme zu den Pioneers aus. Der Zuschauerschnitt dümpelt bei 1622 Besuchern herum. Die PIV-Verantwortlichen haben aus Feldkirch einen völlig farblosen Eishockeystandort gemacht, der so uninteressant ist, dass man als Kommentator selbst schon auf eine kritische Auseinandersetzung verzichtet. VEU-Legende Kelly Greenbank muss bei seinem Besuch gegen Linz aus allen Wolken gefallen sein, so trostlos, wie sich die Szenerie in der Vorarlberghalle präsentierte: Der Mann kennt Feldkirch als Eishockey-Mekka.
Wie es um die Zukunft der Pioneers bestellt ist, lässt sich nicht abschätzen, Gerüchte gibt es viele: Vom Weiterwurschteln bis hin zum Komplettumbruch geben die Spekulationen alles her, verlässlich wirkt keine Erzählung. Kein Gerücht ist das Interesse aus Mailand an einem sofortigen ICE-Einstieg. Wie zu hören ist, will man die Gunst der Olympiastunde nutzen, als Spielort ist die zum Eisstadion umgebaute Messehalle im Gespräch.