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Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht

21.03.2026 • 22:08 Uhr
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Iker Romero schwört seine Spieler beim Test gegen Nordmazedonien am Samstag in der Arena Rieden ein. Das Spiel endete 30:30. GEPA/Lerch

Das österreichische Handball-Männer-Nationalteam absolvierte einen Lehrgang in Bregenz. ÖHB-Teamchef Iker Romero, als Spieler mit Spanien Weltmeister, im Sport-Talk.

Von Hannes Mayer und Henry Dünser
Als jemand, der wie Sie bei Barcelona Handball ge­spielt hat – ist man da eigentlich auch Fan des Fußballvereins FC Barcelona?
Iker Romero:
(lacht) Ich bin kein Fußballfan. Klar, ich war acht Jahre lang beim FC Barcelona, habe da zwei Mal die Champions League und viele Titel gewonnen, und ja, das war die Zeit von Messi. Wenn man so lange bei einem Klub war, wünscht man dem Verein natürlich alles Gute. Aber ich verfolge es nicht, wie sich die Fußballsparte des FC Barcelona schlägt.
Was mich gar nicht so sehr überrascht. Handballer haben oft wenig Berührungspunkte zum Fußball.
Romero: Das stimmt nicht immer, aber oft schon. (lacht) Mein Herz schlägt jedenfalls für Handball, vom Fußball verstehe ich sehr wenig. Ich wüsste auch nicht, wie der Fußballverein Barca in der Tabelle steht.

Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht
Iker Romero im Dress des FC Barcelona. EPA

Dann kommen wir doch zu Ihrem Metier: Sind Sie zufrieden damit, wie die Lehrgangswoche in Bregenz verlaufen ist?
Romero:
Ja, sehr. Wenn du eine ganze Woche hast und auch keine Qualispiele anstehen, kannst du dich wirklich in Ruhe und ohne Druck darauf fokussieren, als Team an deinen Stärken und deinen Schwächen zu arbeiten. Der Druck kommt früh genug, den haben wir dann im Mai bei den WM-Play-off-Spielen.

Die Tage in Bregenz waren wahrscheinlich durchgetaktet?
Romero:
Schon, aber du musst auch immer flexibel bleiben. Der Plan gibt dir nur den Rahmen vor. Wir haben bis Mittwoch den Fokus auf uns gerichtet und uns ab Donnerstag auf das Testspiel vom Samstag gegen Nordmazedonien vorbereitet. Ich denke, wir haben die Zeit sehr gut genutzt. Morgens stand nach dem Frühstück ein Vormittagstraining an, nach dem Mittagessen haben wir Team-Meetings abgehalten, meistens waren das Videoanalysen, danach folgte eine weitere Trainingseinheit. Wichtig ist auch immer, dass du die Belas­tungssteuerung im Blick hast. Wir sind mitten in der Saison, da musst du auch das richtige Trainingspensum finden. Wir hatten auch ein Teambuilding, am Freitagnachmittag haben die Spieler frei bekommen.

Durften die beiden Vorarlberger Spieler Lukas Fritsch und Lukas Herburger auch mal das Team verlassen und ihre Familie besuchen?
Romero:
Selbstverständlich. Wir haben eine klare Regel: Bei allen Programmpunkten haben alle Spieler da zu sein. Was sie machen, wenn wir drei Stunden frei haben, können die Spieler selbst entscheiden.

Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht
NEUE-Redakteur Henry Dünser (l.) und NEUE-Sportchef Hannes Mayer (r.) im Gespräch mit Romero. Klaus Hartinger

Lukas Fritsch hat seinen Vertrag beim Alpla HC Hard verlängert. War das eine gute Entscheidung?
Romero:
Ist das schon offiziell?

Ja.
Romero:
Ich bin nicht in der Position, die Entscheidung von Lukas zu kommentieren. Ich bin mir sehr sicher, dass er sich seine Gedanken gemacht hat.

Hat er Sie denn um Rat gefragt, Angebote hatte er ja mehrere?
Romero:
Was Lukas und ich besprochen haben, bleibt zwischen ihm und mir. Was ich sagen kann ist, dass Lukas einer von mehreren Spielern in unserer Mannschaft ist, die es sehr weit bringen können. Ich verstehe natürlich, dass Sie mit mir über Lukas Fritsch sprechen möchten, weil er aus Vorarlberg stammt, aber für mich zählt immer die Mannschaft. Es geht nicht um Einzelpersonen, es geht auch nicht um mich, es geht um den Mannschaftserfolg. Unser Ziel war es, uns bei dem Lehrgang in Bregenz als Team weiterzuentwickeln, das ist uns, meiner Meinung nach, gelungen.

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Lukas Fritsch feierte gestern sein A-Länderspiel-Debüt. GEPA/Lerch

Der Hintergedanke bei der Frage zu Lukas Fritsch war Ihr persönlicher Werdegang. Wann wussten Sie, dass Sie Handballspieler werden möchten?
Romero:
An meiner Schule in Vitoria wurden verschiedene Schulsportarten angeboten: Fußball, Basketball, Handball. Ich gehörte zu denen, die sich gemeinsam mit ein paar Freunden für Handball entschieden haben, Handball hat bei uns in Vitoria eine große Tradition. Ich war aber nicht besonders gut. Nein, streichen Sie das „nicht besonders“. Ich war nicht gut, ich bin nie zu Auswahlmannschaften eingeladen worden, ich war nämlich etwas dick. (lacht) Als ich 17 war, hat der Trainer von Valladolid, Juan Carlos Pastor, trotzdem etwas in mir gesehen und mir meinen ersten Profivertrag ermög­licht. Ein paar Jahre später wurde er Nationaltrainer, 2005 sind wir gemeinsam Weltmeister geworden. So spielt das Leben.

Anders gefragt: Gab es denn ein Schlüsselerlebnis, das Ihnen klar machte, dass es was werden könnte mit Ihrer Karriere?
Romero:
Ich bin mit 14 von der Schule, danach habe ich Autos gewaschen. Aber ich habe als Handballer immer an mir gearbeitet: Ich wollte jeden Tag lernen. Ich war nicht der Schnellste, ich war nicht der Härteste, ich hatte auch nicht den größten Absprung, und ich war schon gar nicht der beste Werfer. Wirklich: Ich war nicht gut, das sage ich nicht so dahin. Aber ich hatte immer Trainer, die an mich glaubten. Sie sollten besser meine Trainer fragen, wann sie gemerkt haben, dass ich Potenzial habe.

Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht
Romero 2005 in Tunesien mit dem WM-Pokal, neben ihm: Die spanische Prinzessin Cristina mit ihrem Mann und ehemaligen Handballer Iñaki Urdangarin. EPA

Um das an der Stelle nochmal anzuführen: Sie haben jeden europäischen Europacup gewonnen, waren Weltmeister, wurden bei der EM 2006 ins Allstar-Team gewählt, holten mit Spanien Olympiabronze und auf nationaler Vereinsebene Titel um Titel. Bei den Füchsen Berlin wurde sogar Ihre Rückennummer 18 gesperrt?
Romero:
Trotzdem habe ich einfach Glück gehabt, ich war mehrfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ohne Glück erreichst du im Leben nichts. Ich bin meinen Trainern sehr dankbar, dass sie mich so unterstützt haben, so will ich ebenso sein als Trainer. Als Trainer musst du an deine Spieler glauben.

Sagen Sie mal zu Ihren Spielern: Schau, ich war mit 16, 17 auch noch nicht so weit, glaub’ an dich?
Romero:
(schüttelt den Kopf) Nein, ich rede nicht gerne über mich, schon gar nicht mit den Spielern. In Interviews wie diesen muss ich natürlich über mich sprechen, das ist klar, aber ich stelle mich nicht vor meine Mannschaft und sage: Ich habe das und das gewonnen, ich habe so und so gespielt. Von solchen Trainern war ich nie ein Fan. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, was ich versuche, ist, den jungen Leuten zu zeigen, wo sie sich verbessern müssen. Ich kann den Spielern nur den Weg zeigen, maximal noch die Türe öffnen. Aber durch die Tür durchgehen, müssen sie selbst. Nein, ich sage den Spielern nicht: Ich habe das so gemacht, ihr müsst das auch so machen. Das wäre völlig falsch, weil jeder Mensch verschieden ist. Es gibt kein Allheilrezept. Meine Aufgabe als Trainer ist, den Spielern ein Feedback zu geben, was möglich ist, wenn sie sich verbessern, zum Beispiel im Körperspiel oder bei der Wurftechnik. Das ist auch auf Nationalmannschaftsebene so, aber natürlich auf einem höheren Niveau.

Wie wichtig ist diese Lehrgangswoche in Bregenz mit Hinblick auf die WM-Play-off-Spiele im Mai?
Romero:
Ganz wichtig. Dadurch, dass wir bei der EM gegen Serbien gewonnen haben, waren wir in dieser Woche spielfrei. Das hat uns die Zeit gegeben, uns auf Details zu konzentrieren. Aber ich will auch das Testspiel gegen Nordmazedonien nicht kleinreden. Das war ein wichtiger Abschluss der Woche in Bregenz. Wir haben in dieser Woche auch noch überhaupt nicht an unseren Gegner bei den Play-offs gedacht: Nach dem deutlichen Hinspielsieg wird es wahrscheinlich Polen, aber damit beschäftigen wir uns, wenn es so weit ist. Du darfst als Trainer nicht zu weit in die Zukunft denken, du musst immer im Hier und Jetzt bleiben, das nächste Spiel zählt, nicht das Übernächste.

Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht
ÖHB-Cheftrainer Iker Romero war ganz relaxt beim Gespräch mit der NEUE. Hartinger

Die HLA-Meisterliga ist in dieser Saison so eng wie nie: Haben die hinteren Teams aufgeschlossen oder die Top-Teams nachgelassen?
Romero:
Wow, was für eine Frage! (lacht) Ich würde es so ausdrücken, das Niveau hat sich auf einen Mittelwert angepasst. Es ist völlig unmöglich vorherzusagen, wer Meister wird, ich würde mich noch nicht mal zu einer Prognose hinreißen lassen, wer es überhaupt in die Play-offs schafft. Alles ist so eng, ein, zwei schlechte Wochen können alles ändern. In der deutschen Bundesliga ist es so, dass du vier, fünf Spitzenteams hast, die jedes Jahr um den Titel und die internationalen Plätze spielen. Dann hast du einen Pulk von Teams, die im Mittelfeld landen und der Rest der Liga kämpft gegen den Abstieg. Die HLA-Meisterliga ist in dieser Saison völlig anders. Jeder kann jeden schlagen.

Wie eng verfolgen Sie eigentlich die HLA – Sie sind ja aktuell noch in einer Doppelrolle und kämpfen als Vereinstrainer mit der SG BBM Bietigheim um den Aufstieg in die deutsche Bundesliga: Bleibt da überhaupt Zeit, die HLA im Blick zu haben?
Romero:
Ich tue mein Bestes, so viele HLA-Spiele zu sehen wie möglich, es gibt ja die Möglichkeit, die Spiele auch relive anzuschauen. Das hilft mir. Außerdem habe ich ein gutes Netzwerk und werde von Leuten meines Vertrauens informiert. Wenn ich mich ab Juni auf mein Amt als ÖHB-Nationaltrainer konzentrieren kann, werde ich noch mehr Spiele live sehen und will auch oft in der Halle sein. Aktuell muss ich noch Kompromisse machen, wie Sie es richtig sagen, mit Bietigheim geht es um den Aufstieg, diese Aufgabe verlangt mir im Alltag sehr viel ab. Ich will es mal so ausdrücken: Ich habe einen klaren Überblick über die Leistungsentwicklung der Spieler, wobei diese Spieler ja über den halben Kontinent verstreut sind: Viele spielen in Deutschland und dort in der ersten und zweiten Bundesliga, andere spielen in Frankreich, der Schweiz oder sogar Katar, und einige spielen natürlich auch in Österreich. Ich muss also sehr viele Ligen im Blick haben. Die HLA-Meisterliga ist aber natürlich auch deshalb sehr wichtig, weil ich da die nächste Generation an Nationalspielern sowie aktuelle Aspiranten beobachten kann.

Helfen Ihnen die Statistiken bei der Leistungsbeurteilung?
Romero:
Sie meinen als Ersatz dafür, mir die Spiele live oder nachträglich anzuschauen?

Unter anderem, ja.
Romero:
Nein, Statistiken interessieren mich nicht. Klar, manchmal liefern dir die Zahlen schon interessante Werte, aber sie erzählen dir nicht, wie ein Spiel verlaufen ist, warum eine Wurf- oder Fangquote so war, wie sie war. Statistiken können dir nie den persönlichen Eindruck ersetzen.

Der Weltmeister, der dem ÖHB-Team Beine macht
Am 28. April 2025 wurde Iker Romero als neuer ÖHB-Teamchef präsentiert. APA

Wir haben es schon kurz angerissen: Ihr aktuelles Pensum als Trainer ist sehr hoch. Wie froh sind Sie, dass Sie ab Sommer kein Vereinstrainer mehr sind?
Romero:
Es war die richtige Entscheidung, mich nach dieser Saison auf die Nationalmannschaft zu konzentrieren. Ich bin nämlich jemand, der immer 100 Prozent gibt, das bedeutet: Wenn du eine Doppelfunktion hast, hast du keine Freizeit mehr. Gerade jetzt in der Übergangsphase machst du dir noch mehr Druck, du willst, dass keinesfalls der Verein und keinesfalls die Nationalmannschaft darunter leidet, dass du zwei Mannschaften trainierst. Ich glaube, ich schaffe das aktuelle Pensum nur, weil das Ende dieser Doppelbelastung absehbar ist. Noch drei Jahre könnte ich das nicht.

Es heißt, Sie hätten im Sommer den deutschen Bundesligisten Hannover übernehmen können?
Romero:
Heißt es das? (schmunzelt) Ich will keine Gerüchte kommentieren. Fakt ist, ich habe bewusst entschieden, mich auf die österreichische Nationalmannschaft zu konzentrieren.

Wie würden Sie sich als Trainer beschreiben?
Romero:
Das kann ich nicht, das ist unmöglich.

Dann anders: Was würde der Spieler Iker Romero über den Trainer Iker Romero sagen?
Romero:
Das ist eine schlaue Fragenstellung. Ich weiß es nicht mit absoluter Sicherheit, ob ich mit mir zufrieden wäre, ich kann es nur hoffen. Es ist so, als Spieler dauerte meine Karriere ungefähr 20 Jahre. Während dieser Zeit hatte ich viele Trainer. Ich versuche heute, von jedem meiner Trainer die besten Aspekte zu übernehmen und daraus einen guten Mix zu machen. Aber das ist halt blanke Theorie. Erstens funktioniert es nicht, andere Eigenschaften zu übernehmen, zweitens kannst du vielleicht einen in der Theorie idealen Spieler erstellen, in dem du den besten Wurf von Spieler A nimmst und den besten Absprung von Spieler B, aber ob diese Eigenschaften dann alle so zusammenpassen, weißt du halt nicht. Mir als Trainer sind zwei Eigenschaften wichtig: Ehrlichkeit und Fairness. Wobei ich da gleich einschränken muss: Du kannst Einzelnen gegenüber nicht immer fair sein. Fair kannst du als Trainer eigentlich immer nur gegenüber einer Mannschaft als Kollektiv sein, gegenüber dem Verband oder dem Verein, aber nicht gegenüber jedem einzelnen Spieler: Manchmal musst du als Trainer Entscheidungen treffen, die in Bezug auf individuelle Spieler unfair sind, aber das Bes­te für die Mannschaft sind. Ich will gerade auch als Trainer ein guter Mensch sein, und wie als Spieler will ich auch als Trainer jeden Tag lernen. Dann gibt es noch das Handwerkliche: Wie du den Gegner analysierst, wie du die Deckung ausrichtest, welche Angriffe du sehen willst – auch das sind Methoden, die du erlernen kannst.

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Romero beim Ingame-Coaching. APA

Stichwort Entwicklung: Wie hat sich der österreichische Handball entwickelt?
Romero:
Ich finde, dass die Entwicklung richtig gut ist. Wir dürfen uns nicht mit anderen Nationen und anderen Verbänden vergleichen, weil die andere Möglichkeiten und Voraussetzungen haben. Wir können uns nicht mit Deutschland vergleichen, das wäre sinnlos. Ich kann aber sagen, dass der Verband, der ÖHB, alles für den Erfolg gibt und mir als Nationaltrainer und uns als Team sehr viele Möglichkeiten bietet. Sie brauchen sich nur umzusehen: Das ist alles andere als selbstverständlich, eine ganze Woche lang in einem so großartigen Haus wie dem Hotel Schwärzler untergebracht zu sein, einen einwöchigen Lehrgang als Vorbereitung auf Spiele im Mai zu absolvieren: Wir hätten uns auch erst am Donnerstag treffen können, die Zeit hätte als Vorbereitung auf das Testspiel gegen Nordmazedonien mehr als ausgereicht. Das Problem mit dem Vergleichen mit anderen Nationen ist, dass du beginnst, deren Ziele abzukupfern.

Die Ziele der anderen zu übernehmen ist nie ratsam.
Romero:
Nein, überhaupt nicht. Ziele müssen realistisch sein. Ich habe da drei Schlagwörter dazu: Ziele müssen realistisch, optimis­tisch und erarbeitbar sein.

Sind Ziele zu einfach, treiben sie einem nicht an und blockieren eher eine größere Weiterentwicklung. Sind Ziele zu hochgegriffen, wirken sie desillusionierend.
Romero:
Ganz genau. Die Ziele müssen so gewählt werden, dass sie mit harter Arbeit in einer definierten Zeitspanne erreichbar sind. Dann treiben dich diese Ziele im Alltag an. Wobei man auch auf die Altersstruktur blicken muss, wenn wir über mögliche Entwicklungen sprechen, und diese Altersstruktur ist hervorragend bei uns im österreichischen Nationalteam: Die Mehrheit der Spieler sind 2000er-Jahrgänge, fast die Hälfte ist erst knapp über 20. Und dann haben wir noch sehr viele talentierte Spieler in den Nachwuchsnationalmannschaften. Das ist eine großartige Basis. Die jungen Spieler will ich fordern und fördern – Österreich hat wirklich sehr viele gute Spieler. Was wir jetzt aufbringen müssen, ist Geduld und Konsequenz, oder, um es nochmal mit meinen drei Grundprinzipien zu sagen: Es braucht harte Arbeit, Realismus, Optimismus.

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Ein Gruß zum Abschied: Romero hat das Interview Spaß gemacht. Klaus Hartinger

Sie sind mit 753 Toren der zweit­erfolgreichste Werfer der spanischen Nationalmannschaft. Macht Sie das stolz oder ärgert es Sie vielmehr, dass Juan Garcia 69 Tore mehr geworfen hat?
Romero:
(lacht laut) Wissen Sie, Juanín war Linksaußen und ich habe halblinks gespielt. Ich habe sehr viele Pässe auf ihn gespielt, die er danach zu Toren nutzte.

Das heißt also, Sie sind quasi selbst schuld, dass er mehr Tore als Sie erzielt hat?
Romero:
So ist es! Aber Scherz beiseite, ich freue mich für Juanín, aber ein bisschen sticheln darf man ja. (lacht) Ich weiß gar nicht, wie viele Tore ich für Spanien erzielt habe, und ich weiß auch nicht, auf welcher Position ich auf der ewigen Bestenliste liege. Wichtig ist immer der Mannschaftserfolg – und den hatten wir über viele Jahre hinweg. Davon hast du viel mehr als von einer Zahl, die irgendwo auf einem Blatt Papier steht.

Verbindet Sie eigentlich etwas mit Vorarlberg?
Romero:
Ich war 2011 oder 2012, ich glaube aber, dass es 2012 war, während der Vorbereitung im Sommer für ein Freundschaftsturnier mit den Füchsen Berlin in Bregenz. Dagur Sigurðsson war damals unser Trainer, Sie kennen ihn sicher, er war ja Spieler und Trainer bei Bregenz. Ich habe noch sehr genau Erinnerungen an dieses Freundschaftsturnier und weiß noch, dass es mir sehr gut gefallen hat in Vorarlberg. Danach war ich nie mehr hier, bis jetzt.

Bleibt noch: Haben Sie mal Zeit für einen Abstecher zum Bodensee gefunden?
Romero:
Nein, vielleicht mache ich das noch in den nächsten Stunden. Aber wir waren am Pfänder, dort haben wir unser Teambuilding absolviert. Es war wunderschön da oben, die Aussicht war herrlich. Ihr habt es sehr schön hier in Vorarlberg, und ich bin mir ganz sicher, dass mein nächster Besuch sehr bald anstehen wird.