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Die Entscheidung bei den Pioneers ist wohl gefallen

10.05.2026 • 08:55 Uhr
Die Entscheidung bei den Pioneers ist wohl gefallen
Dieser Tage gab es in Feldkirch einen Informationsabend. Dietmar Stiplovsek

Ende März verkündete Klubpräsident und Mäzen Pit Gleim seinen Rücktritt bei den Pioneers. Seither gilt die Zukunft des Feldkircher Eishockeyvereins als völlig offen. Hannes Mayer kommentiert exklusiv die neuesten Entwicklungen.

Die Pio­neers Vorarl­berg stehen knapp davor, ein Mini-Budget auf die Beine zu stellen, mit dem sie an der ICE Hockey League teilnehmen wollen. Das haben die Feldkircher zuletzt bei einer Ligasitzung kommuniziert. Demnach wollen die Montfortstädter mit einer verkappten U20-Mannschaft an der ICE-Liga teilnehmen. Neben blutjungen Importspielern sollen junge Österreicher den Stamm der Mannschaft ausmachen, ob das Geld für einige arriviertere Spieler da ist, lässt sich nicht abschätzen. Ein Vertreter eines österreichischen ICE-Klubs schilderte gegenüber der NEUE, dass sich die Pioneers aktuell flächendeckend in Österreich nach jungen österreichischen Spielern erkundigen würden, aber über das Gehaltsniveau diesseits des Arlbergs überrascht wären. Zu Wochenbeginn hat nach NEUE-Informationen in Feldkich ein Infoabend für Sponsoren stattgefunden. So soll auch der scheidende Präsident Pit Gleim die Bereitschaft erklärt haben, sich in einem geringeren Ausmaß als bisher einzubringen. Noch Ende März hatte Gleim seinen Rückzug als Präsident und Mäzen verkündet. Ein Rücktritt vom Rücktritt wäre nobel, stünde aber auch für das Chaos in Feldkirch.
Die große Frage ist, ob der Verbleib der Pioneers in der ICE-Liga eine gute Nachricht für das Vorarlberger Eishockey wäre. Grundsätzlich wäre es natürlich wichtig, wenn Vorarlberg weiterhin in der ICE Hockey League vertreten ist. Aber wie das passiert, ist freilich sehr entscheidend. Treten die Pioneers mit einer sportlich kaum konkurrenzfähigen Mannschaft an, und so hört sich das offenbar für die anderen ICE-Klubs an, dann macht man in Feldkirch einen Rückschritt, wo eigentlich kein Raum mehr für eine Rückwärtsentwicklung ist.
In drei von vier Spielzeiten verpassten die Pioneers die Pre-Play-offs. In der zurückliegenden Saison fehlten mit einem auf vielen Positionen hoffnungslos unterlegenen Kader 20 Punkte auf Platz zehn, das sind sieben Siege nach 60 Minuten. Dass man nun offenbar beim Kader zu weiteren massiven Einsparungen bereit ist, um in der ICE-Liga bleiben zu können, lässt wenig Raum für Hoffnung.
Die größte Bürgerpflicht bei den Plänen der Pioneers muss freilich sein, dass die Saison ausfinanziert ist und man bei der Budgetierung berücksichtigt, dass eine sportlich nur eingeschränkt ligataugliche Mannschaft wohl eher nicht die Vorarlberghalle füllen würde. Letztendlich müssen die Verantwortlichen bei den Pioneers selbst wissen, ob das alles Sinn macht. Sie müssen das alles aber auch verantworten, gerade auch mit Blick auf die wechselhafte Historie des Eishockeystandorts Feldkirch mit den großen Triumphen und den finanziellen Desas­tern.
Aktuell läuft auf einer Plattform ein Spendenaufruf für die Pioneers, den Fans initiiert haben und dabei befinden, dass von der Zukunft der Pioneers abhänge, ob die Kinder in Vorarlberg weiterhin träumen dürften. Das Spendenziel beträgt 18.000 Euro, nach eineinhalb Wochen kamen bislang 205 Euro zusammen.