Die Entscheidung der Pioneers ist gefallen

Lange wurde darüber gerätselt, ob die Pioneers in der ICE Hockey League bleiben. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Ein Kommentar von NEUE-Sportchef Hannes Mayer.
Die Realitätsverweigerung in Feldkirch geht weiter: Wie die NEUE am 10. Mai exklusiv berichtet hat, bleiben die Pioneers mit einem Minibudget in der ICE Hockey League. Dass mit Luca Erne inzwischen auch der letzte ligataugliche Österreicher die Feldkircher verlassen hat, stört offenbar niemanden in der Montfortstadt, viel mehr will man die Saison tatsächlich mit einer punktuell verstärkten Nachwuchsmannschaft bestreiten. Da gestern Mailand in die ICE-Liga aufgenommen wurde und der Modus unverändert bleiben soll, scheiden in der kommenden Saison nun sogar vier Teams nach dem Grunddurchgang aus. Dass die Feldkircher zu diesen vier Teams zählen werden, kann man bereits jetzt mit einiger Sicherheit vorwegnehmen.
Weit ist es gekommen in der einst so stolzen Eishockeystadt Feldkirch. In den Glanzzeiten war man selbst über dritte Plätze im Europacup enttäuscht, jetzt geniert man sich nicht mal mehr darüber, als Fallobst in einer Liga mitzuspielen und verpackt das Ganze als Nachwuchsförderung. Verantworten und dafür Gradestehen müssen dafür Geschäftsführer Christian Gross und Sportdirektor Michael Lampert. Man baut in Feldkirch auf den Faktor Zeit, hofft darauf, dass in den kommenden Monaten wie ein edler Ritter auf einem Schimmel irgendwoher ein Sponsor auftaucht, der die Pioneers in eine bessere Zukunft führt. Realitätsnäher wäre die Frage, wen das interessieren soll, wenn die Pioneers wirklich mit einem nicht konkurrenzfähigen Team in der ICE Hockey League antreten? Wo doch der schon ohnehin enttäuschende Zuschauerzuspruch zuletzt nochmals deutlich zurückgegangen ist – obwohl noch Identifikationsfiguren die David Madlener, Ramón Schnetzer, Julian Metzler, Kevin Macierzynski oder teils noch Daniel Woger auf dem Eis standen? Feldkirchs Ausflug in die ICE Hockey League wird immer grotesker. Gross und Lampert haben jetzt auch die letzte Chance vergeben, mit einigermaßen erhobenem Haupt die Liga zu verlassen. Geht dagegen das schief, was Groß und Lampert da nun für den kommenden Winter aushecken, haben sich die beiden bis auf die Knochen blamiert. Und auch das Eishockey- und Sportland Vorarlberg. Denn am Ende zahlen immer auch alle anderen aus dem Sport die Zeche mit, wenn so wie in Feldkirch Realitätsverweigerung herrscht.