Politik

So viele Vollzeitstellen gibt es an Vorarlbergs Pflichtschulen für die Deutschförderung

06.01.2026 • 16:02 Uhr
So viele Vollzeitstellen gibt es an Vorarlbergs Pflichtschulen für die Deutschförderung
Für das laufende Schuljahr hat das Bildungsministerium in Wien die Mittel zur Deutschförderung um 130 Prozent erhöht. symbolbild/apa

Wie viele Planstellen es aktuell in den Bereichen Deutschförderung und Schulsozialarbeit gibt, legt die Beantwortung einer aus Wien koordinierten Anfrageaktion der Neos offen.

Einer der größten bildungspolitischen Aufreger des vergangenen Jahres waren die Leistungen der Vorarlberger Schülerinnen und Schüler in Deutsch: Das im Mai 2025 erstmals präsentierte Bildungsmonitoring zeigte auf, dass 80 Prozent der Kinder mit erhöhtem Sprachbedarf Deutsch nicht als Erstsprache haben. 2023 waren Vorarlbergs Maturanten im Vergleich mit anderen Bundesländern Schlusslicht im Fach Deutsch. Projektleiter Andreas Kappaurer sprach von “eklatanten” Resultaten.

So viele Vollzeitstellen gibt es an Vorarlbergs Pflichtschulen für die Deutschförderung
V.l.: WKV-Präsident Karlheinz Kopf, Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP), Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) und Projektleiter Andreas Kappaurer bei der Präsentation des Bildungsmonitorings im Mai 2025. vlk/serra

Auf Bundesebene präsentiert sich eine noch deutlichere Faktenlage: Im vergangenen Schuljahr 2024/25 konnten bundesweit 49.650 sogenannte außerordentliche Schüler dem Unterricht aufgrund mangelhafter Deutschkenntnisse nicht folgen. Rund 48.000 davon besuchten allgemeinbildende Pflichtschulen.

Als Reaktion darauf erhöhte das Bildungsministerium von Christoph Wiederkehr (Neos) die Planstellen für die Deutschförderung von 577 auf 1300 für das aktuelle Schuljahr. In Zusammenarbeit mit dem Neos-Parlamentsklub brachten nun die Landesfraktionen der Pinken in mehreren Landtagen parallel Anfragen ein, um den Stand der Deutschförderung in den einzelnen Bundesländern zu erheben. Auch in Vorarlberg beantwortete Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) eine solche Anfrage der Neos-Abgeordneten Fabienne Lackner und Katharina Fuchs.

Mehr als doppelt so viele Stellen in Volksschulen

Wie nachfolgende Tabelle illustriert, hat das Land Vorarlberg bei den Planstellen für die Deutschförderung insbesondere vom Schuljahr 2023/24 auf 2024/25 angezogen: In den Volksschulen wurden die Deutschförderstellen von 37,57 auf 75,93 Vollzeitäquivalente (VZÄ) mehr als verdoppelt, an der Mittelschule von 14,02 auf 20,88 VZÄ erhöht. Auf Volksschulebene wurde dieser Stand im aktuellen Schuljahr de facto gehalten (75,68 VZÄ), auf Mittelschulebene ist ein leichter Rückgang auf 17,44 VZÄ ersichtlich. In den polytechnischen Schulen, wo der Bedarf geringer ist, sind im aktuellen Schuljahr 2,82 VZÄ für die Deutschförderung vorgesehen. An den Sonderschulen gehört die Deutschförderung standardmäßig zum Unterricht, wie der Anfragebeantwortung zu entnehmen ist.

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Angeführt ist auch Datenmaterial, das ein Verhältnis zwischen der Anzahl außerordentlicher Schülerinnen und Schüler (a.o. SuS) zu Deutschförderkräften zeigt. Unter außerordentlichen Schülern versteht man Kinder, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um dem regulären Unterricht zu folgen. Als “Lehrkraft” ist in diesem Fall erfasst, wie viele Köpfe pro Jahr zumindest eine Stunde in einem Deutschförderkurs bzw. einer Deutschförderklasse unterrichtet haben. “Aufgrund von Änderungen der Lehrfächerverteilung während des Schuljahrs durch Schwangerschaften, Krankenstände etc. können diese Zahlen starken Schwankungen unterliegen”, heißt es in der Anfragebeantwortung.

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Konstanter Stellenanstieg bei der Schulsozialarbeit

Ein zweiter Schwerpunkt der Neos-Anfrage betrifft die Schulsozialarbeit. Auch hier ist eine Aufstockung auf Bundesebene von je 70 Planstellen im aktuellen und im kommenden Schuljahr vorgesehen. In Vorarlberg gibt es seit Jahren konstant zehn Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit, die von Land und Bund gemeinsam finanziert werden. Daneben wurde die Zahl der aus dem Landessozialfonds finanzierten Planstellen seit 2022/23 (12 VZÄ) konstant erhöht, hier gibt es aktuell 26,5 VZÄ. In der Summe macht das 36,5 Vollzeitstellen in der Sozialarbeit an Vorarlberger Pflichtschulen.

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Vorarlberg ist im Bereich der Schulsozialarbeit in Planungsregionen unterteilt, die jeweils von einem Anbieter versorgt wird. Zu diesen zählen unter anderem die Offene Jugendarbeit, die Aqua Mühle und das IfS. Die Ressourcenberechnung erfolgt nicht nach den Schülerzahlen, sondern anhand des sogenannten SBAEG-Index (Soziale Belastungs-Indikatoren) und nach dem Belastungsindex der Bildungsdirektion. Pro Planungsregion gibt es eine für die Koordinierung verantwortliche Person, die die verfügbaren Ressourcen den einzelnen Schulstandorten zuteilt.

Keine Daten zur Schulpsychologie

Die Anfrage der Neos sah auch vor, die Planstellen für Schulpsychologie und pädagogisch-administrative Fachkräfte an Schulen offenzulegen. Hier spielt die Bildungslandesrätin den Ball aber zurück in die Hauptstadt: Für deren Finanzierung ist das Bildungsministerium in Wien und nicht das Land zuständig.