Soll Eishockeyklub zu Fusion gedrängt werden?

Der EC Bregenzerwald kann nach den gescheiterten Wälderhalle-Plänen offenbar auf politische Unterstützung bauen. Im Gespräch ist eine Fusion mit einem Verein, der nichts davon weiß – und wohl auch nichts davon wissen will.
Seit Wochen verdichten sich die Anzeichen, dass im Vorarlberger Eishockey mal wieder was im Busch ist. Nun hat die NEUE exklusiv bestätigt bekommen: Alps-Hockey-League-Klub EC Bregenzerwald strebt nach den gescheiterten Wälderhalle-Plänen eine Fusion mit dem ÖEL-Klub Dornbirner EC an. Das sickerte aus dem Amt der Stadt Dornbirn durch. Laut eines Stadtamt-Mitarbeiters wurde DEC-Obmann Christof Schwendinger für ein Gespräch mit Jürgen Albrich, Leiter der Abteilung Sport und Freizeit der Stadt Dornbirn, in das Rathaus bestellt, die Unterredung ist für kommenden Mittwoch terminisiert. Ein verwunderter Schwendinger wollte den Termin auf Nachfrage der NEUE weder bestätigten noch dementieren und sagte nur knapp: „Das sind doch alles nur wilde Gerüchte. Guntram Schedler hat sich nicht bei mir gemeldet. Wir wissen von nichts.“ Doch Schwendinger irrt, die Pläne sind sehr konkret. Beim Andelsbucher Eishockeyverein denken sie bereits laut darüber nach, mit welchem Namen der neue Verein auflaufen könnte, ein Vorschlag ist demnach EC Unterland. Auch der Vorarlberger Eishockeyverband ist längst in die Fusionspläne eingeweiht.
Verband eingebunden
Nach NEUE-Informationen wird Dornbirns Sportreferatsleiter Albrich beim Gespräch mit DEC-Obmann Schwendinger von Simon Schwark flankiert, dem Präsidenten des Vorarlberger Eishockeyverbands. Schwark gehört der ÖVP Dornbirn an, die Wege ins Dornbirner Rathaus sind da kurz: Sportstadträtin Barbara Röser ist eine Parteikollegin. Schwark wiederum teilt sich beim Vorarlberger Eishockeyverband die Präsidentschaft mit Florian Kleber, meinungsstarker und wichtiger Funktionär des EC Bregenzerwald. Auch da sind also die Wege kurz.
Schwarks Trauzeuge ist ÖVP-Politiker Michael Felder: Dem Bregenzer Sportstadtrat wird ein sehr gutes Verhältnis zu Vorarlbergs Sportlandesrätin Martina Rüscher nachgesagt, die im NEUE-Interview vom 31. August 2025 die damals noch nicht gescheiterte Wälderhalle als „Herzensprojekt“ bezeichnete. Auf Nachfrage bejahte die in Andelsbuch lebende ÖVP-Politikerin, dass ohne den Bau der Wälderhalle eine unsichere Zukunft auf den EC Bregenzerwald zukäme. Rüscher wiederum war in den vergangenen Jahren im engen Austausch mit dem Wälderhalle-Investorensprecher und ECB-Edelförderer Hans Metzler, durchaus auch nicht ÖVP-fern. Inwieweit da nun also über die Dornbirner Stadtgeschicke hinaus eine politische Lösung für den ECB gesucht wird, werden die nächsten Wochen weisen.

Frage der Zuständigkeit
Die NEUE hat bereits am 12. November 2025 eine Anfrage an Dornbirns Sportstadträtin Barbara Röser gerichtet, ob der EC Bregenzerwald als Andelsbucher Verein, der mit dem Feldkircher Verein Pioneers Vorarlberg kooperiert, auch in Zukunft als Mieter des Messestadions infrage käme: Die Wälder waren 2012 nach dem Abbruch der Freiluftarena Alberschwende nach Dornbirn umgezogen – als seinerzeitiger Kooperationspartner der Bulldogs. Die Einmietung war als Übergangslösung bis zur Fertigstellung der Wälderhalle geplant.
Stadträtin Röser leitete die NEUE-Anfrage mit äußerst authentischen Worten prompt an ihren Sportreferatsleiter Albrich weiter, der jedoch erst nach einer Urgenz am 15. Dezember zusammenfassend festhielt: „Die Stadt Dornbirn wird sowohl mit den Vereinen als auch mit dem zuständigen Verband das Gespräch suchen.“ Wobei Albrich die Erklärung schuldig blieb, was denn der Vorarlberger Eishockeyverband mit der zukünftigen Einmietung der Wälder im Messestadion zu tun hat und inwieweit ein Gespräch mit dem Verband in die Zuständigkeit der Stadt fällt. Beim Dornbirner EC haben sie jedenfalls schon nach dem Rückzug aus der ICE Hockey League im Jahr 2022 eine Fusion mit dem EC Bregenzerwald abgelehnt. An dieser Haltung dürfte sich wenig geändert haben.

Alternative
Klar ist, dass der EC Bregenzerwald durch das Scheitern der Wälderhalle keine gute Alternative mehr zum Messestadion hat und als bezirksfremder Gastmieter spätestens dann in die Bredouille kommt, wenn die Bulldogs tatsächlich mittelfristig zurück in den Profisport kehren. Alternativ zu den Fusionsplänen, aber das ist nun wirklich ein Gerücht, sollen manche beim EC Bregenzerwald über die Gründung eines eigenständigen Dornbirner Vereins nachdenken, um sich so die Nutzung des Messestadions dauerhaft zu sichern. ECB-Obmann Guntram Schedler hat zuletzt mehrfach Interview-Anfragen der NEUE kategorisch abgeblockt.