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Gefälschtes Geld, Schläge und Drohungen: 34-Jähriger muss in Haft

04.03.2026 • 09:48 Uhr
Gefälschtes Geld, Schläge und Drohungen: 34-Jähriger muss in Haft
Prozess am Landesgericht Feldkirch. NEUE

Neunfach Vorbestrafter wurde soeben am Landesgericht Feldkirch verurteilt – unter anderem wegen einer schweren Körperverletzung, die er heimtückisch begangen haben soll.

Der Angeklagte wird von Justizwachebeamten in den Gerichtssaal gebracht. Mit tätowierten Armen sitzt er vor dem Richter. Er wirkt ruhig und gefasst, will sein Leben offenbar in den Griff bekommen . „Ich schäme mich“, sagt der 34-Jährige. Er wolle künftig straf- und suchtmittelfrei leben.

Die Staatsanwaltschaft legt ihm mehrere Verbrechen zur Last. Zum einen soll er 37 falsche 100-Euro-Scheine besessen haben. Drei davon habe er einem Taxifahrer als Fahrpreis übergeben, so die Anklage. Neben “Weitergabe und Besitz nachgemachten oder verfälschten Geldes” wird dem Untersuchungshäftling auch schwere Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen.

Schläge und Tritte

Zudem soll der Angeklagte einen Bekannten geschlagen und getreten haben, wobei das Opfer leichte Verletzungen erlitt. Weiters wird ihm zur Last gelegt, den Mann durch Drohungen zur Zahlung von 100 Euro zu nötigen versucht zu haben. Er habe angekündigt, Leute zum Haus des Opfers zu schicken, die Eingangstüre einzuschlagen und das Gebäude anzuzünden, so die Staatsanwaltschaft.

Jenen Mann, der vom Angeklagten bedroht und geschlagen wurde, war als Zeuge geladen, erschien aber nicht zum Gerichtstermin. Richter Theo Rümmele ließ ihn zwangsweise vorführen.Wie sich herausstellte, hatte der Mann noch geschlafen und wurde von der Polizei aufgeweckt und zum Landesgericht gebracht. Das mutmaßliche Opfer zog im Prozess seinen Privatbeteiligtenanschluss zurück. Eine Entschuldigung reiche, erklärte er. Daraufhin gab ihm der Angeklagte die Hand.

Neun Vorstrafen

Der Angeklagte zeigte sich geständig. Wenn er beeinträchtigt sei, werde er aggressiv, führte er aus. Er sei bereits in ambulanter Therapie im Clean gewesen und für eine Gewalt- sowie Suchttherapie angemeldet, doch die Vorfälle seien dazwischengekommen. Der verlobte Vater einer Tochter hat bereits neun Vorstrafen und gibt an, 61.000 Euro Schulden zu haben. Sein Verteidiger sagt, sein Mandant reflektiere sein Handeln und wolle seine Suchtproblematik behandeln lassen.

In seinem Schlusswort sprach der 34-Jährige von einem persönlichen Tiefpunkt, vom Verlust des täglichen Kontakts mit seiner Tochter und vom Abgleiten in die Sucht. Er brauche Hilfe und wolle sein Leben ändern. Während seiner Ausführungen brach er mehrfach in Tränen aus.

Das Urteil

Das Gericht sprach ihn des Besitzes und der Weitergabe von Falschgeld, der schweren Körperverletzung sowie der Nötigung schuldig und verhängte 24 Monate Haft. Richter führte aus, es sei „viel zusammengekommen“. Mildernd wertete das Gericht das reumütige Geständnis sowie den Umstand, dass die Taten teilweise beim Versuch geblieben seien. Erschwerend fielen sechs einschlägige Vorstrafen, ein rascher Rückfall und die heimtückische Vorgangsweise bei der Körperverletzung ins Gewicht. Zudem wurden eine bedingte Strafnachsicht und eine bedingte Entlassung widerrufen. Dadurch kommen weitere 16 Monate Freiheitsstrafe hinzu. Das Urteil ist rechtskräftig.