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Kiloweise Drogen in Bludenz verkauft? “Rambo” will von Geschäften nichts gewusst haben

13.05.2026 • 12:15 Uhr
Kiloweise Drogen in Bludenz verkauft?  "Rambo" will von Geschäften nichts gewusst haben

Angeklagter (38) soll im Hintergrund die Fäden gezogen und innerhalb weniger Monate die Einfuhr von kiloweise Kokain und Gras nach Vorarlberg organisiert haben. Auch Weitergabe und Verkauf sollen über seine Anweisungen abgewickelt worden sein. Er spricht von falschen Belastungen durch einen ehemaligen Freund.

„Rambo“, so wird der Angeklagte in der Szene genannt, soll im Drogengeschäft eine größere Nummer gewesen sein. So zeichnet es zumindest die Staatsanwaltschaft. Seit acht Monaten sitzt der 38-Jährige, ein österreichischer Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, in Untersuchungshaft.

Staatsanwalt Simon Mathis legt dem Angeklagten schweren Suchtgifthandel zur Last. Es gehe um „große Mengen, die in relativ kurzer Zeit in Umlauf gebracht wurden“. Konkret spricht die Anklage von sechs Kilogramm Kokain, 9,3 Kilogramm Cannabis und einem Kilogramm MDMA, die zwischen April und August 2025 aus der Schweiz nach Österreich gebracht, gelagert und weiterverkauft worden sein sollen. Der Angeklagte habe die Abläufe organisiert, Übergaben vereinbart und Mittäter beauftragt. Mehrere Beteiligte sind bereits rechtskräftig verurteilt worden.

Drohbriefe?

Zusätzlich wirft die Anklage dem Mann Nötigung vor. Der 38-Jährige soll ein Kilogramm Kokain angeboten haben, damit Drohbriefe an einen inhaftierten Mann übergeben werden. Ziel sei gewesen, dessen Aussage im Ermittlungsverfahren zu beeinflussen. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Chatverläufe, eine Schuldenliste, sichergestellte Drogenverstecke sowie Geld mit Anhaftungen des Angeklagten und Suchtgiftspuren.

Verteidiger: “Anklage mangelhaft”

Verteidiger Nicolas Stieger spricht von einer mangelhaften Anklageschrift. Diese stütze sich im Wesentlichen auf die Angaben eines Mitbeschuldigten, objektive Beweise würden fehlen. In den Auswertungen von Mobiltelefonen finde sich nichts Belastendes. Auch die Darstellung, jemand solle für die Zustellung von zwei Briefen ein Kilogramm Kokain erhalten, sei „an den Haaren herbeigezogen“.

Der Angeklagte selbst räumt ein, Kontakte hergestellt zu haben. „Ich habe Leute zu ihm geschickt, das war mein Fehler“, sagt er. Darüberhinaus habe er mit den Drogengeschäften nichts zu tun gehabt. Den Hauptbelastungszeugen sieht er als unglaubwürdig. Man habe sich zerstritten, dieser wolle sich schützen und seine eigene Strafe reduzieren.

Der ehemalige Freund des Angeklagten, der selbst in U-Haft sitzt, belastet den Angeklagten schwer und bezeichnet ihn als „Chef“. Zu den Hintergründen des Streits will er sich nicht näher äußern, nur so viel: “Es ging um die Drogensache.” Eine weitere Zeugin berichtet von Drohungen gegen ihren Partner. Ein Mann, ebenfalls in Haft, bestätigt, BDroh übergeben zu haben, konkrete Gegenleistungen habe es aber nicht gegeben.

Die Verteidigung beantragte die Einvernahme weiterer bereits verurteilter Beteiligter. Das Gericht ließ den Antrag zu. Der Prozess wurde vertagt.