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Sommer, Sonne, Unfallrisiko: Worauf Autofahrer achten sollten

27.06.2026 • 09:00 Uhr
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Zwischen Juni und September passieren die meisten Verkehrsunfälle mit Personenschaden.Shutterstock

Sommerzeit ist Reisezeit. Doch gerade dann passieren besonders viele Unfälle. Welche Gefahren im Sommer Autofahrer kennen sollten und wie man sie vermeidet.

Wohl zu keiner anderen Zeit im Jahr wie jetzt fühlen sich die Straßen für Autofahrer sicherer an. Kein Schnee auf der Fahrbahn, der die Reifen ins Rutschen bringt. Kein Nebel, der andere Fahrzeuge schnell einmal bis auf ein paar jämmerliche Lichter in der Ferne verschluckt. Kein Aquaplaning und auch keine Stürme, die teils ganze Äste aufs Auto werfen können. Die Sicht ist gut, die Tage sind lang, die Temperaturen angenehm bis heiß. Viele fahren entspannter los, drehen das Radio lauter auf und verbinden die Fahrt bereits mit Urlaub, Badetag oder Wochenendausflug.

Der Schein trügt

Freie Fahrt ist angesagt und volles Fahrvergnügen für alle, zumindest sofern man ein Cabrio oder eine gute Klimaanlage im Fahrzeug besitzen. Doch gerade diese sommerliche Leichtigkeit kann trügerisch sein. Denn wer sich sicher fühlt, ist oft weniger aufmerksam. Hitze, dichter Reiseverkehr, Staus, ungewohnte Strecken und kleine Nachlässigkeiten am Steuer können schnell dazu führen, dass eine vermeintlich harmlose Fahrt gefährlich wird.
Der Schein trügt. Ein kurzer Blick auf die Statistik zeigt jedoch: Dieses Gefühl der Sicherheit trügt. 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden finden in den drei Sommermonaten Juni, Juli und August statt. Somit gilt diese Zeit laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) als die mit Abstand gefährlichste Zeit für alle Verkehrsteilnehmer. Die NEUE hat sich das Phänomen etwas genauer angeschaut und recherchiert, welche Faktoren den Straßenverkehr im Sommer so riskant machen.

Flip-Flops bis Barfuß

Nach dem Badetag schnell mit Flip-Flops, Badeschlapfen oder barfuß ins Auto. Was zwar bequem klingt, kann in einer Gefahrensituation entscheidende Sekunden kosten. Lockeres Schuhwerk bietet wenig Halt am Pedal, kann verrutschen oder sich zwischen den Pedalen verfangen. Dadurch fehlt der Druck auf der Bremse. Zwar ist es nicht illegal so zu fahren, jedoch kann es bei einem Unfall zu Problemen mit der Versicherung führen. „Wer mit Flip-Flops oder barfuß fährt, unterschätzt oft das Risiko“, warnt Roland Frisch, Chefinstruktor Pkw der ÖAMTC Fahrtechnik. Besser sind feste, bequeme Schuhe mit rutschfester Sohle.

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SKT Studio

Die richtige Haltung

Auch auf dem Fahrersitz ist Bequemlichkeit nicht immer sicher. Wer die Rückenlehne stark zurückstellt oder zu weit vom Lenkrad entfernt sitzt, kann oft nicht schnell genug reagieren. Problematisch ist es, wenn das Bremspedal nicht mit voller Kraft betätigt werden kann. Der ÖAMTC empfiehlt eine aufrechte Lehne. Das Lenkrad sollte idealerweise mit beiden Händen in der „9-und-3-Uhr-Position“ gehalten werden. So bleibt das Fahrzeug auch bei plötzlichen Ausweich- oder Bremsmanövern besser kontrollierbar.

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Beine auf dem Armaturenbrett

Gerade auf langen Urlaubsfahrten machen es sich Beifahrer gerne gemütlich und legen die Beine aufs Armaturenbrett. Diese Haltung kann bei einem Unfall jedoch verheerende Folgen haben. Gurt und Airbag sind auf eine aufrechte Sitzposition ausgelegt. Kommt es zum Aufprall, können die Beine durch den Airbag nach hinten geschleudert werden. Nicht selten kommt es dabei zu schweren, inneren Verletzungen und Knochbrüchen. „Gurt und Airbag sind für eine aufrechte Sitzposition ausgelegt. Werden die Beine beim Aufprall durch den Airbag nach hinten geschleudert, drohen schwerste Verletzungen“, warnt Frisch.

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Lange Fahrten und schlechter Schlaf

Hitze, kurze Nächte und Reisestress sind eine gefährliche Mischung. Viele Menschen schlafen bei hohen Temperaturen schlechter. Gleichzeitig wird vor dem Urlaub oft bis zuletzt gepackt und organisiert. Wer dann frühmorgens oder nach einem langen Arbeitstag ins Auto steigt, überschätzt schnell die eigene Leistungsfähigkeit.
Müdigkeit verringert die Aufmerksamkeit, verlängert die Reaktionszeit und kann im schlimmsten Fall zu Sekundenschlaf führen. Besonders auf langen, monotonen Strecken wird das gefährlich. KFV-Experte Klaus Robatsch warnt: „Wer sich übermüdet hinter das Lenkrad setzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen.“ Er empfiehlt, die Fahrt bereits Tage vorher stressfrei vorzubereiten, die Route rechtzeitig zu wählen und am Vortag auf ausreichend Schlaf zu achten. Sinnvoll ist es, möglichst früh am Morgen zu starten, wenn die Temperaturen noch niedriger sind. Bei längeren Strecken sollten sich mehrere Erwachsene beim Lenken abwechseln. Spätestens alle zwei Stunden ist eine Pause ratsam. Wer Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme bemerkt, sollte sofort anhalten.

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Kleine Jause

Ein schneller Bissen am Steuer wirkt harmlos, lenkt aber ab. Wer isst, hat oft nicht beide Hände am Lenkrad und reagiert langsamer, wenn gebremst oder ausgewichen werden muss. Verschüttete Getränke können erschrecken oder die Bedienung des Fahrzeugs erschweren. Besonders wenn Kinder mitfahren, rät das KFV dazu, nur in Pausen zu essen.

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Kühlen Kopf bewahren

Bei hohen Temperaturen verliert der Körper Flüssigkeit. Schon leichte Dehydrierung kann die Konzentration beeinträchtigen. „Die Auswirkungen von Hitze auf die Fahrtüchtigkeit sollten nicht unterschätzt werden“, sagt KFV-Experte Robatsch. Wichtig ist, genügend Wasser mitzunehmen und regelmäßig zu trinken – nicht erst dann, wenn der Durst groß ist. Alkohol ist auch in der Mittagspause tabu: Dass Schwitzen den Alkoholabbau beschleunigt, ist laut KFV ein Mythos. Abgebaut wird Alkohol über die Leber.

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Steurer

Unbekannte Wege

Im Sommer sind viele Menschen auf dem Weg in den Urlaub auf Strecken unterwegs, die sie nicht kennen. Ungewohnte Straßen verlangen mehr Aufmerksamkeit. Neue Kreuzungen, ­Baustellen, enge Kurven oder geänderte Tempolimits erhöhen den Stress. Dazu kommen oft Staus und Reiseverkehr. Wer die Route im Vorfeld plant, Pausen einrechnet und nicht blind dem Navi folgt, fährt entspannter. Besonders wichtig ist es deshalb, defensiv zu bleiben, Abstand zu halten und sich nicht provozieren zu lassen.

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