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Damülser Jugendliche landen mit “Baumhaus der Träume” regionalen Instagram-Hit

19.09.2026 • 10:00 Uhr
Damülser Jugendliche landen mit "Baumhaus der Träume" regionalen Instagram-Hit
David Moosbrugger und Clemens Bischof präsentieren stolz die Hütte, an der sie seit über zwei Jahren arbeiten. Dietmar Stiplovsek

David Moosbrugger (15) und Clemens Bischof (14) haben in Damüls das „Baumhaus der Träume“ errichtet und auf Social Media bekannt gemacht.

David Moosbrugger und Clemens Bischof haben sich in Damüls einen Kindheitstraum erfüllt. Im Ortsteil Oberdamüls haben der 15- und der 14-Jährige mit ihren Freunden in Eigenregie eine imposante, zweistöckige Baumhütte fünf Meter hoch auf den Ästen eines Nadelbaums errichtet und nebenbei einen lokalen Internet-Erfolg bei Instagram gelandet.

Damülser Jugendliche landen mit "Baumhaus der Träume" regionalen Instagram-Hit
Über mehrere Monate hinweg ist eine imposante Konstruktion entstanden.

Das „Baumhaus der Träume“ ist nicht über Nacht entstanden. Über gut zwei Jahre hinweg haben Moosbrugger, Bischof und ihre Freude immer wieder abschnittsweise auf den Ästen herumgewerkelt. „Unsere Eltern haben hier oben schon auf einer Holzplattform gespielt. Irgendwann haben die Nachbarskinder begonnen, eine Hütte im Viereckmodell zu bauen. Doch als wir hier zu spielen begonnen haben, war das Dach schon eingebrochen“, erzählt der 15-Jährige.

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Moosbrugger und Bischof im NEUE-Gespräch in ihrer Baumhütte.

Die Motivation lieferte zu Beginn ein Spiel, in dem sich die anfangs fünfköpfige Freundesgruppe vorstellte, Teil einer imaginären Handwerksfirma zu sein. „Wir haben immer wieder Wände angebaut und abgerissen. Irgendwann dachte niemand mehr an das Firmen-Spiel. Als wir die ursprüngliche Bodenplatte wiederherstellten, waren wir voll motiviert, etwas Großes daraus zu machen“, schildert Moosbrugger weiter. Die Gruppe erweiterte sich in der Zwischenzeit, bis zu neun Jugendliche halfen am Aufbau mit. „Neue Wände sind hinzugekommen, irgendwann haben wir das Dach und die Wände abgedichtet. Ein Balkon ist dazugekommen, später haben wir überlegt, ein Schrägdach zu bauen. Mit einem Plan haben wir nie gearbeitet. Wenn jemand mit einer Idee kam, haben wir einfach drauflosgebaut. Was nicht funktioniert hat, wurde halt wieder herausgerissen.“

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Ein Schild weist ungebetene Gäste ab.

Vom Grundbesitzer bekamen die Jugendlichen – wohl angesichts der Tatsache, dass der Baum vorher schon dementsprechend genutzt worden ist – freie Hand. Immer wieder erfuhren sie Unterstützung von lokalen Handwerksbetrieben. „Zu Beginn sind wir über die Äste hochgeklettert“, erzählt Moosbrugger und Bischof ergänzt: „Ein Schreiner hat für uns eine Leiter gebaut, damit wir besser hochkommen.“ Das Holz für die Wände kommt vom Bauernhof von Moosbruggers Opa, der Boden ist aus alten Paletten gebaut.

Zweite Etage

Die – wenn man so will, offizielle – Bauzeit der Hütte hält die Freundesgruppe auf einem Brett innerhalb der Hütte fest: 1.5.2024 bis 2.9.2024. In Wahrheit basteln Moosbrugger und Bischof – beim Rest der Gruppe habe das Interesse am Projekt etwas abgenommen – bis heute an der Hütte weiter. So kam letztens eine zweite Etage mit Matratzenlager hinzu.

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Bis heute basteln die Jugendlichen an der Hütte weiter.

In der „Hauptetage“ finden sich ein Tisch, eine Werkzeugwand, Ablageflächen für Snacks und Regale. Zusätzlich sorgen Fenster für einen Ausblick Richtung Dorf. „Man muss sich keine Sorgen machen, dass es nicht stabil ist“, beruhigt Moosbrugger, als er der NEUE das „Baumhaus der Träume“ präsentiert. „Zwischen den Wänden haben wir mit Bauschaum angebracht und der Boden hält auch – den haben wir mit 15 Leuten getestet“, grinst er.

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Mit Bauschaum sind die Wände der Bauhütte verdichtet.

Wenn man die beiden Damülser mit nach ihrem Vorbild für das Projekt fragt, nennen sie den YouTube-Kanal „The Real Life Guys“. Moosbrugger erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der er die Videos von deren Baumhaus-Bauprojekt angeschaut hat. „Ich dachte: Eigentlich wäre es cool, selbst auch sowas zu machen.“ Gesagt, getan: Ein Instagram-Kanal unter dem Namen „Baumhaus der Träume“ wurde erstellt und eine handvoll Videos vom eigenen Projekt gedreht. „Wir haben lange nach einem Namen gesucht, bis ein Kollege ausgerufen hat: ‚Des Bomhus isch scho an Traum!‘ Damit stand der Name fest“, schildert der 15-Jährige.

Regionaler Internet-Hit

Binnen kürzester Zeit bauten die Damülser mit dem Kanal über 500 Follower auf. Die kurzen, unterhaltsamen Videos, in denen meist Moosbrugger vor der Kamera steht und auf authentische Art mit Wälder Dialekt zur Zuseherschaft spricht, wurden allesamt über 2000 Mal angeklickt – das meistgesehene Video erreichte gar 92.000 Aufrufe.

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Stolz präsentieren die beiden Schüler ihren Social-Media-Account.

„Wir hätten nicht gedacht, dass der Account so viral geht“, gestehen die beiden Jugendlichen. Inzwischen gab es sogar ein Kooperationsvideo mit dem Vorarlberger Start-up „FlexiCap“, in dem Moosbrugger und seine Freunde die wiederverwertbaren Flaschenverschlüsse bewerben. „Sie haben uns Preise für Gewinnspiele gesponsort, was uns natürlich voll gefreut hat“, erzählt der 15-Jährige stolz.

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Ein Schild beim Hinaufklettern weist auf das Instagram-Profil der Baumhaus-Crew hin.

Für die jüngere Generation hat Moosbrugger einen Ratschlag parat: „Ich kann nur jedem empfehlen, auch so ein Baumhaus zu bauen. Das ist eine noble Sache. Man trommelt ein paar Kollegen zusammen und findet dadurch auch neue Freunde.“ Klar gebe es auch Schattenseiten – mehrmals habe es Versuche gegeben, in das „Baumhaus der Träume“ einzubrechen – doch davon lassen sich die Jugendlichen nicht den Spaß verderben. Insgeheim schmieden sie schon neue Pläne für ein weiteres, noch größeres Baumhaus mit einer Bar und einem Getränkelager.

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Auf die Frage, welche Ziele David Moosbrugger und Clemens Bischof mit dem „Baumhaus der Träume“ in Zukunft verfolgen, antworten die beiden Schüler: „Wir hoffen, dass auch unsere Kinder eines Tages noch etwas vom Baumhaus haben.“ Daran gibt es jedoch Zweifel: „Wegen des Baums haben wir Bedenken, der ist schon recht alt. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.“

(NEUE am Sonntag)