Was ein 3D-Drucker alles möglich macht

Christian Rein druckt Alltagsgegenstände und große Projekte. Dabei entscheidet oft der Feinschliff, wie das Ergebnis aussieht.
Wie sind Sie zum 3D-Druck gekommen?
Christian Rein: Die Begeisterung hat mich gepackt, als 2018 ein 3D-Drucker in unser Geschäft gestellt wurde. Als die 3D-Drucker leistbarer geworden sind, habe ich mir schlussendlich selbst einen gekauft. Einen funktionsfähigen Drucker konnte man dann schon um 300 bis 400 Euro bekommen.
Was war anfangs die größte Herausforderung?
Rein: Der Druck musste auf der Druckplatte halten und durfte nicht umfallen. Temperatur und Geschwindigkeit musste man selbst herausfinden. Das Ganze ist einfach „learning by doing“. Heute muss man nur Material und Farbe auswählen – die Software erledigt den Rest.
Ist Ihnen beim Drucken auch einmal etwas misslungen?
Rein: Früher habe ich auf einer Glasplatte gedruckt. Wartet man nach dem Druck bis das Werk abgekühlt ist, lässt es sich leichter lösen. Ich war aber ungeduldig und wollte es gleich herunternehmen. Mit einer Spachtel habe ich es versucht zu lösen – irgendwann war die Glasplatte kaputt und es gab eine große Sauerei.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Rein: Auf meinen ersten großen Druck, der über den Bauraum des Druckers hinausging. Ich musste die einzelnen Teile separat drucken und habe dabei gelernt, die Teile zu verbinden und zu verspachteln. Auch auf meinen Iron-Man-Anzug, an dem ich gerade arbeite, bin ich stolz. Angefangen habe ich im Juli. Für die Comic-Con im März soll er fertig werden. Das Projekt wird mich noch mehrere hundert Stunden kosten.
Was macht Ihnen bei der Arbeit besonders Freude und was eher nicht?
Rein: Elektronik war für mich immer schwierig. Für den Iron-Man-Anzug musste ich mir alles mit YouTube-Videos selbst beibringen. Am liebsten schleife und verspachtle ich: Zuerst grob mit der Maschine, dann fein von Hand. So kann man jede Unebenheit spüren. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist das wie Entspannung für mich. Bei Gold und Silber sieht man jede Drucklinie. Das Ziel ist, dass man dem fertigen Stück nicht mehr ansieht, dass es gedruckt wurde.