Vorarlberg

Kürbisschnitzen war gestern: Auf dem Martehof in Röthis wird an Halloween gemalt

30.10.2026 • 12:04 Uhr
Kürbisschnitzen war gestern: Auf dem Martehof in Röthis wird an Halloween gemalt
Franziska Marte und Tochter Rosi waren bereits vor dem Halloween-Fest fleißig und haben ihre Kürbisse mit verschiedenen Motiven bemalt. Klaus Hartinger (7)

Familie Marte aus Röthis hat auf ihrem Bauernhof mit selbst gezüchteten, bemalten Kürbissen erfolgreich die Alternative zum traditionellen Schnitzen erprobt. Die NEUE hat den Familienbetrieb vor Halloween besucht.

Vor etwa 150 Jahren brachten irische Einwanderer ihre Tradition des „Jack O’Lantern“ in die USA. Seither verbreitete sich der Brauch der Kürbislaterne zu Halloween in unseren Breitengraden und für viele Kinder gehört das Kürbisschnitzen zum 31. Oktober jedes Jahres standardmäßig dazu.

Kürbisschnitzen war gestern: Auf dem Martehof in Röthis wird an Halloween gemalt

Weniger bekannt, aber eine schöne Alternative zum Schnitzen ist das Bemalen von Kürbissen. Auf dem Martehof in Röthis wurde die neue Tradition kürzlich beim „Kürbisfest“ erprobt – mit großem Anklang, wie Franziska Marte berichtet. „Das Fest ist super angekommen. Über drei Stunden verteilt sind etwa 100 Besucher auf den Hof gekommen. Manche Eltern haben selbst angefangen, Kürbisse zu bemalen, weil die Kinder so vertieft darin waren, dass sie sich nicht mit ihnen beschäftigen mussten“, lacht die Landwirtin, die den Hof gemeinsam mit ihrem Mann Alexander und dessen Eltern Karlheinz und Annemarie bewirtschaftet. Mit der sechsjährigen Rosa, dem dreijährigen Peter und dem einjährigen Jakob steht die nächste Generation des Familienbetriebs bereits in den Startlöchern und hilft tatkräftig mit.

Kürbisschnitzen war gestern: Auf dem Martehof in Röthis wird an Halloween gemalt
Familie Marte mit Alexander, Franziska, Karlheinz, Rosi und Annemarie (v.l.).

So packt die ganze Familie zum Beispiel in der Kürbissaison an. Da finden alle Arbeitsschritte per Hand statt, von der Ernte über das Waschen bis hin zur Einlagerung. „Unsere Kürbisse werden nach Gewichtsklasse eingeteilt. Wir haben die verschiedenen Kisten mit Symbolen gekennzeichnet, sodass die Kinder beim Sortieren helfen können“, erzählt Franziska.

Kürbisse für jeden Zweck

Zum Repertoire gehören Schnitz- beziehungsweise Malkürbisse ebenso wie Speise- und Zierkürbisse. Letztere seien bereits im September ausverkauft gewesen, erzählt Franziska. Vor dem Hofladen lagern derzeit aber noch einige Verkaufsexemplare, die sich fürs Schnitzen oder Malen eignen.

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Die Idee zur Kürbisbemalung hat ihren Ursprung im Hitzesommer, wie Franziska erzählt: „Aufgrund der Trockenheit sind einige merklich kleiner als gewöhnlich ausgefallen. Diese Exemplare eigneten sich nicht so gut zum Schnitzen“. Außerdem habe sie beim Fest auf ihrem Hof kein Herumhantieren mit Schnitzwerkzeug haben wollen. Die Bemalung der Kürbisse bringt dagegen weitere Vorteile: Einerseits ist die Verletzungsgefahr für Kinder geringer, andererseits halten die bemalten Kürbisse wesentlich länger als die geschnitzten Exemplare, da sie nicht geöffnet und ausgehöhlt werden.

Kürbisschnitzen war gestern: Auf dem Martehof in Röthis wird an Halloween gemalt
Annemarie Marte im Kürbislager, das in dieser Woche noch gut gefüllt war.

Familie Marte begann mit der Kürbiszucht im Jahr 2020. „Damit haben wir einen Volltreffer gelandet. Damals herrschte im Herbst ein richtiger Kürbis-Boom. Bis heute ist der ein wenig abgeflacht, aber der Anbau und Verkauf rentiert sich noch“, sagt die Landwirtin.

Rinder- und Schafzucht

Auf den Feldern des Martehofs wachsen aber nicht nur Kürbisse, sondern auch Kartoffeln und Mais. Karlheinz Marte, der den Aussiedlerhof im Jahr 1990 gemeinsam mit seiner Frau Annemarie gekauft und anschließend saniert hat, ist auf die Rindermast spezialisiert. Die gesamte Rinderhaltung entspricht den strengen Richtlinien des Ländle Gütesiegels, das Regionalität und Produktionsstandards sicherstellt. Verkauft wird das zertifizierte Fleisch bei Spar und in Teilen auch im eigenen Hofladen. „Der Konsument ist Feinspitz geworden, er achtet heute verstärkt auf Qualität“, erklärt der 61-Jährige. „Diesem Anspruch muss man nachkommen, man professionalisiert sich.“

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Karlheinz steckt viel Herzblut in die mit dem Ländle Gütesiegel zertifizierte Rindermast.

Sein Sohn Alexander kümmert sich um einen weiteren Teilbereich auf dem Martehof, die Schafzucht. Diese werden in der hofeigenen Metzgerei geschlachtet und direkt an die Konsumenten vermarktet. Da bietet sich gut an, dass Franziska die Ausbildung zur Metzgerin absolviert hat. Zudem kümmert sie sich um den Verkauf. Annemaries Einsatzgebiet ist der Garten, aber sie hilft überall mit, wo sie gebraucht wird. Rosie, Jakob und Peter packen am liebsten im Hasenstall mit an.

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Die sechsjährige Rosi verbringt ihre Zeit am liebsten im Hasenstall.

Wer abschließend noch Inspiration für sein Halloween-Fest braucht: Das gruselige Gesicht des eingangs erwähnten „Jack O‘Lantern“ lässt sich ganz einfach auf einen Kürbis malen. Zwei nach innen geneigte Dreiecke oder schräge Vierecke für die Augen und ein Dreieck mittig dazwischen als Nase sind simpel aufgezeichnet. Als Mund malt man einfach einen breit geschwungenen Bogen, spitzige Dreiecke bilden die Zähne. In diesem Sinne: Happy Halloween!

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(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)