Vorarlberg

“Finde es eine gute Hilfe”: Spritpreisbremse wird positiv aufgenommen

02.04.2026 • 18:30 Uhr
"Finde es eine gute Hilfe": Spritpreisbremse wird positiv aufgenommen
Die NEUE hat mit Autofahrern an der Tankstelle Oberscheider in Lustenau gesprochen. canva/hartinger

Die NEUE hat sich nach Inkrafttreten der Spritpreisbremse an der Oberscheider-Tankstelle in Lustenau umgehört. Die Preissenkung kommt bei Autofahrern dort gut an.

Seit Donnerstagmittag ist die von der Bundesregierung beschlossene Spritpreisbremse an heimischen Tankstellen in Kraft. Davon erhofft sich die schwarz-rot-pinke Koalition eine Preissenkung an den Zapfsäulen von zehn Cent pro Liter.

"Finde es eine gute Hilfe": Spritpreisbremse wird positiv aufgenommen
Die NEUE hat an einer OMV-Filiale nachgeprüft: Die Spritpreise um kurz nach 10 Uhr vormittags… hartinger
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… und um kurz nach Mittag, als die Preisbremse in Kraft getreten ist. hartinger

Zuvor waren die Treibstoffkosten am Mittwoch weiterhin auf hohem Niveau. Laut E-Control lag der Medianwert für einen Liter Diesel österreichweit am Vortag noch bei 2,199 Euro, für einen Liter Superbenzin waren im Schnitt 1,869 Euro zu bezahlen. Die NEUE hörte sich am frühen Nachmittag – nachdem die Preisbremse wirksam geworden war – an der Oberscheider-Tankstelle in Lustenau um.

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Die Preisanzeige bei der Oberscheider-Tankstelle in Lustenau nach Inkrafttreten der Spritpreisbremse. hartinger

“Preise sind auf Rekordniveau”

Manuel Mrsic findet es “auf jeden Fall” gut, dass der Staat in die Spritpreisentwicklung eingreift. Als An- und Verkäufer von Baumaschinen legt er pro Monat etwa 3000 Kilometer mit dem Firmenwagen zurück und merkt die in den letzten Wochen gestiegenen Preise entsprechend in seinem Alltag: “Ich glaube, die Preise sind fast auf Rekordniveau”, sagt Mrsic.

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Manuel Mrsic legt beruflich weite Wege mit dem Auto zurück und ist entsprechend froh, wenn die Spritpreissteigerung gedämpft wird.hartinger

“Ich versuche, sparsamer unterwegs zu sein, aber man muss fahren, egal, wie man es umlegt”, antwortet er auf die Frage, wie er sich den gestiegenen Preisen angepasst hat. Preise vergleicht er an der Zapfsäule aber nicht: “Es ist überall mehr oder weniger gleich teuer, der Unterschied macht maximal ein paar Cent pro Liter aus.”

“Man merkt die gestiegenen Preise im Alltag”

Mohammad Adami ist beruflich ebenfalls häufig mit dem Auto unterwegs. “Normalerweise bezahle ich mit dem Firmenauto rund 80 bis 90 Euro für eine Tankfüllung, jetzt sind es etwa 120 Euro. Ich bin ganz selten im Privatauto unterwegs, aber früher habe ich damit für 100 bis 120 Euro getankt und jetzt schlägt sich das mit 170 bis 180 Euro pro Tank nieder”, führt der in Schwarzach wohnhafte Iraner aus. “Das merkt man zusammen mit den gestiegenen Fixkosten schon im Alltag. Das betrifft gerade auch die Leute, die mehrmals pro Woche tanken gehen müssen”, denkt Adami an Pendler, die weitere Strecken zurücklegen.

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Mohammad Adami spürt die gestiegenen Preise im Alltag und ist darum ebenfalls um die Spritpreisbremse froh.hartinger

Auch er befürwortet die Spritpreisbremse: “Auf Dauer soll man bis zu zehn pro Liter Cent sparen können. Das finde ich eine gute Hilfe.” Um die eigenen Treibstoffkosten zu reduzieren, setzt Adami auf zwei Maßnahmen: “Ich achte darauf, dass ich an Tankstellen zufahre, wo die Spritpreise geringer sind. Und auf der Autobahn in Deutschland fahre ich nicht mit 180 km/h, sondern schaue, dass ich meine Geschwindigkeit reduziere.”

Preisbremse macht grenzüberschreitendes Tanken sinnvoll

Oskar Köppel ist aus der benachbarten Schweiz nach Lustenau gekommen, um aufzutanken. “Inzwischen macht der Preisunterschied zwischen Österreich und der Schweiz fast nichts mehr aus”, erklärt er. Drückt die Spritpreisbremse die Preise auf ein Niveau vor der Blockade der Straße von Hormus, so lohne es sich, nach Österreich zu fahren, um aufzutanken: “Davor war es um einiges teurer in der Schweiz, etwa 20 Rappen pro Liter. Da rentiert es sich, zumal ich nur drei Kilometer von der Grenze entfernt wohne”, gibt Köppel zu verstehen.

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Oskar Köppel wohnt in Grenznähe – für ihn lohnt sich der Weg über den Rhein zum Tanken, wenn die Preisbremse wirkt.hartinger

Auch Marco Tiefenig echauffiert sich über die gestiegenen Spritpreise. “Wenn die Preise endlich sinken, ist das super”, betont der Lustenauer beim Volltanken seines Autos kurz, ehe er sich wieder auf den Weg macht.

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Marco Tiefenig ist froh, wenn der Sprit günstiger wird.hartinger

Mark Eberle, der an der Kasse der Oberscheider-Tankstelle arbeitet, findet, dass für einen Donnerstag “schon einiges los ist” an den Zapfsäulen. “Aber ob das auf die Spritpreisbremse zurückzuführen ist, weiß ich nicht. Es könnte auch an den Osterferien liegen”, mutmaßt der Hohenemser. Zuvor habe die ein oder andere Kundschaft schon eine Bemerkung über die hohen Preise gemacht: “Die fragen, ob sie für den Preis noch einen Kaffee dazubekommen oder so ähnlich”, lacht er. Ihre Wut lassen sie aber am Personal nicht aus: “Die Leute wissen, dass wir nichts dafür können.”

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Laut Tankstellenmitarbeiter Mark Eberle nehmen manche Kunden die gestiegenen Spritpreise mit einer Prise Galgenhumor. hartinger

Selbst ist Eberle auf das Auto angewiesen, wenn er Wochenenddienste oder Frühschichten absolvieren muss. “Ich habe zum Glück einen Diesel, der nicht so viel verbraucht. Aber für einen vollen Tank habe ich fast 80 Euro gezahlt, was normalerweise 40 oder 50 Euro ausmacht.” Entsprechend dürfte die Spritpreisbremse auch ihm persönlich entgegenkommen.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)