Vorarlberg

Alp-Obmann Wachter zu Wolfsriss: “Eine Katastrophe, wie das Rind leiden musste”

03.08.2026 • 17:11 Uhr
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Am Sonntag schlug der Wolf auf der Tilisuna Alpe zu. LWK Vorarlberg

Hermann Wachter, Obmann der Tilisuna Alpe, schildert im Telefonat mit der NEUE seine Sicht auf den Wolfsriss am Wochenende im Montafon.

Hermann Wachter ist Obmann der Tilisuna Alpe im Montafon. Er war dabei, als am Sonntag ein vom Wolf gerissenes Jungrind tot auf seiner Alpe aufgefunden wurde. “Der Schlegel abgerupft, der Bauch aufgerissen – eine Katastrophe, wie das Tier leiden musste”, erzählt Wachter im Telefonat mit der NEUE. “Es ist fürchterlich, wenn ein Bauer das mitansehen muss. Diesen Anblick vergisst man ein Leben lang nicht mehr”, betont der Alp-Obmann. Er spricht sich dafür aus, den Schutzstatus des Wolfs zu lockern: “Man sollte ihn vorher schießen dürfen, nicht erst dann, wenn etwas passiert. Ich habe nichts gegen den Wolf, aber wofür braucht man ihn? Als Mensch bekommt man ihn nicht zu Gesicht, er ist ja nachtaktiv. Man sieht nur den Schaden, den er anrichtet. So traut man sich gar nicht mehr, mit dem Vieh im Sommer auf die Alpe zu gehen.”

Herdenschutzmaßnahmen seien auf der Tilisuna Alpe de facto unmöglich. “Das ist ein 350 Hektar großes Gelände, teils mit steilen Hügeln und Felsen. Da ist es nicht möglich, einfach einen Zaun aufzustellen.” Wachter beklagt: “Immer geht es um den Wolf, aber bei den Nutztieren fehlt der Schutz. Die Tierschützer sollten den Anblick eines gerissenen Rinds einmal sehen, dann würden sie nicht mehr für den Wolf einstehen.”

Indes gab es am Montag eine zweite Alpe, auf der der Wolf zuschlug: Auf der Alpila Alpe im unweit entfernten Gauertal bei Tschagguns wurden ein Kalb und ein Esel gerissen, ein weiteres Kalb ist noch abgängig.

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(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)