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Bekommt der ­Bregenzerwald eine MRT-Praxis?

12.12.2024 • 09:00 Uhr
Bekommt der ­Bregenzerwald eine MRT-Praxis?
Beim Kreisverkehr in Bersbuch wäre ein verkehrsgünstiger und zentraler Standort für eine MRT-Praxis. google maps

Ja, meinen einige Ärzte, wie die NEUE aus verlässlicher Quelle erfahren hat. Ein zentraler und verkehrsgünstiger Standort wäre gefunden. Einige Hürden gibt es aber auch.

Von Kurt Bereuter

Die „Magnet Resonanz Institut Bregenz GmbH“ mit Dr. Vonbank wolle zusammen mit einigen niedergelassenen Allgemeinmedizinern aus dem Bregenzerwald in Andelsbuch-Bersbuch eine MRT-Praxis errichten. Der Standort wäre beim Gebäude des Gasthauses Ritter in Andelsbuch-Bersbuch gefunden, direkt am Kreisverkehr von Andelsbuch, Schwarzenberg und dem Hinterwald gelegen. Also in der Heimatgemeinde der zuständigen Landesrätin Martina Rüscher. So weit, so gut. Aber die Gemeinde habe dort aus Widmungsgründen abgesagt, hieß es.

Bürgermeister ist offen

Bürgermeister Bernhard Kleber erklärt, dass es ein Gespräch mit dem Hauseigentümer, Wolfgang Fechtig, von „Raum und Zeit – Parkett“, gegeben habe, aber kein Ansuchen um eine Widmung und auch kein konkretes Projekt. Von Gemeindeseite würde das wohlwollend geprüft werden, wenn es eine sinnvolle Einrichtung und die Ärzteschaft der Talschaft eingebunden wäre. Diese ist aus gut informierten Kreisen auf alle Fälle gegeben, so wären gleich mehrere Ärzte in diese private Praxis eingebunden, in welcher Form muss wohl noch geklärt werden. Konkrete Namen sind der Redaktion bekannt.

Wolfgang Fechtig steht nach wie vor hinter diesem Projekt, will aber die Behördenverfahren gerne der Ärzteschaft überlassen. Er hätte sich gewünscht, dass das Institut Ende 2025 fertig ist. Aber die Initiative liege nicht mehr bei ihm, obwohl er sich dieses Angebot für den Bregenzerwald noch immer wünsche.

Das MRT-Institut Bregenz

Dr. Herbert Vonbank vom MRT-Institut Bregenz, das diese Praxis medizinisch betreuen würde, bestätigt, dass es diese Idee gebe und mehrere Ärzte daran arbeiten. Allerdings wäre es als Wahlarztpraxis angedacht, also für Selbstzahler. Das würde auch der Tourismusregion nützen, ist Dr. Vonbank überzeugt. Dass auch heute schon mehrere Patienten in den anderen MRT-Instituten Selbstzahler sind, ist einfach der langen Wartezeiten geschuldet. Die können nämlich als Selbstzahler massiv abgekürzt werden. Und diese Abkürzung lässt sich manch leidtragender Patient ein paar Hundert Euro kosten.

Sinnvolle regionale Leistung

Gerade in Hinblick auf den Schitourismus im Hinterwald würde ein solcher Standort für die Ärzteschaft Sinn machen. Aber es würde wohl für die Bregenzerwälder Bevölkerung vom Hinterwald über den Mittelwald bis zum angrenzenden Vorderwald nicht nur eine schnellere und nähere Anfahrt zu einer MRT-Untersuchung bedeuten, sondern auch schnellere Termine. Ein Insider erklärt, dass es zwar genügend MRT-Geräte im Land gebe, aber jene in den Krankenhäusern wegen Personalmangel nicht ausgelastet seien. Dass private MRT-Institute eher – vor allem technisches – Personal finden, mag an der Bezahlung und vor allem an den familienfreundlicheren Dienstzeiten liegen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Primar erklärte, dass die Krankenhäuser angewiesen seien, nicht dringend notwendige MRT-Untersuchungen außerhalb durchführen zu lassen. Dann ist es nämlich eine finanzielle Leistung der Sozialversicherungen und nicht des Kostenträgers Land Vorarlberg.

Die ÖGK-Landesstelle Vorarlberg

Manfred Brunner, als in diesem Halbjahr zuständiger ÖGK-Landesstellen-Vorsitzender war nicht erreichbar. Christoph Jenny, ab Jänner wieder Vorsitzender, erklärte, dass dies nicht zwingend abzulehnen wäre, wenn das Angebot nicht zu zusätzlicher Nachfrage führe. Denn es gebe jetzt schon zu viele MRT-Untersuchungen, weshalb auch Überlegungen angestellt würden, einen Kriterienkatalog zu erarbeiten. Die ÖGK könnte wohl ein wichtiger Vertragspartner für diesen neuen Standort sein, wenngleich die Touristen und auch Privatzahler eine lukrative Zielgruppe im Bregenzerwald und darüber hinaus sein könnten, so zumindest die Erwartungen der Betreibergruppe.
Noch müssen also die Wälder nach Bregenz oder Dornbirn für eine MR-Untersuchung. Aber wenn diese im Bregenzerwald möglich wäre, würden sie sich einen längeren Weg und Zeit ersparen und hoffentlich schneller einen Termin bekommen. An der Gemeinde soll es also nicht scheitern. An der ÖGK schon eher, fürchten sie doch Mehrkosten durch mehr Untersuchungen. Aber wie gesagt, eine Vereinbarung mit der ÖGK ist vorläufig auch nicht angedacht, auch wenn sie Sinn machen könnte, vor allem für die Wälder Patienten. Aber der wichtigste Player ist die Wälder Ärzteschaft mit dem MRT-Institut-Bregenz im Hintergrund. Der Bregenzerwald würde auf alle Fälle mehrfach profitieren.