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Firmeninsolvenzen 2025 stabil, Privatkonkurse gestiegen

HEUTE • 09:16 Uhr
Firmeninsolvenzen 2025 stabil, Privatkonkurse gestiegen
In Vorarlberg wurden 2025 wie auch im Vorjahr insgesamt 162 Unternehmensinsolvenzen eröffnet. Stiplovsek, Shutterstock

Neue Zahlen des Alpenländischen Kreditorenverbands zeigen einen starken Anstieg der Privatinsolvenzen und in welchen Branchen der Druck auf die Unternehmen besonders groß ist.

Vorarlberg ist im Jahr 2025 bei den Firmeninsolvenzen vergleichsweise glimpflich davongekommen. Laut aktueller Jahresstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbands blieb die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen mit 162 Fällen exakt auf dem Niveau des Vorjahres.

Rekordpleitenjahr in Österreich

Österreich insgesamt hat hingegen 2025 das dritte Rekordpleitenjahr in Folge erlebt. Laut Jahresstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbands wurden österreichweit 4189 Firmeninsolvenzen eröffnet. Zählt man auch die mangels Masse abgewiesenen Verfahren hinzu, summierte sich die Zahl der Firmenpleiten auf 7156 Fälle. Damit lagen die Insolvenzzahlen erneut deutlich über dem Niveau der Finanzkrise 2007 und 2008. Haupttreiber waren eine anhaltende Industrieschwäche, Kaufzurückhaltung sowie Nachwirkungen der Rezession der vergangenen Jahre.

Besonders stark betroffen waren bundesweit der Handel, die Bauwirtschaft sowie Beherbergung und Gastronomie. Gleichzeitig blieben im Jahr 2025 milliardenschwere Großinsolvenzen aus. Dennoch beliefen sich die Gesamtpassiva aller eröffneten Unternehmensinsolvenzen auf rund 11,03 Milliarden Euro. Auffällig ist, dass ein Großteil dieser Verbindlichkeiten weiterhin aus der Immobilienbranche stammt, die österreichweit die höchsten Passiva aufwies.

Sonderstellung Vorarlberg

Vorarlberg nahm im Bundesländervergleich eine Sonderstellung ein. Die Zahl der Firmeninsolvenzen blieb mit insgesamt 162 Fällen exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Auch bei den tatsächlich eröffneten Verfahren gab es einen leichten Rückgang auf 96 Insolvenzen. Damit entwickelte sich das Land stabiler als viele andere Regionen, etwa Oberösterreich oder Salzburg, wo deutliche Zuwächse verzeichnet wurden.

Handel und Bauwirtschaft tun sich schwer

Auch innerhalb Vorarlbergs waren 2025 vor allem der Handel mit 24 Insolvenzen sowie Beherbergung und Gastronomie mit 20 Verfahren betroffen. Es folgen sonstige Dienstleistungen und die Bauwirtschaft. Die Industrie spielte mit elf Insolvenzen eine untergeordnete Rolle. Die Gesamtpassiva der Vorarlberger Firmenpleiten beliefen sich auf rund 86,9 Millionen Euro und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Zu den größten Insolvenzfällen zählte die Haberl Baugesellschaft m.b.H. aus Lustenau.

Privathaushalte unter Druck

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Privatinsolvenzen. Österreichweit blieben die Zahlen trotz steigender Arbeitslosigkeit nahezu stabil. In Vorarlberg hingegen stiegen die eröffneten Schuldenregulierungsverfahren um 9,93 Prozent auf 465 Fälle. Insgesamt wurden 502 Privatinsolvenzen gezählt. Damit verzeichnete Vorarlberg bundesweit den stärksten relativen Anstieg. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass private Haushalte zunehmend unter finanziellen Belastungen stehen, auch wenn sich die Unternehmenslandschaft im Land vergleichsweise robust zeigte.