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Metro-Kino: Stadt sieht von Kauf ab

10.02.2026 • 18:23 Uhr
Metro-Kino: Stadt sieht von Kauf ab
Das Metro-Kino ist seit fast einem Jahr geschlossen. Hartinger

Aus des Bregenzer Traditionskinos noch nicht in Stein gemeisselt. Weiteres Treffen mit Eigentümer geplant. Mit der neuen Ausgangslage legt die Initiative „Lichtspielfreunde“ sein Engagment für das Kino vorläufig auf Eis.

Seit März 2025 werden im Metro-Kino keine Filme mehr gezeigt, im Café ist aufgestuhlt. Auch gut ein Jahr danach ist weiterhin ungewiss, wie es mit dem Traditionskino weitergeht. Die Sicherung des Kinostandorts im Vorkloster ist der Stadt Bregenz ein Anliegen, und es wurden bereits einige Schritte unternommen. So wurden seitens der Stadt mehrere Gutachten in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden Schallmessungen durchgeführt sowie eine Gesamtbewertung des Gebäudes und der anfallenden Sanierungskosten erstellt. Zu einer endgültigen Lösung mit Eigentümer Lukas Pasi ist es jedoch noch nicht gekommen.

Metro-Kino: Stadt sieht von Kauf ab

Derzeit nicht leistbar

Nach dem letzten Treffen der Stadt mit Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück sowie Pasi, möglichen Betreibern und der Initiative „Lichtspielfreunde“ ist zumindest klar, dass die Stadt die Immobilie nicht kaufen wird. „Dass ein Kauf nicht infrage kommt, kann ich so nicht sagen. Die wirtschaftliche Situation der Stadt ist momentan aber nicht einfach, und aus meiner Sicht sowie jener der Bregenzer Volkspartei ist klar: Das können wir uns derzeit nicht leisten. Das ist jedoch ein demokratischer Entscheid“, sagte Frühstück, der einer offiziell bekannt gegebenen Entscheidung nicht vorgreifen wollte. Bürgermeister Michael Ritsch war gestern telefonisch nicht erreichbar. Konkreter äußerte sich Lukas Pasi nach dem Treffen: „Nun steht fest, dass die Stadt das Metro-Kino nicht kaufen wird.“

Weiteres Treffen

Wie geht es nun weiter? „Wir haben angeregt, dass wir uns Anfang März erneut mit dem Eigentümer und möglichen Betreibern zusammensetzen“, so der Vizebürgermeister, für den das Metro-Kino auch einen emotionalen Stellenwert hat. „Ich bin im Vorkloster aufgewachsen und kenne das Kino seit meiner Kindheit. Daher hoffe ich, dass es noch zu einer Lösung kommt.“ Optimal wäre für Frühstück, wenn der Eigentümer es noch einmal mit einem Pächter versuchen würde und die Stadt mit Förderungen unterstützend tätig ist.

Maurice Shourot
Der Bregenzer Vizebürgermeister Roland Frühstück. Shourot

Das letzte Wort noch nicht gesprochen

Auch Pasi bestätigt ein weiteres Treffen mit potenziellen Betreibern. „Wir sind weiterhin bemüht, irgendwie eine gute Lösung mit neuen Vorschlägen und Ideen für den Fortbestand des Kinos zu finden. Bis Mitte März muss jedoch eine Entscheidung fallen.“ Sein Optimismus hält sich allerdings in Grenzen. „Es gab schon ein Konzept bezüglich der zukünftigen Nutzung. Das Kino soll nicht nur ein Ort für Filmvorführungen sein, sondern auch außerhalb der Vorstellungszeiten zum Verweilen einladen. Dazu braucht es zielgerichtete Umbaumaßnahmen sowie Live-Veranstaltungen. Das setzt umfangreiche Investitionen voraus.“ In Hinblick auf Subventionen und Förderungen sehe es derzeit jedoch nicht rosig aus, so Pasi. Zudem gebe es auch andere Interessenten für die Immobilie. „Das müsste aber alles noch im Detail geprüft und besprochen werden.“

Offene Fragen

Es gibt also noch einige offene Fragen rund um das Traditionskino. Klar ist hingegen, dass die „Lichtspielfreunde“ – eine Initiative kulturinteressierter Bürgerinnen und Bürger, die die Gründung eines Fördervereins zur Unterstützung einer zukünftigen kulturellen Nutzung des ehemaligen Metro-Kinos vorbereiten – vorerst nicht mehr involviert sind. „Unser Engagement basierte von Beginn an auf einer klaren Voraussetzung: dem Erwerb der Immobilie durch die Stadt Bregenz als Grundlage für eine langfristig tragfähige, gemeinwohlorientierte Entwicklung. Nur unter dieser Voraussetzung sehen wir realistische Möglichkeiten für eine nachhaltige kulturelle Nutzung des Hauses“, erklärt Erich Langeder von der Initiative „Lichtspielfreunde“.

metro kino, Erich Langeder
Erich Langeder von der Initiative “Lichtspielfreunde”. rob

Überrascht

„Seit mehreren Monaten arbeiten viele engagierte Menschen ehrenamtlich an Konzepten, Ideen und Kalkulationen für ein mögliches Kulturprojekt. Dieses Engagement wurde von zahlreichen Unterstützern begleitet. Umso überraschender war für uns die Mitteilung, dass die Stadt zuletzt von ihren bisherigen Kaufabsichten Abstand genommen hat. Stattdessen wurde vorgeschlagen, erneut Gespräche mit dem Eigentümer aufzunehmen. Diese Gespräche haben in der Vergangenheit zu keiner vernüftigen Grundlage für eine weitere Projektentwicklung geführt“, führt Langeder aus. Für die Initiative sei damit eine zentrale Planungs- und Entscheidungsgrundlage entfallen. „Sämtliche Überlegungen und Vorarbeiten gingen davon aus, dass sich die Immobilie im öffentlichen Eigentum befindet und damit jene Planungssicherheit besteht, die für ein Kulturprojekt dieser Größenordnung erforderlich ist. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, unsere Mitarbeit am Projekt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zu beenden“, so Langeder. Dieser Schritt sei nicht leichtgefallen, „er ist jedoch eine konsequente Reaktion auf die veränderte Ausgangslage“.

Metro-Kino Bregenz

Am 20. September 1952 eröffnete das Metro-Kino als zweites Lichtspielhaus der Landeshauptstadt. Ursprünglich bestand es aus einem einzigen Kinosaal mit 500 Plätzen sowie einem angeschlossenen Gastronomiebetrieb – dem heutigen Metro-Café. 1961 wurde die Kapazität von 520 auf 854 Sitzplätze erweitert, womit das Metro-Kino zum größten Lichtspieltheater Westösterreichs avancierte. Doch mit dem aufkommenden Trend zu Multiplex-Kinos wurde der große Saal 1983 wieder verkleinert. Der einstige Kinobalkon wurde in einen zweiten Saal umgewandelt. Zwei Jahre später entstand durch die Verlegung des Haupteingangs ein dritter Kinosaal. 2007 erfolgte eine umfassende Renovierung des Kinofoyers sowie von Saal 2. Dabei wurde stets großer Wert auf die Erhaltung der originalen Architektur gelegt, um das traditionelle Erscheinungsbild eines klassischen Lichtspieltheaters der 1950er-Jahre zu bewahren.

Jederzeit gesprächsbereit

Die Initiative betont ausdrücklich, dass sich dieser Rückzug nicht gegen die Idee einer kulturellen Nutzung des ehemaligen Metro-Kinos richtet. Im Gegenteil: „Wir halten diese weiterhin für wichtig und wünschenswert. Aktuell sehen wir jedoch keine ausreichenden Voraussetzungen, um unser Engagement verantwortungsvoll fortzuführen.“ Sollte sich die Situation in Zukunft ändern und eine klare, verlässliche Grundlage für eine Projektentwicklung entstehen, „sind wir jederzeit bereit, Gespräche wieder aufzunehmen“.