„Krypto-Spekulation“ mit Geld aus der Parteikasse?

Am Landesgericht Feldkirch steht am Mittwoch ein ehemaliger Unterländer FPÖ-Parteifunktionär vor Gericht. 15.000 Euro soll er auf sein privates Konto überwiesen haben.
Laut exklusiven NEUE-Informationen handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen ehemaligen Funktionär, der neben seiner Tätigkeit im Finanzausschuss der Gemeinde auch als Kassier bei diversen Vereinen tätig war.
Noch vor einem Jahr wurde ihm auch vonseiten seiner Partei im Rahmen eines Postings seine Genauigkeit und seine Loyalität attestiert, offenbar wurde er inzwischen von all seinen Funktionen entbunden.
Im politischen Umfeld hieß es, dass es zur Entnahme von rund 15.000 Euro an Parteigeldern kam. So lautet auch der Anklagevorwurf der Untreue, für den eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren droht. Laut Gerüchten soll der Beschuldigte das Geld dann im Rahmen von Spekulationen mit Krypto-Währungen verloren haben, was aber weder bestätigt noch verneint wurde.
Selbstanzeige und Parteiaustritt
Auf NEUE-Anfrage bei der FPÖ-Ortsgruppe bestätigte die Leitung aber die Anklage: „Es kam zu Unregelmäßigkeiten in der Parteikasse und in der Folge zu einem klärenden Gespräch mit dem Beschuldigten. Dieser brachte sein Vergehen daraufhin zur Selbstanzeige und trat aus der Partei aus.“ An Spekulationen über den Umgang mit den Geldern, auch was Gerüchte über Krypto-Transaktionen betreffe, wolle man sich nicht beteiligen, auch weil man keine Auskünfte über ein laufendes Verfahren geben wolle. Das Verfahren würde von der Ortsgruppe initiiert und über die Landesgeschäftsstelle laufen. Offenbar sei aber für die Partei selbst kein Schaden entstanden.
Der Prozess findet morgen am Landesgericht Feldkirch statt, der Beschuldigte selbst wollte sich vor dem Termin gegenüber der NEUE nicht äußern.
Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
(Neue Vorarlberger Tageszeitung)