Hündin Kasha aus Höchst: Mit feiner Nase zur Weltmeisterschaft

Zwölf Jahre alt und kein bisschen müde: Schäferhündin Kasha aus Höchst zählt zu den besten Fährtenhunden des Landes.
Sie finden Menschen unter eingestürzten Häusern, decken geheime Drogenlabors auf und spüren Datenträger auf. Die Aufgaben von Fährtenhunden sind vielseitig und nicht immer beruflich geprägt. Hündin Kasha aus Höchst schnüffelt zum Beispiel aus sportlichem Ehrgeiz. Gemeinsam mit ihrem Herrchen Thomas Tscholl ist sie amtierende Österreichmeisterin im Fährtenhundesport. Was das genau bedeutet, zeigten die Zwei der NEUE am Sonntag-Redaktion auf dem Hundesportplatz der Hundefreunde Bregenz.

Die Deutsche Schäferhündin ist darauf trainiert, vorgegebene Gegenstände über eine Strecke von über einem Kilometer nachzuverfolgen. Dafür legt ein sogenannter Fährtenleger eine Spur. Diese Person, für den Hund fremd oder bekannt, trägt bis zu sieben Gegenstände mehrere hundert Meter mit sich und lässt sie während des Laufens auf der Spur fallen.
Schnüffelprofi
Der Hund folgt ungefähr drei Stunden nach der Fährtenlegung der Geruchsspur, die durch den individuellen Geruch des Menschen und der „Bodenverletzung“ beim Laufen entstand, bis zum Ende der Fährte. Diese verwendeten Gegenstände sind genormt. Dabei handelt es sich um kleine, rechteckige Plättchen aus etwa Metall, Holz oder Kunststoff. Im Wettbewerb gewinnt nicht der Hund, der am schnellsten ans Ziel kommt, sondern jener, der am genauesten arbeitet.

Übung macht den Meister.
Im Wettkampf arbeiten die Tiere weitgehend eigenständig, während der Besitzer an einer zehn Meter langen Schleppleine folgt. Tscholl erklärt: „Einige Hunde werden erst mit fünf bis sechs Jahren zu richtig guten Fährtenhunden.“ Seine Kasha sei ein gutes Beispiel dafür, sie ist bereits zwölf Jahre alt. Für einen großen Hund ein beachtliches Alter, welches sich die Dame aber kaum anmerken lässt.
Im April reist die Vierbeinerin gemeinsam mit dem Bediensteten der Stadt Bregenz erstmals zur Weltmeisterschaft in die Slowakei. Eine Premiere – für Kasha ebenso wie für Tscholl.

Hat die Hündin tatsächlich eine Chance auf den Titel? „Wir gehen natürlich unter dem Motto ‚Dabei sein ist alles‘ an den Start. Realistisch betrachtet hat Kasha durchaus Chancen, eine gute Platzierung bei der Weltmeisterschaft im April zu ergattern“, sagt Tscholl.
Fix ist hingegen: Nach dem Wettbewerb geht die Hündin in Pension. Aufgrund ihres hohen Alters wird sie nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen – auch wenn sie laut Tscholl weitermachen möchte. Danach bleibt sie aber selbstverständlich in der Obhut der Familie.
Der beste Freund
Der beste Freund. Für Tscholl und seine Familie steht das Wohlergehen der Hunde an erster Stelle. Die Tiere sind ein fester Bestandteil des Familienlebens. Thomas Tscholl ist mit Schäferhunden groß geworden. Seine Eltern sind seit mehr als 40 Jahren im Hundesport aktiv. Seine Frau Saskia lernte er bei einem Hundeevent kennen.
Die Familie betreibt zudem eine kleine Hundezucht namens „von Canis Anthus“. Ziel ist es, Deutsche Schäferhunde zu züchten, die sich sowohl im Hundesport als auch im Dienst bewähren und sich gut in Familien integrieren lassen. Tscholls Begeisterung für den besten Freund des Menschen geht noch weiter. Er ließ sich zusätzlich zum Futter- und Ernährungscoach ausbilden, um sicherzugehen, dass die Tiere optimal versorgt sind und ihr volles Potenzial entfalten können.

Letzte Vorbereitungen
Derzeit stecken Tscholl und Kasha mitten in den Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft. „Ohne den Rückhalt meiner Partnerin, unserer gemeinsamen Tochter und meiner Eltern wäre das nicht möglich“, sagt der Höchster. Trotzdem bringen solche Wettbewerbe aber auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Reise, Ausrüstung und Unterkunft verursachen hohe Kosten. Deshalb sind Tscholl und Kasha noch auf der Suche nach Sponsoren.