Boom in Fernost: Asien steuert über 60 Prozent des globalen Wachstums bei

Der asiatisch-pazifische Raum (APAC) entwickelt sich zunehmend zum globalen Zentrum wirtschaftlicher Dynamik.
APAC steht für Asien-Pazifik und umfasst Ostasien, Südasien, Südostasien sowie Ozeanien – also Länder wie China, Japan, Südkorea, Australien, Indien, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam und Neuseeland. Bereits 2025 steuerte die Region mehr als die Hälfte des weltweiten Wirtschaftswachstums bei. Langfristig deutet alles darauf hin, dass sie bis 2035 Nordamerika als größten globalen Verbrauchermarkt ablösen wird.
Die Asien-Pazifik-Region ist aufgrund ihrer Größe, der schnell wachsenden Mittelschicht und ihrer zentralen Rolle als Produktionsstandort längst zum wichtigsten Absatzmarkt weltweit geworden. 2025 entfielen über 60 Prozent des globalen BIP-Wachstums auf diese Region. Mehr als die Hälfte aller Konsumenten lebt bereits heute in Asien – besonders in China und Indien. Allein dort steigen pro Jahr rund 30 Millionen Menschen in die Verbraucherschicht auf, also in eine Einkommensgruppe, die mindestens zwölf US-Dollar pro Tag ausgibt.
Von dieser Entwicklung profitiert vor allem die Nahrungsmittelindustrie. So erwirtschaftet Nestlé rund fünf Prozent seines weltweiten Umsatzes in China und zwei Prozent in Indien – genauso viel wie in Deutschland. Dabei konsumieren Deutsche im Durchschnitt jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 33.600 US-Dollar, während der entsprechende Verbrauch in China bei 7300 US-Dollar und in Indien bei nur 1700 US-Dollar jährlich liegt. Dennoch gilt: Die Masse macht den Unterschied (tagesschau.de).
Auch für die Luxusgüterindustrie ist APAC der wichtigste Wachstumsmotor. Der Markt wächst jährlich um rund 5,7 Prozent, erreicht heute bereits ein Volumen von etwa 110 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelt sich Indien, das mit einem Wachstum von etwa acht Prozent und einer stark ausgeprägten Mode- und Lifestyle-Affinität zunehmend zum Hotspot für Luxusmarken wird.
Gleichzeitig gilt APAC klimatechnisch als verwundbarste Wirtschaftsregion der Welt. Die Region ist der größte Treiber globaler Treibhausgasemissionen und erzeugte 2024 nahezu zwei Drittel der weltweiten Emissionen. Rund 82 Prozent der weltweiten Kohle wird hier verbraucht. Damit trägt der asiatisch-pazifische Raum nicht nur erheblich zur Klimakrise bei, sondern ist auch besonders stark von ihren Folgen– Extremwetterereignisse, steigende Meeresspiegel und enorme Hitze – betroffen.
