Ein auf die Bühne gebrachter Albtraum

Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“ entführt in eine düstere Welt voller Geheimnisse.
Béla Bartóks einzige Oper „Herzog Blaubarts Burg“ feierte am Sonntag mit einer Produktion des Tobs Theater Orchester Biel-Solothurn Premiere. Die Oper führt in die Psyche eines Mannes, dessen Burg ein Labyrinth aus Geheimnissen, verborgenen Wahrheiten und unterdrücktem Schmerz darstellt. Seine neue Frau Judith folgt ihm, im Glauben, die Burg zu erhellen, bringt ihn dazu, ihr nach und nach alle verborgenen Räume aufzusperren. Dabei entdeckt sie die Folterkammer, die Waffenkammer, den Zaubergarten und die Schatzkammer. Doch hinter allen Türen ist Blut. Vergeblich warnt Blaubart sie vor den letzten beiden Türen. So findet sie den Tränensee und Blaubarts frühere Frauen, in ewiger Schönheit erstarrt. Mit bedrohlichen Orchesterpassagen verstärkt Bartóks Musik den Eindruck eines Albtraums und fasst die verstörende Verbindung von Liebe, Macht und Gewalt. „Herzig Blaubarts Burg“ ist ein Opernmonument von beklemmender Intensität, ein Opernabend, der nicht loslässt. Die Geschichte erinnert an die 1998 entführte Natascha Kampusch. In der Inszenierung von Dieter Kaegi und unter der musikalischen Leitung von Yannis Pouspourikas brillierten Katerina Hebelkova, Christian Manuel Oliveira und Mischa Schelomianski. Unter den Zuschauern waren Kulturmanager Christoph Thoma, Landtagsabgeordneter Cenk Dogan. Dagmar Ullmann-Bautz, Wolfgang Allgeuer, Ruth Kanamüller und die Vorständin der Abteilung Kunst und Kultur Vorarlberg Claudia Voit. Im Publikum saßen auch Werner Schelling, Willibald Feinig, Björn Braitmayer und die Schauspieler Nurettin Kalfa, Luzian Hirzel, Nico Raschner und Josepha Yen.





