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Wiedl zu Ikea: “Verpasste Chance für Lustenau”

18.03.2026 • 11:00 Uhr
Wiedl zu Ikea: "Verpasste Chance für Lustenau"
Bürgermeister Patrick Wiedl rechnet aufgrund des geplanten Einrichtungshauses mit zusätzlicher Verkehrsbelastung für Lustenau. AFP, Hartinger

Lustenau reagiert mit gemischten Gefühlen auf die heute Mittwoch gefallene Entscheidung von Ikea, den Standort in Dornbirn zu realisieren. Bürgermeister Patrick Wiedl spricht von einer „richtungsweisenden Entscheidung für die Region“, gleichzeitig aber auch von einer „verpassten Chance für Lustenau“.

Wiedl erinnert daran, dass die Diskussion um einen möglichen Ikea-Standort in Lustenau bereits vor Jahren geführt wurde. „Bereits 2017/18 habe ich als Wirtschaftsgemeinderat klar aufgezeigt, dass ein Projekt dieser Größenordnung nicht verschwindet, wenn man es ablehnt“, heißt es in einer Aussendung. Die damalige Annahme, ein solches Vorhaben würde bei einer Absage nicht realisiert werden, bezeichnet er rückblickend als „schmerzhafte Fehleinschätzung“.

Ein “Märchen” wird wahr

Besonders kritisch sieht der Bürgermeister die damalige Argumentation von Gegnern des Projekts. Es sei wiederholt als „Märchen“ bezeichnet worden, dass Ikea andernorts einen Standort umsetzen könnte. „Diese Annahme hat sich heute als falsch erwiesen“, so Wiedl.

Langfristig orientierte Entscheidungen

Für Lustenau habe die Entwicklung konkrete Folgen. „Lustenau wird einen erheblichen Teil des zusätzlichen Verkehrs tragen, ohne von der wirtschaftlichen Wertschöpfung zu profitieren.“ Weder zusätzliche Kommunalsteuereinnahmen noch neue Arbeitsplätze kämen der Gemeinde zugute.

Wiedl leitet daraus auch politische Konsequenzen ab. Künftig brauche es bei großen Projekten stärker langfristig orientierte Entscheidungen. „Es geht nicht darum, rückblickend Schuld zuzuweisen, sondern daraus zu lernen und es künftig besser zu machen.“

Forderungen an das Land

Als Bürgermeister wolle er sich dafür einsetzen, „dass Lustenau mutig, offen und mit Weitblick an neue Projekte herangeht“. Auch weniger populäre Vorhaben müssten im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung geprüft werden.

Zugleich richtet Wiedl Forderungen an das Land. Wenn Lustenau einen wesentlichen Teil der Verkehrsbelastung trage, brauche es entsprechende Maßnahmen. Zudem lädt er ausdrücklich auch frühere Kritiker ein, „künftig gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die nachhaltig verträglich und wirtschaftlich tragfähig sind“.

Langfristig gehe es darum, dass Lustenau nicht nur Auswirkungen regionaler Entwicklungen trage, sondern auch davon profitiere.